• WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 19,68000 $/bbl.

Rohöl der Sorte WTI fiel heute intraday bis auf 19,20 USD und damit marginal unter das bisherige Jahrestief vom 30. März bei 19,25 USD. Im Anschluss konnte sich der Preis des (ehemals) schwarzen Goldes intraday wieder etwas stabilisieren. Sind das Kaufkurse? Wie ist die Lage am Rohölmarkt einzuschätzen?

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Rohöl Sorte WTI 4H Chart (Chartanalyse 4H Chart)

Größter Nachfrageeinbruch seit über 25 Jahren

Die Internationale Energieagentur (International Energy Agency) erwartet laut einem Bericht des Wall Street Journal von heute den größten Nachfrageeinbruch seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Fatih Birol, Executive Director der International Energy Agency rechnet sogar damit, dass der aktuelle Kalendermonat als "Black April" in die Geschichtsbücher eingehen könnte.

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Das Problem: Die Lager sind voll!

Konkret rechnet die International Energy Agency damit, dass die Nachfrage nach Rohöl im April 2020 um etwa 29 Millionen Barrel pro Tag einbrechen. Die OPEC-Staaten hatten sich am Wochenende mit Ach und Krach auf eine Kürzung der Fördermenge um knapp 10 Mio. Barrel pro Tag einigen können. Kurzum - es gibt aktuell zu viel Rohöl und zu wenig Nachfrage auf Grund der Corona-Pandemie.

Da sich Rohöl aber nicht mal eben in der Cloud abspeichern lässt, sondern physisch gelagert werden muss, ergibt sich ein Problem: Wohin mit dem Zeug wenn es keiner haben will, beziehungsweise keiner braucht?

Laut IEA stieg die Menge des auf dem Meer in Öltankern lagernden Rohöls im März bereits um 27 % auf 103 Millionen Barrel. Das Problem: Die Lager sind voll!

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Ein Reuters-Artikel von heute unterstreicht die dramatische Lage: Dutzende Tanker warten vergeblich vor den europäischen Häfen wie Rotterdam darauf, ihre Fracht entladen zu können - die Besitzer der Öltanker finden einfach keine Käufer.

Was bedeutet das nun für Sie als Trader?

Wie ich heute den Fragen von verschiedenen Usern auf Guidants entnehmen konnte, scheint das aktuelle Kursniveau durchaus den einen oder anderen Schnäppchenjäger anzulocken. In Anbetracht der oben skizzierten Situation ist hier allerdings durchaus Vorsicht angebracht: So lange es heute kein überzeugendes Intraday-Reversal mit Schlusskurs oberhalb von 20,50 - 21,00 USD gibt, bleibt der Weg des geringsten Widerstands vorerst weiter südwärts.

Schaut man sich den langfristigen Chart von WTI an (Quelle: www.tradingeconomics.com) wird deutlich, dass der Rohölpreis durchaus weiter Luft gen Süden hat. Sollte es keine ultra-schnelle Lösung der Corona-Pandemie geben, ist in den kommenden Wochen sogar ein einstelliger Rohölpreis (WTI) denkbar - das weltweite Angebot an Rohöl ist einfach deutlich größer als die aktuelle Nachfrage.

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