• S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 2.701,33 Pkt

Der S&P 500 befindet sich mittlerweile im neunten Jahr einer massiven Aufwärtsbewegung, die bei 666,79 Punkten am 06.03.2009 startete und in den Monaten Dezember 2017 und Januar 2018 in einer extremen Aufwärtsbewegung kulminierte. Bei 2.872 Punkten wurde ein Hoch erreicht, das den Abschluss eines mittelfristigen Anstiegs bildet. Wie es nun aus Sicht der Fibonacci-Analyse wahrscheinlich weitergeht und welche Auswirkung die Entwicklung des "großen Bruders" auf den DAX haben kann, habe ich umfassend analysiert. Seien Sie gespannt!

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Vom Tief bei 666 Punkten zum Hoch bei 2.872 Punkten brauchte der Index übrigens rund 2.240 Handelstage, was einer langfristigen Steigerung von 1 Punkt pro Handelstag entspricht.

Ein wenig in die Zukunft gesponnen: Dürfte damit im Dezember 2020 die 3.000 Punkte-Marke erreicht werden?

Gleichzeitig wurde damit im Hoch eine Zeit-Preis-Symmetrie erreicht, die neben den kurzfristigen Verkaufssignalen für ein vorläufiges Ende der großen Rally seit Ende 2016 spricht. Dieser Anstieg wurde seither hochdynamisch korrigiert und zwei übergeordnete Aufwärtstrendlinien, sowie sämtliche 38,2 %-Retracementlevel der Aufwärtsbewegungen seit 2.417 Punkten vom August 2017 durchbrochen.

Auch die Fallgeschwindigkeit des Abverkaufs bis 2.532 Punkte war enorm – um genau zu sein um den Faktor 3 höher, als die steilste Rallyphase vom 29.12. bis zum 26.01.

Dass der Bereich um 2.880 Punkte auch übergeordnet ein mittel-bis langfristiges Ziel markierte, untermauert auch die Analyse der Extensionen früherer Trendphasen: Bei 2.870 Punkte liegt die 100 %-Ausdehnung der Aufwärtsbewegung von Oktober 2011 bis zum Hoch 2015 abgetragen an das Korrekturtief vom Februar 2016.

Zudem trifft die 261,8 %-Extension der Jahresanfangsrally 2016 abgetragen an das Korrekturtief bzw. den Startpunkt der Rally ab November 2016 (siehe Grafik) das aktuelle Hoch. Hier ist also im Rekordhoch auf mittelfristiger und längerfristiger Basis ein Trend beendet worden, der jetzt fulminant korrigiert wird.

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S&P 500 Chartanalyse (4-Stunden-Chart)

Kurzfristig weiter abwärts - dann evtl. sogar neue Hochs

Aktuell scheint die Erholung seit dem Februartief abzuebben. Das Aufwärtsmomentum wurde bereits vor dem Abverkauf im gestrigen Handel deutlich zurückgefahren und der Bereich um das 61,8 %-Retracementniveau bei 2.743 Punkten erweist sich als Widerstand. Dennoch wurde es intraday bereits angekratzt, was zumindest für den mittelfristigen Verlauf dafür spricht, dass die Abwärtsbewegung seit dem Rekordhoch in den kommenden Monaten komplett retraced, also wieder nach oben hin korrigiert wird.

Doch noch sind die Bären klar im Vorteil: Entscheidend ist zunächst, ob der gestern begonnene Abverkauf sein volles Potenzial entfalten kann und die internen Ziele der Bewegung bei 2.663 (261,8 % der ersten Abwärtswelle), 2.610 (423 % der ersten Abwärtswelle) und 2.526 (685 % der ersten Abwärtswelle) abarbeiten kann (grüne Balken im Chart).

Unterstützungen findet der Markt bei 2.689 Punkten und der breiten Supportzone von 2.649 bis 2.669 Punkten. Darunter wäre allerdings das erste markante Verkaufssignal aktiviert, das bei einem Bruch des 38,2 %-Retracementlevels bei 2.617 Punkten zum Ende der Erholung führen würde. Darunter käme das Tief bei 2.532 Punkten bzw. die 685 %-Extension der ersten gestrigen Abwärtswelle bei 2.526 Punkten als Ziel in Betracht.

Kursziele auf Basis des Februareinbruchs

Für den Abverkauf seit dem Rekordhoch bei 2.872 Punkten gibt es zwei mögliche Endpunkte: Entweder endete diese Abwärtswelle am absoluten Tief bei 2.532 Punkten oder etwas früher bereits bei 2.593 Punkten. Im zweiten Fall hätten wir es seit diesem Tief mit einer komplexen, bärischen Erholung zu tun, bei der die zweite von drei Teilbewegungen ein neues Tief produzierte.

Ein weiteres „wenn“ liegt in der Frage, ob die Erholung mit dem gestrigen Hoch bei 2.747 Punkten endete oder sich noch fortsetzen kann. Um eine Fortsetzung einzuleiten müsste der S&P jetzt allerdings bereits dynamisch über das gestrige Hoch und 2.754 Punkte ausbrechen. In diesem Fall könnte die Erholung bis 2.766 und darüber bis 2.795 Punkten ausgedehnt werden.

Geht man davon aus, dass im gestrigen Handel die nächste übergeordnete Abwärtsbewegung begonnen wurde, liegen die Ziele für die Variante der Abwärtsbewegung bis 2.532 Punkten bei 2.537 (61,8 % der Abwärtsbewegung) und 2.407 Punkten (100 % der Abwärtsbewegung).

Für die Variante des höher gelegenen Endpunktes der Abwärtsbewegung liegen sie entsprechend bei 2.575 Punkten und 2.467 Punkten. Da es sich aber um eine bärische Variante handelt, die durch das tiefere Korrekturtief für die enorme Stärke der Bären spräche, wäre das erste Ziel eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher wäre für diesen Fall auch das Erreichen der 161,8 %-Extension der ersten Abwärtsbewegung, die bei 2.295 Punkten liegt. Ein Indiz für die Aktivierung dieser Variante wäre entsprechend ein dynamischer Einbruch unter 2.575 Punkte. Mit einem solchen tiefen Einbruch hätte der S&P 500 seine übergeordnete Aufwärtstrendlinie beinahe erreicht, die den Aufwärtstrend seit dem Tief des Jahres 2009 auf der Unterseite eingrenzt. Dieses Ziel wäre fast schon zu schön, um wahr zu sein. Könnte es doch den nächsten Startpunkt für eine mehrmonatige Rally markieren, wie dies auch bereits 2016 der Fall war, als der Index kurz vor der Trendlinie wieder nach Norden abdrehte.

Exkurs: Was bedeutet dies für den DAX?

Eine 1:1-Übertragung der Entwicklung in den USA auf den deutschen Markt ist wenig zielführend, da man mit bloßen Auge bereits die deutlichen Unterschiede im Kursverlauf erkennen kann. Dennoch gibt es strukturelle Gemeinsamkeiten der Rally der letzten 9 Jahre (und auch der Jahre zuvor). Sollte der S&P also an das Nahziel, das Zwischentief bei 2.532 Punkte fallen, könnte dies mit einem Rückfall des DAX an die 11.730 Punkte-Marke korrespondieren. Ein Einbruch des US-Index bis an die Unterstützungszone um 2.417 Punkte würde den DAX wohl bis 11.550 Punkte und darunter drücken.

Bei einem Einbruch des S&P 500 an die langfristige Aufwärtstrendlinie dürfte man sich im DAX dagegen auf einen Abverkauf an Region um 10.600 Punkte gefasst machen. Dort verläuft die langfristige Aufwärtstrendlinie des Index, die ihren Startpunkt im Herbst 2011 hatte.

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Langfristiger Bullenmarkt oberhalb von 2.417 Punkten noch intakt - aber es droht ein gewaltiger Bärenmarkt!

Eine massive Unterstützungszone liegt für den S&P im übergeordneten Bild bei 2.417 bis 2.466 Punkten. Diese sollte in den kommenden Monaten verteidigt werden, um auch den übergeordneten langfristigen Aufwärtstrend fortführen zu können. Eine Bodenbildung Ende April, Anfang Mai könnte dafür auf der Zeitachse eine gute Voraussetzung sein.

Wird in den folgenden Monaten das bisherige Rekordhoch überschritten, so liegen die nächsten Ziele für die Jahre 2019 und 2020 bei 3.000 und 3.050 Punkten. Darüber könnte der langfristige Aufwärtstrend an die Zielmarken bei 3.175 und 3.275 Punkten führen.

Ausgehend von einem Hoch deutlich oberhalb von 3.000 Punkten dürfte anschließend der gesamte Aufwärtstrend seit 2009 beendet werden und der Index in eine massive, mehrjährige Abwärtsbewegung übergehen. Das Idealziel einer solchen mehrjährigen Baisse liegt zunächst auf dem gleichen Niveau, wie das Ziel für den Fall eines Bruchs der Unterstützung bei 2.417 Punkten: die 2.216 Punkte-Marke. Im Ausdehnungsfall könnte sogar ein Einbruch bis 1.810 Punkte folgen. Im DAX entspräche dies einem Einbruch bis mindestens 8.699 Punkte.

Denn wird der Bereich oberhalb von 2.417 Punkten in den kommenden Wochen nicht verteidigt, könnte es auch im langfristigen Bild eng für die Bullen werden und zumindest eine Ausweitung der Korrektur des Aufwärtstrends seit 2009 mit einem Ziel bei 2.216 Punkten anstehen.

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S&P 500 Langfristchart (Wochenchart)

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Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: S&P 500 (short)