• Bitcoin BTC/EUR - Kürzel: BTC/EUR - ISIN:
    Börse: JFD Brokers / Kursstand: 2.034,91 €
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Vor ein paar Monaten gab es für Kryptowährungen, insbesondere für den Bitcoin, nur eine Richtung – und diese hieß Norden. Infolgedessen ließen die ersten Prognosen mit fünfstelligen Kurszielen nicht lange auf sich warten. Doch seit Mitte Juni mussten die Kryptos (auch "Altcoins" genannt) Federn lassen. In den letzten Wochen gingen die Kursnotierungen sehr stark zurück. Im Vergleich zum Allzeithoch - nahe der Marke von 3000 USD - brach der Kurs des Bitcoin zuletzt um sage und schreibe 40 % ein. Manch ein Aktionär würde bei solch einem Drawdown die pure Panik bekommen, nicht aber die Krypto-Community.

Was war der Auslöser für diesen Kurseinbruch?

Die Kryptowährung Bitcoin, mit der derzeit höchsten Marktkapitalisierung von knapp 40 Mrd. USD, ist Opfer ihres Erfolgs geworden. Durch den massiven Zulauf der letzten Jahre geriet die digitale Online-Währung immer mehr an ihre Kapazitätsgrenzen. Aktuell werden ca. 300.000 Transaktionen pro Tag verarbeitet, das entspricht etwa 3 bis 4 Abwicklungen pro Sekunde. Damit liegt die Kapazität des Bitcoin weit unter den Möglichkeiten von anderen „kommerziellen“ Zahlungsabwicklern, wie beispielsweise Visa oder Paypal.

Die maximale Blockgröße von einem Megabyte schränkt die Leistungsfähigkeit des Bitcoin stark ein. Infolgedessen kommt es zu länger andauernden und teureren Transaktionen. Die eigentlichen Vorteile von Bitcoin - nämlich die der schnellen und kostengünstigen Zahlungsabwicklung - werden nun zu Nachteilen.

Wie kann der Bitcoin wettbewerbsfähig bleiben?

Genau diese Frage sorgt in der gesamten Szene für Clinch. Streitpunkt ist die oben genannte Blockgröße, mit lediglich einem Megabyte ist die Leistungsfähigkeit zu gering. Eine Vergrößerung der Blockgröße würde nicht nur die Zahlungsabwicklung beschleunigen, sondern auch das Transaktionslimit erhöhen. Jedoch lehnen Core-Entwickler den Vorschlag der Miner ab, die Blockgröße zu erweitern.

Miner vs. Core

Alle Bitcoin-Transaktionen werden Blocks zugeteilt und in der Blockchain aufgezeigt. Diese Aufgabe wird von dezentralen Rechnern mit Minern aus allen möglichen Ländern übernommen. Die dezentrale Struktur gewährleistet, dass keine einzelne (oder wenige) Person(en) das Netzwerk kontrollieren kann (können). Der Vorgang wird analog zum Goldschürfen „Mining“ genannt. Die sogenannten Miner verdienen mit der Zurverfügungstellung von Rechenleistung, Absicherung und Synchronisierung zur Transaktionsverarbeitung neue Bitcoins. Grundsätzlich sprechen sich die Miner für eine Erhöhung der Rechenkapazität aus. Ihr Lösungsvorschlag lautet Bitcoin Unlimited. Die Miner befürchten, dass ohne eine Erweiterung der Blockgröße andere Kryptowährungen dem Bitcoin den Rang ablaufen könnten.


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Jedoch würde eine zu große Blockgröße das Mining erschweren und somit wenige Mining-Pools mit ausgezeichneter Hardware fördern. Außerdem würde die Erweiterung voll zulasten des dezentralen Netzwerks gehen und vor allem Minern aus China in die Karten spielen, denn diese haben Millionen in gigantische Serverfarmen investiert.

Die Core-Entwickler befürworten stattdessen eine effizientere Nutzung der Blockchain bzw. auch die Möglichkeit, Transaktionen außerhalb der "klassischen" Blockchain abwickeln zu können. Das würde den Bitcoin auf den technischen Stand anderer Kryptowährungen bringen. Es würde auch bedeuten, dass dann nicht mehr die gesamte Blockchain-Datei (die ständig größer wird und aktuell schon mehr als 124 GB umfasst) auf allen Rechnern im gesamten Netzwerk vorhanden ist. Dieser Schritt gilt früher oder später als unumgänglich.

Ist SegWit2x eine geeignete Lösung?

Mit dem Upgrade auf BIP 91 (Bitcoin Improvemet Proposal) scheint ein adäquater Kompromiss gefunden worden zu sein. Man möchte mit der neuen Software dem steigenden Interesse am Bitcoin gerecht werden und die Blockgröße auf zwei Megabyte verdoppeln. Der als SegWit2x bekannte Code ist abwärtskompatibel und würde so eine Aufspaltung vermeiden.

Insofern mindestens 80 % der Miner das Upgrade dauerhaft verwenden, wird ein Hard-Fork (Abspaltung) also verhindert, womit auch der Streit in der Community beigelegt wäre. Ursprünglich sollte mit dem Upgrade auf SegWit2x eine Sicherheitslücke geschlossen werden, die es Kriminellen ermöglicht, Transaktionen zu manipulieren. Doch nun könnte das Upgrade den Bitcoin vor dem gleichen Schicksal wie Ethereum bewahren. Denn dort bestand 2016 ein ähnliches Problem, allerdings konnten sich die Akteure nicht einigen, deshalb wurde Ethereum in zwei Währungen (ETC/ETH) aufgespalten.

Was passiert, sollten sich Miner und Core nicht einigen?

Spätestens am 1. August wird sich entscheiden, ob es zu einer Einigung kommt. Selbst wenn sich die beiden Lager nicht einigen sollten, wären die Bitcoin-"Einlagen" sicher. Im „worst case“ würden durch einen Hard-Fork zwei Blockchains existieren, zum einen die Core-Blockchain und zum anderen die Unlimited-Blockchain. Demzufolge würden es im Falle einer Abspaltung zu den beiden Währungen BTC und BTU kommen. Doch auch wenn die Existenz der Coins an sich nicht gefährdet ist, wird eine Abspaltung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu massiven Kursverwerfungen führen.

Aktuelle Marktstimmung

Aktuell signalisieren einige Miner schon jetzt, SegWit2x zu verwenden. Der ursprüngliche Startschuss sollte eigentlich erst am 21. Juli fallen. Bei den letzten geminten Blöcken signalisierten rund 80 % der Miner eine Zustimmung des Kompromissvorschlags.

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Quelle: XBT.eu

Die Wahrscheinlichkeit für einen Hard-Fork scheint aktuell gering. Der Markt preist dies bereits ein. Seit dem Tief am vergangenen Sonntag konnte sich der Bitcoin gegenüber dem Dollar um mehr als 30 % erholen. Im Falle der Kompromisslösung hätte der Bitcoin durchaus weiteres Aufwärtspotenzial.

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BTC/EUR