Durch die hohe Nachfrage nach Mobilfunk-Tarifen von O2 sowie Festnetzangeboten konnte Telefónica den Umsatz im dritten Quartal um 0,4 % auf €1,873 Mrd. steigern. Der Gewinn konnte ebenfalls um 0,8 % gesteigert werden. Nach Steuern verdiente der Konzern €390 Millionen, im Vergleich zu einem Verlust von €24 Mio. im Vorjahreszeitraum. Analysten erwarteten hier einen Gewinn von €75 Mio., doch durch den Verkauf von Mobilfunkmasten erzielte Telefónica einen Sondereffekt, welcher dieses Ergebnis begründet. 2020 soll der Umsatz unverändert bleiben oder sogar leicht steigen.

Mit diesem Ergebnis war die Aktie im gestrigen Handel gesucht und ein Kursgewinn von +3 % blieb am Tagesende hängen. Hätte man jetzt wieder berechtigt hoffen können, dass sich der Anteilsschein endlich wieder aus dem Abwärtsstrudel befreit, so muss dies bereits heute in Frage gestellt werden. Doch die Lage ist sogar ernster als man meinen möchte. Kommt es jetzt zu weiteren Verkäufen, so droht ein dramatischer Absturz.

Die Alles-oder-nichts-Unterstützung

Diese Dramatik liegt in der Bedeutsamkeit der Unterstützung bei 2,12 EUR begründet. Wirft man einen Blick auf den Wochenchart so zeigt sich, dass dieser Kursbereich die Verkaufswelle 2019 stoppen konnte. Die Coronakrise und der damit verbundene Sell-Off riss zwar diese Unterstützung, doch nun ist dieser Support der letztmögliche Bereich, welcher eine mögliche Verkaufslawine verhindern kann. Was Anleger dafür tun müssen? Kaufen. Und zwar schnell. Doch die potenziellen Barrieren sind immens. EMA50, Abwärtstrendlinie, 50er-Fiboretracement und horizontaler Widerstand sind Hürden die erstmal bewältigt werden müssten, um zunächst den weiten Fall aufzuhalten. Würde ein Anstieg bis 2,33 EUR gelingen, so wäre dies ein erster Hoffnungsschimmer. Zunächst wäre damit das große Verkaufssignal abgewendet und Kursgewinne bis 2,45 EUR wären möglich. Hier würde das nächste große Geflecht an Widerständen warten.

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Telefónica Dtl. - Aktie (Wochenchart)

Doch was wenn die Kaufkraft nicht ausreicht?

Bleibt die Aktie am Ende für Anleger trotzdem nicht sonderlich attraktiv und die Verkäufe stoppen nicht, ist das Verkaufssignal kaum noch abzuwenden. Bei Tagesschlusskursen unter 2,12 EUR droht ein tiefer Fall. Die nächsten potenziellen Haltestation liegen folgend bei dem 2 EUR-Level. Darunter würde der Totalabsturz bis zum Coronatief bei 1,72 EUR drohen.

Fazit: Trotz guter Zahlen befindet sich die Aktie von Telefónica auf einem absteigenden Ast. Der Verkaufsdruck bleibt hoch und die Bullen lassen sich bisher nicht blicken. Durch die Notierung an einem wichtigen Support besteht nun die Gelegenheit auf einen bullischen Konter. Bleibt dieser allerdings aus, so droht der Worst-Case-Fall und den Wertpapieren steht eine mittelfristige Verkaufswelle bevor.

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Telefónica Dtl. - Aktie

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