• WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 70,675 $/Barrel
  • Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 78,965 $/Barrel

Es gibt verschiedene Optionsstrategien mit denen man sein Risiko deutlich reduzieren, gleichzeitig aber eine solide Performance oder sogar Outperformance erwirtschaften kann. Eine beliebte Strategie ist das sog. Spread Trading. In der einfachsten Form werden zwei in Beziehung stehende Basiswerte gegeneinander laufen gelassen. Anders formuliert: In einem Basiswert wird long gegangen, während im anderen eine Short-Position eröffnet wird.

Im Rohstoffsektor lassen sich hierfür klassische Beispiele wie den WTI-Brent Spread, Gold-Platin Spread oder Gold-Silber Spread finden. Im Prinzip lässt sich die Vorgehensweise aber auf alle Basiswerte übertragen, also bspw. auch Aktien und Währungspaare. Die Intention hinter dem Spread Trading ist demnach einfach nur das Ausnutzen von Unregelmäßigkeiten im Wertverhältnis zweier Basiswerte zueinander. Die Performance hängt also nicht von der Preisentwicklung eines einzelnen Basiswertes ab, sondern von der relativen Preisentwicklung zwischen den beiden Positionen.

Um die Idee etwas zu veranschaulichen betrachten wir im Nachfolgenden den WTI-Brent Spread. In der Abbildung 1 sehen Sie den Vergleich zwischen der Preisentwicklung der beiden Ölsorten. Historisch betrachtet war i.d.R. WTI (rot) leicht teurer als die Nordsee Sorte Brent (blau). Dieser Preisunterschied lässt sich unter anderem auf die Qualitätsdifferenzen zurückführen. Seit einigen Jahren ist das nicht mehr der Fall. Das liegt vor allem am aggressiven Fracking der Amerikaner, die mit der Förderung von unkonventionellem Erdöl den Markt fluten und den WTI-Preis unter Druck setzen. Dennoch, historisch betrachtet ist die aktuelle Situation ein Ausnahmezustand, der sich allerdings seit einiger Zeit hält und sich sogar noch verschärft hat.

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WTI-Brent Spread

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Genau solche Unregelmäßigkeiten sind es, die man versucht mit dem Spread-Trading auszunutzen. In diesem Fall würde man also darauf setzen, dass sich die Preisentwicklung der beiden Ölsorten wieder umkehrt und zu ihrem historisch betrachteten "normalen" Verhältnis zurückfindet. Mindestens würde man aber darauf wetten, dass sich der aktuell Spread von über 8 USD verkleinert und sich die Preise wieder annähern. Um den WTI-Brent Spread zu traden, würde man momentan also eine long Position auf WTI eröffnen und gleichzeitig eine short Position auf Brent eingehen.

Die Abbildung zeigt allerdings auch, dass diese Art von Trading nicht ganz risikolos ist. Hätte man bspw. Anfang des Jahres 2011 auf eine Spread-Umkehr gewettet, hätte man deutliche Verluste realisieren müssen, da sich der Spread in der Zeit danach weiter ausgedehnt hat. Der richtige Einstiegszeitpunkt ist also enorm wichtig. Zum Glück gibt es hierzu ein Hilfsmittel, welches uns unterstützt den richtigen Zeitpunkt zu finden.

In Abbildung 2 sehen Sie erneut den Vergleich zwischen der Preisentwicklung der beiden Ölsorten. Zusätzlich wurde der Korrelationsfaktor hinzugefügt. Auf den ersten Blick ist ersichtlich, dass sich die Korrelation historisch zwischen den beiden Sorten im Bereich von 0,96 bis 1,00 bewegt. Es liegt also eine nahezu perfekte Korrelation vor. Im Jahr 2014 kam es zu einer Spitze nach unten und die Korrelation notierte bei 0,84. Basierend auf der Vergangenheitsbetrachtung ist ein solcher Wert offensichtlich eine absolute Ausnahme und daher ein perfekter Einstiegszeitpunkt.

Allerdings sollte beim Spread Trading Folgendes beachtet werden: Die Korrelation gibt lediglich einen Hinweis darauf, ob die betrachteten Werte im Einklang laufen bzw. wie stark diese Ausprägung ist. Trotz hoher Korrelation kann daher ein Wert deutlich stärker steigen oder fallen als der andere. Es ist also des Weiteren absolut erforderlich zu betrachten, ob der aktuell vorliegende Spread historisch gesehen eher groß oder eher klein ist.

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WTI-Brent Spread und Korrelation