• Dow Jones Industrial Average - Kürzel: DJIA - ISIN: US2605661048
    Börse: NYSE / Kursstand: 21.377,97 Pkt
  • S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: Chicago Mercantile Exchange / Kursstand: 2.432,20 Pkt
  • Nasdaq-100 - Kürzel: ND100 - ISIN: US6311011026
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 5.680,40 Pkt
  • WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 44,925 $/Barrel

Handelsverlauf und Sektorenentwicklung

Dow Jones (-0,01 %) und S&P 500  (+0,03 %) beendeten den Handel fast unverändert, während der Nasdaq 0,34 % schwächer in das Wochenende ging.

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Der Sektorverlierer des Tages waren Consumer Staples (-1,05 %), die durch die Schock-Übernahme von Whole Foods (+29,10 %) durch Amazon (+2,44 %) belastet wurden. Zugpferd war heute der Energiesektor (+1,67 %) und auch Versorger (+0,50 %) wurden solide nachgefragt.

Auf Wochensicht ist der Technologiesektor mit einem Verlust von 3,26 % deutlichster Verlierer, während Finanztitel 2,39 % zulegen konnten.

Die Zinskurve (siehe Chart) kollabierte derweil regelrecht und sank am Donnerstag auf den tiefsten Stand des Jahres - so viel zum Thema Trumpflation..

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Der Tag an der Wall Street

Die Story du jour ist sicherlich die Übernahme von Whole Foods durch Amazon für $14 Mrd. Die Nachricht löste regelrechte Panikverkäufe bei (zukünftigen) Peers wie Kroger (-9,24 %), Costco (-7,19 %) oder Wal-Mart (-4,65 %) aus, denn per diesem Freitag muss befürchtet werden, dass Bezos' Krake ein weiteres Fundament der US-Wirtschaft zerbröseln wird. Die Ratingagentur S&P warnte sogleich vor einer Abstufung (Rating derzeit "AA-"), da sich die Hebelung aufgrund der schuldenfinanzierten Übernahme wohl in Richtung Faktor 1,5 Zähler bewegen wird. Bedanken kann sich die von Amazon terrorisierte Wirtschaft sicherlich bei den Zentralbanken dieser Welt, denn die Wette auf den Internet-Gigant ist ja im Prinzip nichts anderes als ein Rendite-Play. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Aktie bei der Umsetzung der bislang nur angedrohten Bilanzverkleinerung der Fed entwickeln wird.

Der Survey of Consumers der University of Michigan unterbot in seiner vorläufigen Fassung für Juni mit einem Wert von 94,5 Punkten die Erwartungen von 97,1. Immer wieder wurde an dieser Stelle auf den riesigen Gap in der Wahrnehmung von Republikanern (Euphorie!) und Demokraten (Weltuntergang!) hingewiesen, und erstmals tut sich hier etwas sehr Interessantes: Republikaner scheinen ganz langsam die Hoffnung auf bessere Zeiten zu verlieren, denn der Verlust an Zuversicht war bei konservativen Wählern deutlich ausgeprägter, als bei den sowieso seit jeher verzweifelten Linken: "..the loss in confidence among self-identified Republicans since June 8th was larger than among Democrats".

Abgesehen von den weichen Daten, enttäuschten am Freitag auch die harten Fakten: Housing Starts sackten auf ein Acht-Monats-Tief, Building Permits fielen auf den tiefsten Stand seit August.

Das GDPNow errechnete im Zuge der Veröffentlichungen nur noch ein Q2-Wachstum von 2,9 % (zuletzt 3,2 %), und auch der Nowcast reduzierte die Prognose von 2,3 % auf 1,9 %.

Der einzige Abweichler beim vergangenen Zinsentscheid, Neil Kashkari von der Minneapolis Fed, veröffentlichte einen lesenswerten Aufsatz mit dem Titel "Why I Dissented Again" und sprach darin der US-Notenbank ihre mit Inbrunst demonstrierte "Datenabhängigkeit" ab. Die Hoffnung auf die mittels der "Phillips Curve" beschriebenen Inflationseffekte ringe ihm zu viel Glaube ab, die Fakten sprächen eine andere Sprache. Erfreut habe ich darüber hinaus zur Kenntnis genommen, dass endlich ein prominenter Vertreter der Fed die UMich-Inflationserwartungen, die in kein Notenbanker-Weltbild passen, und auf die hier immer wieder verwiesen wurde, gewürdigt hat: "The Michigan survey has been trending downward over the past few years and is now near its lowest-ever reading."

Ausblick

Am Montag werden sich New York Fed-Präsident William Dudley und Chicago Fed-Präsident Charles Evans zu Wort melden, und möglicherweise versuchen dem Markt die um sich greifende Angst vor einem "Policy Error" der Fed zu nehmen.