• Dow Jones - Kürzel: DJIA - ISIN: US2605661048
    Börse: NYSE / Kursstand: 18.161,19 Pkt

Handelsverlauf und Sektorenentwicklung

Der S&P 500  beendete den Freitag 0,31 % im Minus, nachdem neu aufgetauchte Clinton-Mails dem Markt die Hoffnungen auf eine Wall Street-genehme US-Präsidentin etwas verhagelten.

Schlechte Zahlen von Amgen (-9,58 %) zogen nicht nur den Gesundheitssektor (XLV - 2,17 %), sondern auch den ganzen Nasdaq-100  (-0,64 %) mit nach unten.

Rohöl der Sorte WTI beendete den Parketthandel 2 % im Minus, nachdem das "Wall Street Journal" mit Informationen aufwartete, dass weder der Iran noch der Irak erpicht auf einen "output-freeze" sind, und die Verhandlungen in Wien deshalb ins Stocken geraten sind.

Treasuries wurden trotz der auf den ersten Blick erfreulicher GDP-Daten aus Angst vor Trump am Nachmittag gekauft und verloren am kurzen Ende (2Y) 4 vier Renditepunkte, am langen Ende (10Y) nur einen Punkt.

Der Tag an der Wall Street

Das Bruttoinlandsprodukt der USA ist im dritten Quartal in einer ersten Schätzung um 2,9 % gestiegen und hat für spürbare Erleichterung an der Wall Street gesorgt. Allerdings wirken die Zahlen auf den zweiten Blick nicht wirklich koscher, denn allein Sojabohnen trugen stattliche 0,9 % zum Wachstum bei und lösen damit Stirnrunzeln aus: Während nämlich die Sojaexporte aufgrund der prekären Erntesituation in Südafrika und Südamerika um annualisierte $38 Mrd zulegten, fielen die entsprechenden Sojalager aber nur um $2,4 Mrd. Der ungewöhnliche Wachstumsschub ist also eine Eintagsfliege, die in den kommenden Monaten wohl sukzessive nach unten revidiert werden wird, wenn die Lagerdaten angepasst werden müssen. Die Frage verbleibt im Raum, warum das Census Bureau trotz der bekannten Sondersituation seine Bereinigungsmodelle nicht angepasst hat..

Ein kurzer Blick noch auf die Konsumausgaben, die zum Vorquartal um 2,1 % anzogen und damit etwas unter den Erwartungen von 2,6 % lagen und die Kategorie "fixed investments", welche das vierte Quartal in Folge zusammenschrumpfte und 0,1 % vom Wachstum subtrahierte - soll außerhalb einer Rezession bisher noch nie vorgekommen sein.

Die von der Universität Michigan ermittelte Stimmung der Verbraucher liegt im Oktober bei 87,2 Punkten und damit leicht unter den Erwartungen von 88,1 und wurde von den Märkten mit Achselzucken zur Kenntnis genommen.

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Absolutes Highlight am Freitag war die Ankündigung des FBI, dass man aufgrund von neuem Email-Material wieder gegen Hillary Clinton ermitteln will. Die Märkte zeigten sich anfangs arg erschreckt, grenzten ihre Verluste dann aber wieder ein als durchsickerte, dass die Emails nicht auf Clinton`s illegalem Privatserver, sondern auf einem Gerät von Skandalnudel Anthony Weiner gefunden wurden. Zwar sind die Inhalte der Emails weiterhin unbekannt, aber Händler scheinen darauf zu wetten, dass die mittlerweile berühmt-berüchtigte elektronische Kommunikation von Weiner auch weiterhin eher für die Boulevardpresse von Interesse ist.

“It’s pretty amazing that we live in an age when a CEO of two public companies can give a talk about colonizing Mars and shareholders don’t see that as a warning signal.” - David Einhorn scheint in seinem Brief an die Investoren sein Missfallen für Tesla auszudrücken, findet aber vor allem deutliche Worte zur Geldpolitik der Fed.

Ausblick

In der nächsten Woche dreht sich mit wieder das übliche Fed-Zinsentscheid-Karussell, welches zwar wieder einen Großteil der Berichterstattung für sich reservieren wird, wohl aber keinen neuen Zündstoff liefern kann, da die "action" höchstwahrscheinlich im Dezember stattfinden wird. Am Freitag werden dann die nonfarm payrolls die erste Geige spielen und Einblicke in den US-Arbeitsmarkt ermöglichen.