Walt Disney hat gestern nachbörslich die Zahlen zum 1. Quartal 2020 berichtet und konnte die Erwartungen der Analysten übertreffen. Im Durchschnitt hatten Analysten einen Umsatz von 20,84 Mrd. USD und EPS von 1,44 USD erwartet.

Q1 2020

Q1 2019

Prozentuale Veränderung

Umsatz

20,9 Mrd. USD

15,30 Mrd. USD

+ 36 %

GAAP Operativer Gewinn

4,0 Mrd. USD

3,66 Mrd. USD

+ 9 %

GAAP EPS

1,5 USD

1,84 USD

- 17 %

Non-GAAP EPS

1,17 USD

1,86 USD

- 37 %

Hauptumsatztreiber war der aus Mediennetzwerken, wie Streamingdiensten, generierte Umsatz mit 7,36 Mrd. USD, welches einem Plus von 24 % entspricht. Lediglich die Umsätze der Sparte ESPN, einem Dienst, der ausschließlich Sportprogramme ausstrahlt, schwächelte. Der aus den Disneyland Parks generierte Umsatz ist um 8 % auf 7,4 Mrd. USD gestiegen, wobei das Hongkong Disneyland Einbußen aufgrund der Unruhen berichten musste. Der Umsatz seitens der Studios hat sich dank der Blockbuster „Frozen 2“ und „Star Wars: The Rise of Skywalker“ verdoppelt.

Die operativen Verluste aus dem Direct-to-Consumer Geschäft, welches insbesondere Streaming-Dienstleistungen umfasst, sind von 136 Mio. USD auf 693 Mio. USD gestiegen. Die operativen Verluste werden sich im zweiten Quartal voraussichtlich noch weiter steigern auf 900 Mio. USD. Hauptgründe hierfür sich weitere Investitionen wie Eigenproduktionen und die Konsolidierung von Hulu, welches Walt Disney im vergangenen Jahr übernommen hat.

Das Highlight – Disney+

Das Highlight des abgelaufenen Quartals war der erfolgreiche Launch des Streaming-Dienstes Disney+, dessen Erfolg alle Erwartungen, die des Unternehmens und die der Analysten, weit übertroffen hat.

Disney+ zählte im abgelaufenen Quartal 26,5 Mio. Abonnenten. Stand Montag waren es sogar bereits rund 28,6 Mio. Abonnenten. Zum Vergleich, der Dienst ist vergangenen November mit 10 Mio. Anmeldungen gestartet. Analysten hatten mit 20 bis 25 Mio. Abonnenten zum ersten Quartal gerechnet. Das Unternehmen hat trotz der guten Abozahlen die längerfristigen Erwartungen nicht angepasst, da es hierfür laut dem Unternehmen „noch zu früh sei“. Walt Disney erwartet somit nach wie vor 60 bis 90 Mio. Abonnenten bis Ende 2024. Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Disney+ Kunde liegt derzeit bei rund 5,56 USD. Nach dem Start von Disney+ in Amerika und in einigen europäischen Ländern stehen im März weitere europäische Länder und Indien an.

Neben Disney+ betreibt Disney auch die Streaming-Dienste ESPN+, welcher nur Sportprogramme ausstrahlt und Hulu, einem Video-on-Demand-Service mit NBC, FOX und ABC Inhalten. Die Anzahl an ESPN+ Abonnenten hat sich im vergangenen Jahr vervierfacht. Aktuell zählt der Dienst rund 6,6 Mio. Abonnenten, wobei ein Abonnent monatlich rund 4,44 USD Umsatz generiert. Die Abozahlen des dritten Services Hulu sind um 33 % auf 30,4 Mio. Kunden gewachsen. Walt Disney plant auch den Dienst Hulu, der aktuell nur in Amerika verfügbar ist, international verfügbar zu machen.


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Als positives Signal für Disney kann des Weiteren gewertet werden, dass im Gegensatz zu Disney+ der von Apple ebenfalls im November gestartete Video-Streaming-Service Apple TV + nur mäßige Erfolge erzielen konnte. Der Service kostet 4,99 USD im Monat. Zum Vergleich, Disney+ kostet rund 7 USD im Monat. Apple Kunden, welche nach dem 10. September ein neues Apple-Gerät gekauft hatten, dürfen 12 Monate lang den Service kostenfrei testen. Laut dem Analystenhaus Bernstein haben derzeit weniger als 10 % der berechtigten Kunden das Angebot in Anspruch genommen.

Ausblick auf Q2 2020

Der Ausblick den Walt Disney für das nächste Quartal gegeben hat, ist gemischt aufgrund des Coronavirus. Walt Disney musste aufgrund des Virus seine Disneylands in Shanghai und in Hongkong schließen. Das Unternehmen erwartet ein Minus von rund 135 Mio. USD seitens des Shanghai Parks und ein Minus von rund 145 Mio. USD seitens des Hongkong Parks basierend auf der Annahme, dass die Parks für rund 2 Monate geschlossen bleiben. Es wird jedoch erwartet, dass die anderen Segmente des Unternehmens auch im nächsten Quartal starke Ergebnisse präsentieren können.

Der wachstumsstarke Streaming-Markt lockt immer mehr Unternehmen. Das Ergebnis sind steigende Ausgaben und fallendes Umsatzwachstum. Eine Vormachtstellung ist somit essenziell, um in diesem Markt langfristig erfolgreich zu sein. Den alteingesessenen Unternehmen Netflix und Amazon droht starke Konkurrenz und gerade Disney hat sich in den vergangenen Monaten als Sieger hervorgetan. Mit drei erfolgreichen Streamingdiensten in verschiedenen Sparten ist Disney inzwischen sehr stark aufgestellt, um sich als langfristig dominanter Player in dem Markt zu positionieren mit weiteren interessanten Einnahmequellen aus anderen Segmenten.


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Ein Blick auf die Aktie

In Reaktion auf die Zahlen ist die Aktie nachbörslich um rund 2,5 % auf 144,73 USD gestiegen. Vorbörslich baut die Aktie den Kursgewinn weiter aus. Seit Ende November konsolidiert die Aktie. Die starken Zahlen könnten nun jedoch die seit ein paar Tagen angefangene Erholung bestätigen und die Aktie auf neue Hochs treiben.

Aus CAN-SLIM-Sicht würden sich für Investoren neue Einstiegs- bzw. Nachkaufchancen eröffnen, wenn die Aktie erfolgreich aus der Konsolidierung ausbricht. Ein Kaufsignal würde generiert werden, wenn die Aktie die Marke 153,51 USD, den optimalen Kaufpunkt, mit hohem Volumen auf Tagesschlusskursbasis überschreitet. Der optimale Kaufpunkt entspricht dem linken Hoch der Konsolidierung. Einstiegsmöglichkeiten sind dann bis 5 % über dem optimalen Kaufpunkt gegeben, das heißt bis rund 161,19 USD.

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Walt Disney - Aktie

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Da Walt Disney im Rahmen meiner Strategie ein Wert aus meiner Kategorie 2 – konservative Aktien ist, spielt für mich persönlich der Einstiegskurs bei diesem Wert jedoch eine vernachlässigbare Rolle. Es gilt regelmäßig zu kaufen und insbesondere Kursschwächen auszunutzen.


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