• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.096,93 $/Unze
  • Gold in Euro - Kürzel: XAUEUR - ISIN:
    Börse: JFD Bank / Kursstand: 1.000,36 €

Am Freitag, den 17. Juli, meldete Chinas Notenbank einen Anstieg ihrer Goldreserven um 57% oder 604 Tonnen. Die offiziellen Goldreserven lagen demnach Ende Juni 2015 bei 1658 Tonnen. Trotz des Anstiegs des Volumens hat sich die Hinterlegung der Devisenreserven Chinas mit Gold von dem Jahr 2009 bis Ende Juni des Jahres 2015 von 1,8% auf 1,65% verringert. Dieser Anteil ist der geringste unter den großen Goldbesitzern der Welt.

Chinas Regierung erklärte, sie habe Gold über zahlreiche inländische und ausländische Kanäle bezogen, um keine Verwerfungen des Marktes zu riskieren. Der Anstieg der Goldreserven werde helfen, die Stabilität von Chinas Devisenreserven zu garantieren. China gab keinen Ausblick darauf, wann oder in welcher Art und Weise man in Zukunft weiteres Gold kaufen werde, es sei jedoch wahrscheinlich, dass man weiteres Gold kaufen würde. Man werde aber flexibel agieren.

Wegen des Crashs der heimischen Aktienmärkte könnte China seine Goldkäufe zunächst gestoppt haben. Das Land leidet unter einem massiven Kapitalabfluss.

Die Zahlungsbilanz des Landes hat sich in den vergangenen Quartalen stark verändert. Der Handelsüberschuss ist deutlich größer, als sonst, in der ersten Jahreshälfte lag er bei 260 Milliarden USD. Vor einem Jahr bei nur 100 Milliarden USD. In den sieben Jahren zuvor waren es nur 75 Milliarden USD. Eigentlich müsste ein solcher Überschuss zu einem Zuwachs der chinesischen Devisenreserven führen. Tut er aber nicht.

Das liegt zum Teil daran, dass China im Handel mit Dienstleistungen Verluste im Außenhandel macht, also mehr Dienstleistungen einführt als ausführt.

Viel wichtiger ist aber, dass Kapital in rauen Mengen die Volksrepublik verlässt. Im zweiten Quartal allein könnten Schätzungen von Goldman Sachs zufolge 224 Milliarden USD aus China herausgeströmt sein, so viel war es noch nie.

Die große Frage ist, wie lange das weiter gehen wird. Rechnet man den Mittelabfluss des zweiten Quartals auf ein Jahr hoch kommt man auf fast 1000 Milliarden USD. Das hat jetzt zwei Folgen. Einerseits dürften die Käufe von US-Staatsanleihen oder anderer Staatsanleihen durch China aufhören. Sie werden auch kein Gold mehr kaufen können.

Wenn das anhält könnte es noch schlimmer werden: China könnte an irgendeinem Punkt gezwungen sein, Anleihen der Industrieländer und vor allem jener der USA zu verkaufen, um die Liquidität zu erhalten. Das wäre sicherlich etwas, was den Normalisierungsprozess der Geldpolitik der US-Notenbank stören würde.