Die Börse ist schon manchmal ein Irrenhaus. Blickt man auf die Kursreaktionen vieler Zykliker in Deutschland nach den jüngsten Prognosesenkungen, muss man sich schon fragen, was die Institutionellen angesichts miserabler Makrodaten denn überhaupt erwartet haben. Obwohl die Aktien bereits zuvor in Grund und Boden verkauft wurden, gibt es immer noch Adressen, die weiter verkaufen. Solange sich dieses Verhalten nicht ändert, muss man das als Trader akzeptieren und sich zurückhalten. Es gibt aber auch positive Ausnahmen. Zum Beispiel diesen Smallcap.

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Die Aktie des Telematik-Spezialisten Init hatte ich erstmalig im März 2018 im Rahmen von Godmode PRO vorgestellt. Der Wert konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen, der Gewinn stieg 2018 nicht um über 70 %, er brach vielmehr weiter ein. Die enttäuschende Aktienkursentwicklung ging also wieder einmal einher mit den Fundamentaldaten. Wiederholt sich dieses Bild, sollte der Titel 2019 eine gute Zukunft vor sich haben. Denn was das Management in der Vorwoche an vorläufigen Halbjahreszahlen präsentierte, kann sich mehr als sehen lassen.

Nachdem im 1. Halbjahr 2018 nur ein operativer Gewinn von 1,1 Mio. EUR angefallen war, vervielfachte sich dieser in den ersten sechs Monaten auf 8,0 Mio. EUR. Damit haben die Verantwortlichen ihr eigentliches Ziel für das Gesamtjahr 2019 von 7,5 Mio. EUR EBIT bereits zur Halbzeit erreicht. Der Halbjahresumsatz legte ebenfalls kräftig zu, von 59,3 auf 77,0 Mio. EUR, was einem Zugewinn von fast 30 % entspricht. Beim Umsatz wirkten sich besser ausgefallene Nachbestellungen der Kunden positiv aus. Auch konnten einige Projekte schneller Umsatz generieren als erwartet. Beim Ergebnis zeigten die ergriffenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung Wirkung. Der Auftragseingang eilt weiterhin von Rekord zu Rekord und beläuft sich aktuell auf 114 Mio. EUR nach 73 Mio. EUR im ersten Halbjahr 2018.

Im Zuge der Mitteilung dieser Zahlen hat das Management bereits angekündigt, die Jahresprognose anheben zu wollen. Das dürfte mit Vorlage der endgültigen Halbjahreszahlen am 8. August passieren. Geht man von einer neuen Zielgröße von rund 10 Mio. EBIT für das Gesamtjahr 2019 aus, würde sich bei einem Multiple von 20 ein Kursziel von rund 20 EUR fundamental ableiten lassen. Init würde dann 2019 in etwa das verdienen, was 2015/16 verdient wurde. Und auch das verdienen, was Analysten erst für das kommende Jahr erwartet hatten. Bis zu den Werten der Jahre 2011 bis 2014, bei denen in der Spitze über 20 Mio. EUR an EBIT ausgewiesen wurden (siehe Grafik), ist Init natürlich noch meilenweit entfernt.

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Quelle: Guidants

Wichtig wird auch sein, dass es sich um keinen einmaligen positiven Ausreißer handelt, sondern wieder ein nachhaltiger Aufwärtstrend in der Gewinnreihe ersichtlich wird. Dann kann auch der Aktienkurs in eine solide Aufwärtsbewegung übergehen. Anbei die aktuellen Schätzungen der Analysten, die sicherlich ebenfalls noch überarbeitet werden:

Jahr 2018 2019e* 2020e*
Umsatz in Mio. EUR 135,85 145,00 151,00
Ergebnis je Aktie in EUR 0,22 0,48 0,65
Gewinnwachstum 118,18 % 35,42 %
KGV 80 37 27
KUV 1,3 1,2 1,2
PEG 0,3 0,8
*e = erwartet

Aus technischer Sicht hat der Titel in diesem Jahr den wichtigen Support bei 12,15 EUR bestätigt. Der übergeordnete Abwärtstrend seit 2015 ist aber noch intakt. Potenzial bestünde zunächst bis zur Trendlinie bei aktuell rund 19,50 EUR. Erst über dem Widerstandsband zwischen 22,00 und 22,50 EUR könnte eine große Trendwende gelingen.

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init-Aktie (Monatschart)

Kurzfristig würde ein Rücklauf auf die Marke von 17,00 EUR noch einmal Einstiegschancen bieten. Das erste Ziel lautet dann 18,65 EUR. Über 14,85 EUR ist der Trend seit April intakt.

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init-Aktie (Tageschart)

Fazit: Die Init-Aktie bietet sowohl eine Turnaround-Story für Investoren als auch eine kurzfristige Tradingchance für all diejenigen, die gerne Events wie Quartalsberichte handeln. Erste gute charttechnische Ansätze sind bereits erkennbar. Bis eine langfristige Trendumkehr konstatiert werden kann, ist es aber noch ein weiter Weg. Hierfür wird auch die Gewinnreihe wieder nachhaltig und nicht nur in einem Quartal positiv ausfallen müssen.