Als aktiver Trader von Aktien, seid ihr mit schwierig kalkulierbaren Eventrisks konfrontiert. Der CEO eines Unternehmens tritt unvermittelt ab, Quartalszahlen und Ausblick fallen unerwartet schlecht aus, der Handelskonflitkt USA vs China hat Auswirkungen, Sanktionen, Renditen springen plötzlich stark an usw. Innerhalb kürzester Zeit kann sich der Kurs einer Aktie massiv bewegen und damit auch euer gesamter Depotwert, wenn eben ein solches Eventrisk einschießt. Wenn ich Indizes trade, gibt es zwar auch Eventrisks, wie beispielsweise Leitzinsentscheide, Arbeitsmarktdaten, Einkaufsmanagerindizes, Verfallstermine, usw., sie sind aus meiner Sicht aber kalkulierbarer und besser handelbar. Wenn ich einen Index handele, diversifiziere ich stark, weil sich der Index aus Kursverläufen all der Indexkomponenten zusammensetzt.

Gelegentlich wird mir entgegnet "Aber Harry, schau mal die Tesla, wie die seit Monaten steigt. Dagegen kannst du mit deinem DAX oder Nasdaq100 oder S&P 500 einpacken." Falsch! Ich kann durch Wahl der Positionsgröße und des Hebels der von mir eingesetzten Handelsinstrumente meine Indexposition ganz nahe an die durchschnittlichen täglichen Tageskursgewinne einer Tesla-Aktie heranziehen. Ich kann die Indexpositionierung sogar so einstellen, dass sie mehr Zug als eine Tesla-Aktie entwickelt. Das mache ich aber nicht, weil es kein scharfsinniges Risiko- und Moneymanagement wäre.

Ein weiterer Punkt spricht für Indexhandel: Ich habe dort bessere Signale. Das ist natürlich eine stark subjektive Einordnung, aber für mich ist es so. Ich kann Indizes besser charttechnisch bewerten, ich kann präzisere und validere Prognoseskizzen und Projektionsziele ermitteln. Bei Aktien passiert es viel öfter, dass sie an einer bestimmten Stelle nicht mehr der Prognoseskizze folgen, weil urplötzlich aktienspezifisch schwer kalkulierbare Themen einschießen. Bestes Beispiel: Die vor geraumer Zeit anspringenden US-Renditen. Plötzlich seit Februar beginnen US-Technologieaktien, die lange Zeit Zugpferde der Märkte waren, underzuperformen. Obwohl EZB und FED unverändert die Liquiditätsschleusen offen halten, - Niedrigzins + Quantitative Easing -, brechen die Aktienkurse vieler beliebter Technologieaktien innerhalb weniger Tage und Wochen um 20-30 % ein. So schnell kann der Anleger nicht schauen und vor allem reagieren. Hält er 10-20 Aktienpositionen ist er plötzlich damit konfrontiert, dass wie ein Dominostein nach dem anderen umfällt, eine Position nach der anderen durch den Stoploss rasselt und Verluste einbringt. Anders die Situation in meinem Indexhandel. Ich halte meist maximal eine handvoll Positionen. Kommt Unruhe in den Markt, sehe ich dies meist schnell und nehme die Positionen kurzzeitig raus, um nicht verwundbar mit ihnen im Markt zu stehen. Beruhigt sich das Bild, kann ich die Charts weiter gut lesen und einordnen, steige ich ihn Ruhe wieder ein. Vor dem Corona-Sell Off im Februar 2020 bin ich mit dem Echtgelddepot, das ich auf Guidants PROmax führe, 100 % Cash gegangen. Ebenso zu Beginn des kleinen zweiten Corona-Sell Offs oder zu Beginn der Februarkorrektur in diesem Jahr. Klar, meine Indexpositionen rutschen dabei zu Beginn der Marktkorrekturen auch ins Minus, aber ich entscheide mich, rauszugehen, um nicht in den vollen Abverkauf am Markt hineinzugeraten.

Eingesetzte Handelsinstrumente: ETFs, Knock Out Produkte, Futures, CFDs.

Keine Frage: Ein echter langfristig ausgerichteter Investor geht mit seinem Portefeuille durch dick und dünn. Sprich er hält während Crashphasen und Bärenmärkten seine Positionen konsequent durch. Das setzt natürlich voraus, dass die richtigen Aktien gehalten werden. Immer mehr Aktien bleiben langfristig auf der Strecke. Hält der Investor die falschen Aktien, hilft ihm auch der langfristige Anlagehorizont wenig.

Dieser Artikel soll lediglich Denkanstöße liefern. Was für mich richtig ist, muss nicht für diesen oder jenen Leser richtig sein. Wir sind alle unterschiedlich mental und emotional gestrickt. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Risikoprofilen, wir haben unterschiedliche Ausgangspunkte, was die Kapitalisierung anbelangt. Vielleicht ist aber der eine oder andere Punkt dabei, der einigen Leserinnen und Lesern nützen kann.

Wichtige Tradingregel: Du musst Warten können

Wichtige Tradingregel: Kenne dein Signal!

Wichtige Tradingregel: Akzeptiere Verluste!

Wichtige Tradingregel: Setze nicht auf den lucky Punch!

Tradingalltag - Der Supergau!

Tradingalltag - Emotionaler Schmerz entgangener Gewinne

Wichtige Tradingregel: Keine Brechstange!

Wichtige Tradingregel: Halte zuerst eine Zehe ins kalte Wasser

Anlegertypen: Sag es, sag es! Sag, was ich hören will!

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