• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 8.636,94 Punkte

So wie heute schafft der FDAX innerhalb von einer Sekunde oder 1000 Millisekunden einen Anstieg von 24,50p. Das ist wirklich extrem, denn selbst in der Time und Sales liste ist so ein Sprung kaum zu sehen, weil es viel zu schnell geht. Als Trader wird man von dieser Bewegung nur dann profitieren können, wenn man davor investiert war. Alle anderen Trader, die eventuell um 8630p. einen Trade eröffnen wollten oder eventuell einen Shorttrade schließen wollten. Dürften sehr wahrscheinlich eine Ausführung abweichend vom eigentlichen Kurs, wo Sie ein- oder aussteigen wollten bekommen haben. Diese Abweichung nennt man in der Fachsprache Slippage. Besonders im CFD Bereich kann es bei so einem Sprung in einer Sekunde passieren, dass man 10 bis 20 Punkte Slippage bekommt. Der Broker kann gar nicht so schnell nachkommen, wenn sich wie vorhin der FDAX um ca.25 Punkte bewegt. Viele denken, dass das im Futurehandel besser wäre und man eine bessere Ausführung bekommt. Das muss nicht so sein. Nehmen wir an, dass vor mir ein Trader mit 280 Kontrakten kauft, dabei spielt es keine Rolle ob es ein Positionseröffnung oder Schließung ist.(im Bild rechts mit pink dargestellt) Diese Order wird abgearbeitet und führt dazu, dass alle Limitverkäufer bis 8636p. bedient werden und damit steht der FDAX nach der großen Order 8p. höher. Bei dem Anstieg wurde meine Stoppbuy Order (im Bild rechts mit blau dargestellt) getriggert und zum nächstmöglichen Kurs ausgeführt. Während des triggerns wird noch die pinke Order abgearbeitet, also bekomme ich danach den nächsten Kurs und der liegt bei 8636,50p. und damit habe ich eine Slippage von 6,50 Punkten oder 162,50€ teurer gekauft pro Kontrakt.

Auf der linken Seite des Bildes sieht man den 1 Tick Chart. Das bedeutet es ist jedes Handelsgeschäft dargestellt. Diese Darstellung ist die kleinstmögliche und es ist schon krass, dass es innerhalb der Sekunde nochmal massive Kurssprünge von teilweise 15p. hin und her gibt. Ich erinnere nochmal daran, wir reden hier von Kursschwankungen innerhalb einer Sekunde und nicht von Minuten oder Stunden.

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Die Kurssprünge werden von großen Marketorders oder Stopporders ausgelöst. So wurde innerhalb der Sekunde 1061 Kontrakte an Volumen getradet und ca. 443 Trades abgewickelt. Als Trader kann man sich nur beim Einstieg vor diesen Kurssprüngen schützen, wenn man zum Beispiel eine Stoppbuy Limit Order aufgibt. Das limit gibt dabei den maximalen Preis an, den man bereit ist zu bezahlen. Liegt der Kurs nachdem meine Stopporder getriggert wird über meinem Limit, dann wird die Order nicht ausgeführt. Bei einem Exit, muss man diese Slippage in Kauf nehmen, denn der Schutz des Kapitals ist das Wichtigste, auch wenn man ab und zu etwas mehr verliert. Aber es hatte auch passieren können, dass der FDAX in der nächsten Minute nochmal 20 oder 30 Punkte steigt, dann wäre man froh gewesen mit Slippage aus dem Markt zu sein.

Fazit: Man kann sich davor nur bedingt schützen. Man sollte aber sein Orderverhalten anpassen, denn diese Sekundensprünge kommen im DAX zumindestens mehrmals in der Woche vor und als Intradaytrader ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man hier und da von seinem 1sek. Sprung erwischt wird.

Ich wünsche Ihnen weiterhin erfolgreiche Trades.

Ihr Heiko Behrendt
Leiter des Tradingservice - Highspeed Daytrader

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