Wenn ich auf Messen oder online Vorträge halte, komme ich mit Anlegern unterschiedlichster Ausrichtung gerne ins Gespräch. Manche Anleger können mir nicht genau sagen, weshalb sie einen Kauf tätigen. Nicht selten ändert sich die grundsätzliche Meinung zu einer Aktie oder zum Markt sogar schon bei starken Intradaykursschwankung. Bei einen steigenden Markt erzählt mir Anleger A, dass Aktie B die Zukunft sei. Das Unternehmen sei Marktführer, habe enorme Gewinnmargen, könne international hochskalieren, etc. Außerdem gab es im Anlegermagazin einen tollen Artikel über Aktie B. Am Nachmittag rutschen die Kurse ab, Dow Jones und S&P 500 geben anfänglich deutliche Gewinne ab und es kommt zu Intraday Sell Offs. Anleger A berichtet mir plötzlich, dass er schon immer wußte, dass das Finanzsystem zusammenbrechen werde. Ob er auch jetzt noch Aktie B kaufen wolle ? Nein. Denn niemand und nichts könne sich dem Abwärtssog entziehen. Außerdem mal im Ernst, die Aktie sei total überwertet.

Dieser Anleger hat keinen roten Faden bei der Bewertung des von ihm gehandelten Basiswert. Es läßt sich von Kursausschlägen diktieren, wie er Signale wertet. Ihm fehlt die Fähigkeit der Selbstreflexion. Ihm ist nicht bewußt, dass er eigentlich nicht rational, sondern emotional bewertet und handelt.

Deshalb folgender Ratschlag: Kenne dein Signal!

Wie definiert es sich ? Wenn du einen Trade eröffnen möchtest, liegen die Definitionen, die Kennzeichen deines Signals ganz konkret vor ? Wenn ja, dann mache den Trade. Punkt. Oder aber ist dein Signal einfach nur ein intraday plötzlich steigender Markt und das Gefühl "Oh, jetzt gehts los". Das wäre leider zu wenig für ein Signal.

Gerade bei kurzfristig aktiven Anlegern entstehen konkrete Signale im Bereich der charttechnischen Analyse:

Candlestickformationen, klassische Formationen, Indikatoren Setups, Fibo- und Trendlinien Setups, bestimmte Wellen eines EW Counts etc.

Bei langfristig ausgerichteten Anlegern entstehen konkrete Signale im Bereich der fundamentalen Analyse, wenn beispielsweise eine Aktie in ein bestimmtes Preisband gefallen ist, das für den Anleger eine angemessene fundamentale Bewertung bedeutet.

Gehe dann einen Trade ein, wenn du im Markt dein Signal siehst. Gehe dann den Trade ein, wenn alle Bedingungen für dein Signal erfüllt sind. Wenn die Bedingungen seines Signals nicht erfüllt sind, gibt es keinen Grund bei anziehendem Markt einzusteigen! Punkt.


Wichtige Tradingregel: Du mußt Warten können