Gestern stieg die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Oktober von 28% auf 39%, für Dezember wird jetzt schon eine Wahrscheinlichkeit von 64% veranschlagt. Das war die Reaktion auf Dennis Lockhart, er ist der Präsident der Notenbank von Dallas. Er sagte, die Notenbank stehe kurz davor, einen baldigen Zinsschritt zu beschließen. Die Wirtschaft müsste sich schon signifikant abkühlen, dass dieser Schritt noch aufzuhalten wäre.

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Das alles hat zu einem Anstieg der kurzfristigen Zinsen bei US-Staatsanleihen geführt, die langfristigen blieben ungefähr da, wo sie waren.

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Die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen fallen recht steil.

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Die Laufzeit zehn Jahre sinkt etwas flacher...

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Die Laufzeit fünf Jahre noch etwas flacher..

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Die Renditen am kurzen Ende sind die einzigen, die auf wachsende Zinserwartungen reagieren. Die große Frage ist, was verpassen wir da gerade? Was sieht der Anleihenmarkt, was wir nicht sehen? Ist es China? Ist es die wirkliche Situation der Weltwirtschaft? Ist es ein Abrutschen der Inflation? Eine Zinsanhebung ist ja letztendlich ein Schritt, der die Wirtschaft bremst, und sie senkt die ohnehin eher schwachen Inflationserwartungen, beides ist positiv für langfristige Anleihen.

Man sollte nun engmaschig den Goldpreis, EUR/USD und andere Dollar-Währungspaare beobachten. EUR/USD etwa steht wieder an der zentralen Unterstützung bei 1,0810 USD, Kurse darunter würden wahrscheinlich eine zweite Ausverkaufswelle auslösen. Dann würde die Parität in greifbare Nähe rücken. Im Mai und Juni bildete sich ein Doppeltopp im EUR/USD. Das Ziel daraus liegt im Bereich von 1,01 USD.

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EUR/USD: Zentrale Unterstützung liegt bei 1,0810 USD