• EUR/USD - Kürzel: EUR/USD - ISIN: EU0009652759
    Börse: FOREX / Kursstand: 1,0953 $
  • S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: Chicago Mercantile Exchange / Kursstand: 2.100,45 Punkte
  • Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 1.090,98 $/Unze

Vor einer Leitzinserhöhung will die US-Notenbank noch zwei Bedingungen erfüllt sehen, wie sie bei ihrem Zinsentscheid in der vergangenen Woche klargestellt hat. Einerseits muss auf dem Arbeitsmarkt eine "gewisse weitere Verbesserung“ erkennbar sein. Diese Bedingung dürfte nicht allzu schwer zu erfüllen sein. Die nächste Gelegenheit dazu besteht bereits am Freitag, wenn die offiziellen US-Arbeitsmarktzahlen für Juli veröffentlicht werden.

ANZEIGE

Viel schwieriger dürfte die Erfüllung der zweiten Bedingung werden. Denn die US-Notenbank will sich vor einer Zinserhöhung "recht sicher" sein können, dass sich die Inflationsrate mittelfristig wieder in Richtung des Ziels von zwei Prozent bewegt. Tatsächlich hat sich die Inflationsrate dem Ziel von zwei Prozent in den vergangenen Monaten nicht etwa angenähert, sondern immer weiter davon entfernt.

Als Inflationsmaß bevorzugt die US-Notenbank gegenüber den Verbraucherpreisen den Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Preisindex oder PCE-Deflator). Die folgende Grafik zeigt die Jahresveränderungsrate beim PCE-Preisindex. Demnach lag die Teuerungsrate im Juni nur bei 0,3 Prozent. Auch wenn eine Bodenbildung möglich ist, so scheint das Ziel von zwei Prozent doch in großer Entfernung zu sein.

Zinswende-So-wird-das-nichts-Chartanalyse-Oliver-Baron-GodmodeTrader.de-1

Quelle (Grafik): Federal Reserve Economic Data - FRED - St. Louis Fed

Verantwortlich für die schwache Inflation sind vor allem der Einbruch beim Ölpreis und der starke US-Dollar. Betrachtet man beim PCE-Preisindex die Kernrate, bei der die stark schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise nicht berücksichtigt werden, so lag die Teuerungsrate zuletzt bei 1,3 Prozent. Das ist zwar deutlich näher am Ziel von zwei Prozent, aber auch bei der Kernrate ist in den vergangenen Monaten ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen gewesen. Von einer nennenswerten Annäherung an das Zwei-Prozent-Ziel ist jedenfalls nichts zu sehen.

Zinswende-So-wird-das-nichts-Chartanalyse-Oliver-Baron-GodmodeTrader.de-2

Quelle (Grafik): Federal Reserve Economic Data - FRED - St. Louis Fed

Fazit: Nachdem im Zusammenhang mit der Zinswende bisher die Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt im Fokus stand, dürfte nun die Inflation zum entscheidenden Faktor werden. Bisher ist nicht erkennbar, wie auf absehbare Zeit das Inflationsziel von zwei Prozent wieder erreicht werden soll. Eine Zinserhöhung im September dürfte damit ziemlich unwahrscheinlich geworden sein. Die Zinswende könnte sogar ins nächste Jahr verschoben werden, wenn die Inflation nicht einen Zahn zulegt.