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Genf (GodmodeTrader.de) - Es ist mittlerweile fast zwölf Monate her, seit die beliebte Fernsehserie „The Apprentice“ in das Weiße Haus eingezogen ist. Wie zu erwar­ten, war diese Staffel der Reality-Show prall gefüllt mit Drama, Schimpfwörtern und Ent­lassungen – ganz zu schweigen von all den durchgesickerten Twitter-Mitteilungen direkt aus dem West Wing. Aber mal im Ernst: Was hat Donald Trump im ersten Jahr seiner Präsi­dentschaft erreicht? Nicht viel, konstatiert Hartwig Kos, Vice-CIO und Co-Head of Multi Asset bei SYZ Asset Management, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

„Vor einem Jahr bejubelten ihn die Anleger als Retter des kleinstädtischen Amerika – alle sprachen von der Wiederbelebung der US-In­dustrie und amerikanischen Jobs für ameri­kanische Bürger. Die Stimmung stieg, ebenso wie die Kurse von Small Cap- und Banke­naktien. Trump selbst forderte wiederholt und lautstark die Aufhebung und Ersetzung von Obamacare sowie eine Steuersenkung und versprach den Amerikanern ein Infras­trukturpaket im Umfang von einer Billion US-Dol­lar. Doch was ist tatsächlich geschehen? Obamacare ist immer noch in Kraft, die Debatte über die Steuerreform hat gerade erst begonnen. Und das Versprechen, die US-Infrastruktur zur besten der Welt zu machen? Darum ist es ebenfalls auffällig still gewor­den“, so Kos.

Die US-Wirtschaft brumme jedoch weiter mun­ter vor sich hin und der S&P 500 sei sieben Monate in Folge gestiegen und habe seit Jahresbe­ginn über 50 neue Höchstwerte markiert. Habe Trump irgendetwas mit dem Feuerwerk an der Wall Street und dem soliden Wachstum der US-Wirtschaft zu tun? Nicht viel. Der sogenannte „Trump Trade“ habe sich in den ersten acht Monaten des Jahres völlig umgekehrt – ein Zeichen für die allgemeine Enttäuschung der Anleger über die bisherige Präsidentschaft von Donald Trump, heißt es weiter.

„Zwar stimmt es, dass die Aussicht auf Steuersenkungen die Reflationsgeschäfte seit September etwas belebt hat. Man kann allerdings einwenden, dass ein möglicher Er­folg im Hinblick auf die US-Steuerreform mit oder ohne Trump zustande kommen könnte. Angesichts der Halbzeitwahlen im Jahr 2018 steht die Republikanische Partei – die die Kontrolle über das Repräsentantenhaus und den Senat hat – unter einem enormen Druck, zumindest ein Vorzeigegesetz zu verabschie­den. Aufgerüttelt durch diesen Zwang könnte die „Grand Old Party“ endlich ihre Differenzen überwinden und einen Gesetzentwurf durch­bringen. Trump sorgt größtenteils nur für Wirbel – das allerdings sehr laut“, so Kos.