Dan Zanger von Chartpattern.com rückte zum ersten Mal in das Licht der Öffentlichkeit, als er in einem Artikel des Fortune Magazine seine erstaunliche Geschichte erzählte. Der Titel des Artikels war „Meine Aktien sind 10 000 Prozent im Plus“, und er erklärte darin, wie er es geschafft hatte, 11 000 Dollar in 18 Millionen Dollar zu verwandeln, und das in nur 18 Monaten. Dabei wurde aber nicht erwähnt, dass Dan Zanger nach insgesamt 23 Monaten sogar 42 Millionen Dollar erreichte. Neben diesen unglaublichen Gewinnen wurde aber in dem Artikel nicht genauer darauf eingegangen, wie seine Trading-Strategie funktioniert. Es blieb daher unbekannt, welche Indikatoren er benutzt, welche Philosophie er verfolgt und wie sein typischer Trading-Tag aussieht. Einzig die Aussage, dass Dan ein bestimmtes Marktverhalten vor großen Rallys beobachtet, gab Hinweise auf seine Methodik. Der Artikel hat dennoch das allgemeine Interesse an der Kunst der Technischen Analyse verstärkt, indem an einem realen Beispiel gezeigt wurde, welche Möglichkeiten im Trading bestehen, wenn man die notwendigen Fähigkeiten sowie eine persönliche Begeisterung dafür besitzt.

FRAGE: Erzählen Sie uns von Ihrem Trading in den letzten Jahren.
Zanger: Nun, in den letzten beiden Jahren habe ich etwa 400 Prozent Performance erwirtschaftet, was meiner Meinung nach sehr gut ist, wenn man bedenkt, dass der US-Markt nur acht Prozent in 2004 und zwei Prozent in 2005 gestiegen ist.

FRAGE: Haben Sie neue Ansätze entwickelt?Zanger: Ich habe keine neuen Ansätze. Die Methoden, die ich in den letzten 15 Jahren angewandt habe, funktionieren auch heute die meiste Zeit sehr gut. Das einzig Neue ist, dass ich auch tief im Geld liegende Kaufoptionen auf die am stärksten steigenden Aktien nutze. Beispiele für solche Werte sind Google Inc. (GOOG), Chicago Mercantile Exchange (CME) und einige andere mit Kursen über 150 Dollar. Der Hebel ist bei dieser Strategie sehr angenehm.

FRAGE: Können Sie uns einige Details zum „Chart-Lesen“ erklären? Sie sagen, dass Sie sechs Jahre lang täglich Charts studiert haben, bis Sie diese mit Erfolg lesen konnten. Was haben Sie entdeckt?Zanger: Ich habe entdeckt, dass sich Chartmuster bei den großen Gewinneraktien ständig aufs Neue wiederholen. Das Geheimnis des Chart-Lesens ist die Fähigkeit, die Muster zu erkennen. Diese Fähigkeit kann man nur durch Training erreichen, die Augen müssen auf Mustererkennung trainiert werden – dies erscheint anfangs nahezu unmöglich.

FRAGE: Viele Trader, die mit kleinen Konten beginnen, scheitern innerhalb weniger Monate. Sie haben auch mit einem relativ kleinen Konto begonnen, aber in kürzester Zeit mehrere Millionen daraus gemacht. Denken Sie, dass Ihre Fähigkeiten von anderen Tradern nachgebildet werden können?Zanger: Ich habe mit einem kleinen Konto begonnen, da auch ich vorher einige Male pleite war, bis ich den Dreh heraus hatte. Der Schlüssel ist, nicht Bankrott zu gehen, um soviel wie möglich an Tradingkapital übrig zu behalten. Wenn man dann in einen starken Bullenmarkt gerät, hat man das nötige Geld, die Chart-Lese-Fähigkeiten und die richtige Denkweise, um die stärksten Bewegungen im Markt zu kaufen und die Positionen für den Ritt des Lebens zu halten. Daher ist es sicher möglich, meine Strategie nachzumachen, aber ebenso wichtig ist es, die richtigen Vorraussetzungen dafür zu haben, um in solch kurzer Zeit einen ähnlichen Erfolg haben zu können. Extrem starke Märkte wie 1998/1999, mit all den parabelförmigen Kursverläufen, die mir meine Gewinne eingebracht haben, gibt es sehr selten, aber es gibt sie.

FRAGE: Was waren Fehler, die Sie zu Beginn Ihrer Tradingkarriere begangen haben?Zanger: Ich war ein typischer Anfänger, wie jeder andere auch. Niemand hatte mir erzählt, was eine Korrektur ist und ich wusste nicht, dass mich eine Korrektur ausknocken kann, wenn ich auf Margin spekuliere. In meinem ersten Bullenmarkt machte ich schnell 400 Prozent Gewinn. Einige Monate später setzte eine Korrektur ein und ich gab meine Gewinne wieder ab, das war meine erste Lektion. Die zweite war es, niemals an eine Aktie zu „glauben“ und die dritte, niemals alles auf eine Karte zu setzen. Ich wurde bei einigen Aktien auf dem falschen Fuß erwischt, als ich gerade zu 100 Prozent investiert war. Ich dachte damals, dass diese Aktien nichts anderes als steigen können. Dann kam der Tag, an dem die Aktien mehr als zehn Dollar einbrachen, während ich zu 100 Prozent auf Margin investiert war. Da diese Aktien zwischen 30 und 45 Dollar notierten, traf mich ein 15 Dollar-Verlust über den Hebel besonders hart.

FRAGE: Wie sieht Ihr genereller Trading-Ansatz aus? Sind Sie immer noch ein Momentum Trader wie 1998/1999?
Zanger: Ich bin immer ein Momentum Trader gewesen und bleibe es auch. Ich erwarte eine starke Bewegung, und zwar jedes Mal, wenn ich einen Trade eröffne. Ich kann es nicht mit meinem Handelsstil vereinbaren, die Geduld für die langsamen Aktien aufzubringen. Das heißt, wenn sich die Aktie nicht schnell genug bewegt, bevorzuge ich es, an der Seitenlinie zu warten, bis sich eine interessante Aktie anbietet. Ich muss zugeben, dass ich dadurch einige große Bewegungen bei den langsamen Aktien verpasse, aber an dieser Tatsache kann ich eben nichts ändern.

FRAGE: Hatten Sie Probleme mit der niedrigen Volatilität und dem schwachen Momentum in den letzten Jahren?Zanger: Der Markt scheint sich in der jüngeren Vergangenheit nur für kurze Zeit schnell zu bewegen, um sich dann wieder zu konsolidieren oder sich schwankend weiterzubewegen. Dieses Verhalten besteht nun schon länger als ich es je zuvor beobachtet habe. Für mich bedeutet das, monatelang vor meinem Monitor herumzusitzen, auf die nächste Bewegung nach oben zu warten und diese dann sechs bis acht Wochen zu handeln, um anschließend wieder abzuwarten. Dieses Marktverhalten zieht kaum kurzfristig orientierte Trader an, denn diese wollen schnelle Gewinne machen, aber zurzeit gibt es so etwas einfach nicht.
Jedes mal, wenn diese Trader in den Markt zurückkehren, ist die Bewegung bereits vorbei. Der Markt ist derzeit nur für geduldige Händler geeignet, die es schaffen, die große Langeweile auszuhalten. In den letzten zwei Jahren habe ich meine Gewinne jeweils in nur drei bis vier Monaten erzielt, alle anderen waren Break-Even oder im Verlustbereich.

FRAGE: Sind Rohstoffe Ihrer Meinung nach der aktuell „heißeste“ Markt?Zanger: Zum Zeitpunkt dieses Interviews (September 2006) scheint es so, als sei der große Bullenmarkt bei den Rohstoffen bereits zu Ende, ähnlich ist die Situation bei Immobilien. Da Gelder aus diesen beiden zuvor führenden Anlageklassen abfließen, sollte zusätzlicher Treibstoff für Aktien zur Verfügung stehen.
Aktuell habe ich eine Verlagerung des Interesses vor allem hin zu Technologieaktien und Einzelhandelswerten beobachtet, daher sollte das der Ort sein, an dem man zurzeit nach guten Trades Ausschau halten sollte.

FRAGE: Benutzen Sie Risiko- und Money-Management, um sich davor zu schützen, ähnlich große Verluste wie im letzten Bärenmarkt zu erleiden?Zanger: Ich habe viel gelernt in diesem „einmal in 30 Jahren” Bärenmarkt von 2000 bis 2003. Die Lösung ist, in Bärenmärkten nicht zu handeln, dann verliert man auch kein Geld.

FRAGE: Woher wissen Sie, dass ein Bärenmarkt vorliegt?Zanger: Technisch betrachtet, handelt es sich um einen Bärenmarkt, wenn der Markt 20 Prozent oder mehr von dem letzten Hoch gefallen ist. Natürlich kann es Bärenmarkt-ähnliche Situationen geben, wenn den Aktien im breiten Markt die Luft ausgeht oder nach einem Kursanstieg dieser wieder völlig korrigiert wird. Diese Szenarien sind für mich bärisch und somit sehr gefährlich, selbst wenn die großen Indizes weniger als 20 Prozent gefallen sind. Dieses Marktverhalten kann auch als Vorbote zu später eintretenden Kursverlusten in den großen Indizes interpretiert werden.

FRAGE: Wieso handeln Sie nur Bullenmärkte? Welche Erfahrungen haben Sie mit Leerverkäufen gemacht?Zanger: Ich bin der Meinung, dass man das wirklich große Geld nur in Bullenmärkten machen kann. Eine Aktie kann maximal 100 Prozent fallen, aber theoretisch unendlich weit ansteigen. Gute Beispiele dafür sind Aktien wie Taser Inc. (TASR) vor einigen Jahren, oder CMGI während der Internetblase, diese Aktie stieg unglaubliche 5 000 Prozent in etwa 20 Monaten! Der Leerverkauf ist sehr schwierig für mich, da ich normalerweise den stärksten Aufwärtsbewegungen folge. Wenn die Kurse fallen, könnten einige Trader annehmen, die Aktie sei billig, und kaufen diese – dann würde die Aktie jedes mal schnell wieder ansteigen, zumindest weit genug, um mich aus meiner Position zu drängen. Dennoch habe ich einige sehr große Gewinne durch Leerverkäufe erzielt. Im Januar 2005 hatte ich zum Beispiel 160 000 Aktien von Ebay (EBAY) bei einem Kurs von 106 Dollar geshortet, ich rechnete mit schwachen Quartalszahlen. Diese wurden dann auch tatsächlich sehr schwach gemeldet, und die Aktie brach nachbörslich um ganze 20 Dollar ein. Das brachte mir einen satten Gewinn von 3,2 Millionen Dollar in weniger als einer Stunde ein.

FRAGE: Wieviel Ihres Risikokapitals riskieren Sie für einen einzelnen Trade?Zanger: Das hängt davon ab, wie liquide die Aktie ist und wie schnell sie sich bewegt. Ich kann bis zu 30 Prozent auf eine Aktie setzen, die gerade beginnt, sich aus einer Konsolidierung herauszubewegen und die mir so den Start einer neuen Marktbewegung anzeigt.

FRAGE: Wie gehen Sie mit offenen Trades um? Auf welchen Zeithorizont stimmen Sie Ihre Trades ab?Zanger: Ich schaue mit den Augen eines Falken auf meine offenen Positionen, ich kann kaum vom Monitor wegsehen. Je nach Markt und Liquidität der Aktie bin ich normalerweise bis zu zehn Wochen in einem Trade. Aber einige Positionen schließe ich auch schon nach ein oder zwei Wochen.

FRAGE: Wie setzen Sie Ihre Stopps?Zanger: Ich setze meine Stopps ziemlich nah, mit einem Spielraum von etwa zwei Dollar, bei sehr teuren Aktien wie zum Beispiel Google von etwa vier Dollar. Ich muss zugeben, dass ich oftmals bereits vor diesem Stopp aussteige, normalerweise bei einem Verlust von weniger als einem Dollar pro Aktie.

FRAGE: Es muss sehr hart sein, so oft aussteigen zu müssen. Wie gehen Sie mit diesem psychologischen Problem um? Ist es einfach für Sie, die Verluste stets zu begrenzen, oder müssen Sie jedes Mal mit sich kämpfen, wenn es um den Ausstieg im Verlustfall geht?Zanger: Es ist nicht besonders schwierig für mich, da der psychologische Faktor eine generelle Komponente des Tradens ist. Insgesamt kann man sagen, dass man oft ausholen muss, um den Ball letztlich einige Male richtig zu treffen. Für mich ist es umgekehrt sogar recht leicht, die Verluste zu begrenzen, ich tue das sehr oft. Aber ich muss zugeben, dass dieses Vorgehen in einem nervösen, richtungslosen Markt das eigene Konto schnell dezimieren kann – das ist eben ein Teil des Spiels. Es ist schwierig, diese gefährlichen Marktzustände stets richtig zu identifizieren und das eigene Verhalten daran anzupassen.

FRAGE: Handeln Sie nur Aktien?Zanger: Ja, Aktien sind der absolute Schwerpunkt, mit einem Anteil von etwa 98 Prozent. Manchmal handle ich einige S&P E-Mini-Futures.

FRAGE: Kennen Sie Muster, die seit jeher profitabel zu handeln waren und es noch immer sind?Zanger: Es gibt eine Vielzahl an Kursmustern, die gut funktionieren. Eines der besten Chartmuster ist der Flat Channel. Außerdem sind die Formationen Bullish Flag sowie Cup and Handle sehr gute Muster, die ich auch bevorzugt handle.

FRAGE: Können Sie uns das Flat Channel Pattern etwas genauer erläutern?Zanger: Das Flat Channel Pattern ist ein hervorragendes Setup, bei dem eine Seitwärtsbewegung bzw. Konsolidierung über einen ausgedehnten Zeitraum erfolgt. Dieses Muster zeigt an, wo bestimmte Marktteilnehmer kaufen, nämlich bei Kursrücksetzern. Dies erzeugt eine Unterstützung des Kurses auf dem jeweiligen Niveau. Ein gutes Beispiel ist in Bild 1 zu sehen.

FRAGE: Wie viele verschiedene Setups handeln Sie?Zanger: Ich nutze mehrere verschiedene Setups, wie die bereits genannten Kursmuster. Dazu nutze ich einige andere Setups für kürzerfristige Swingtrades mit kleinerem Gewinnpotenzial. In starken Märkten, die bereits eine Weile gelaufen sind, steige ich teilweise nur auf der Grundlage von Tages-Bars ein.

FRAGE: Können Sie näher auf Swing-Trading Strategien eingehen?Zanger: Um ein effektiv handelnder Swing-Trader zu werden, muss man nicht nur die Chartmuster lesen können, sondern auch das Verhalten der Aktie insgesamt verstehen. Ich nutze Volumen und Preis als vorrangige Indikatoren, um zu bestimmen, wie lange ich eine Aktie halten sollte. Die meisten meiner Swing-Trades halte ich weniger als zwei Wochen. Wenn ich ein ungewöhnliches Verhalten oder zu hohes Volumen registriere und wenn dann die Aktie nicht mehr weiter steigt, baue ich meine Position ab. Zusätzlich ist es für mich ein klares Ausstiegssignal, wenn ich feststelle, dass die Aktie zunehmend aus dem Blickfeld institutioneller Anleger verschwindet.

FRAGE: Nutzen Sie Indikatoren oder Oszillatoren?Zanger: Ich mag den McCellan Summation Index, dies ist ein bekannter Marktbreite-Indikator, der aus der Anzahl steigender und fallender Aktien eines bestimmten Marktes abgeleitet wird. Der Oszillator wird für den Summation Index täglich berechnet und aufsummiert, was eine längerfristige Betrachtung ermöglicht, um den übergeordneten Trend des Marktes einschätzen zu können. Oft verwende ich den SK-SD Oszillator, welcher bei AIQ im Chart angezeigt werden kann (Bild 2). Dieser Oszillator beinhaltet zwei Komponenten. SK ist typischerweise ein 3-Tage Gleitender Durchschnitt über den Stochastik-Oszillator. SK wird dann erneut über die gleiche Anzahl an Tagen geglättet, um die SD-Komponente zu erzeugen. Ich nutze den Oszillator in angepasster Variante (Verwendung des 10-Tage Gleitenden Durchschnitts), da dies eine bessere Einstellung speziell für Aktien ist.

FRAGE: Wie sieht es bei Ihnen mit Statistiken aus? Können Sie zum Beispiel etwas über Ihren durchschnittlichen Gewinntrade sagen?Zanger: Das würde ich wirklich gern tun, aber ich habe keine Ahnung von Statistiken. Ich kann nur soviel sagen: mein Buchhalter sagte mir letztes Jahr, dass ich sehr viele Verlusttrades habe, dass er aber keine Probleme sieht, solange diese so klein bleiben.

FRAGE: Welche Software nutzen Sie? Muss es stets die neueste und schnellste sein oder geben Sie sich mit Altbewährtem zufrieden?Zanger: Ich nutze das gleiche Chartprogramm, das ich seit 15 Jahren benutze. Es gibt da nicht viel Neues und auch keinen Grund für einen Wechsel, da Aktien aus Konsolidierungen ausbrechen und starke Trends etablieren, ganz so wie es schon immer war.

FRAGE: Wie viele verschiedene Aktien verfolgen Sie, um Ihre Titel zu selektieren? Und wie viele Aktien handeln Sie gleichzeitig?Zanger: Ich untersuche jeden Tag nach Börsenschluss etwa 1 200 Aktien mit meinem Chartprogramm. Die viel versprechenden Titel ziehe ich dann auf meinen Monitor, auf dem ich mir dann die 50 bis 60 besten Aktien ansehe. Die Anzahl an Aktien, die ich gleichzeitig handle, hängt von der Breite und Stärke des Marktes ab. Manchmal trade ich nur fünf bis sieben Aktien, aber es können auch manchmal mehr als 20 sein. Die besten Ergebnisse erziele ich, wenn ich relativ wenige Aktien gleichzeitig handle.

FRAGE: Glauben Sie, dass es wieder einen Bullenmarkt wie 1998/1999 geben wird?Zanger: Nun ja, es gab mehrere Preisblasen in der Geschichte, zum Beispiel die Tulpenblase oder die Aktienblasen 1929 und 1999/2000. Daher bin ich sicher, dass es früher oder später wieder Übertreibungen geben wird. Und tatsächlich habe ich gehört, dass es dieses Jahr eine Blase im Aktienmarkt von Dubai gab, der Grund waren die hohen Ölpreise. Sicherlich wird auch China eine Blase ausbilden, ähnlich wie Japan vor 20 Jahren. Und vergessen wir nicht die Immobilienblase in den USA. Es scheint stets irgendwelche Blasen irgendwo auf der Welt zu geben, und ich hoffe, dass ich dabei sein werde, wenn es wieder soweit ist.

FRAGE: Was ist der größte Fehler, der im Trading begangen werden kann? Und was sind die wichtigsten Voraussetzung für den Erfolg?Zanger: Das Wichtigste ist es zu lernen, schnell die Verluste zu begrenzen und diese dabei stets auch sehr klein zu halten. Man darf niemals eine Ausnahme machen, wenn es darum geht, eine Aktie zu verkaufen, die bereits ein paar Dollar abgegeben hat! Ein Fehler, der oft gemacht wird, ist, eine Aktie zu kaufen, von der man eine Meinung aufgrund einer ausführlichen eigenen Analyse hat. Ich tue das nie, sondern lasse stets den Markt entscheiden, welche Aktien ich besitzen sollte und wann ich verkaufen muss. Diese Vorgehensweise hat mir zu wirklich großartigen Positionen verholfen, zum Beispiel Google, Taser Inc. (TASR) oder Research in Motion (RIMM), als deren große Aufwärtsbewegung gerade begann.

FRAGE: Was ist für Sie frustrierend beim Trading?Zanger: Sägezahn-Bewegungen in einem unkoordinierten oder schwachen Markt sind mit Abstand das schlimmste Szenario. Unter solchen Bedingungen werden Momentum-Trader vom Markt lebendig gefressen!

FRAGE: Wie schätzen Sie die derzeitige Marktsituation ein? Zanger: Die Aktienmärkte sind freundlich und der Ölpreis kommt wieder etwas zurück. Zudem legt der Markt eine September-Rally hin, was sehr ungewöhnlich ist. Meiner Meinung nach sind die Märkte derzeit in einer abwartenden Haltung gegenüber einer potenziellen Herbst-Rally.

FRAGE: Können Sie einige generelle Hinweise geben, zum Beispiel eine Buchempfehlung?Zanger: Ich kann ein gutes Buch empfehlen, Encyclopaedia of Chart Patterns, von Thomas Bulkowski. Das mit Abstand beste Buch ist aber How to Make Money in Stocks, von William O’Neil. Es ist absolute Pflichtlektüre für jeden Trader. Ich habe dieses Buch mehrmals gelesen und mir bestimmte Kapitel ausgesucht, die ich mehr als 30 Mal in den vergangenen zehn Jahren gelesen habe.

FRAGE: Was tun Sie in Ihrer Freizeit? Haben sich Ihre Hobbys mit zunehmendem Erfolg geändert?Zanger: Durch den Erfolg haben sich meine Hobbys stark verändert, verglichen mit meiner Tätigkeit im Swimmingpool-Geschäft. Ich fahre gern mit meiner Yacht herum, und sehr gern besuche ich die großen Städte in den USA. Ich fahre gern Wasserski und spiele Tennis und Golf, um in Form zu bleiben. Einige Male im Jahr kehre ich nach Los Angeles zurück, an den Ort, wo ich ursprünglich meine Tradingfähigkeiten erlernt habe und wo dieser Traum begonnen hat.

Herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrem Trading.

B1) Flat Channel Pattern bei Google
Nach einer längeren Konsolidierung, mit kleinen Ranges und marginal höheren Tiefs, bricht der Kurs von Google nach oben aus dem Flat Channel aus. In der Folge stieg der Kurs in kurzer Zeit stark an.

B2) SK-SD Oszillator
Hier ist der SK-SD Oszillator auf den Chart von Research in Motion (RIMM) angewendet. Die Signale werden bei den Überschneidungen erzeugt.

Quelle: Traders-Magazin