Das beherrschende Thema an den Kapitalmärkten ist die Finanzkrise. Immer neue Meldungen sorgen für Unruhe und Vertrauensverlust. Auch wenn die Folgen der Krise die Märkte noch eine Weile überschatten werden: 2009 sollte wieder Stabilität bringen.

Die Subprime-Krise nahm 2007 ihren Lauf: Angesichts fallender Immobilienpreise und steigender Zinsbelastungen konnten immer mehr Immobilienbesitzer in den USA ihre Hypotheken nicht mehr zahlen. In der Folge wurden die Finanzmärkte weltweit in Mitleidenschaft gezogen, und bis heute hat sich die Krise zur Vertrauenskrise in den gesamten Finanzsektor ausgeweitet.

Liquiditätsspritzen für die Märkte

Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, haben die Notenbanken in Europa und den USA den Kapitalmärkten massive Liquiditätsspritzen verabreicht: In den vergangenen Monaten mussten die Notenbanken diesseits und jenseits des Atlantiks immer wieder Milliardensummen in die Finanzmärkte pumpen. Im August dieses Jahres meldete die US-Bank Bear Stearns Konkurs an und wurde - mit Unterstützung der amerikanischen Notenbank Fed - vom Konkurrenten JP Morgan übernommen. Seitdem versuchen viele Finanzhäuser in Europa und den USA, Liquiditätsengpässe durch Kapitalerhöhungen oder Beteiligungen von Staatsfonds zu kompensieren. Die Anzahl der Bankenpleiten hat in den USA inzwischen eine zweistellige Größenordnung erreicht.

Unternehmen melden Gewinneinbußen

Schlechte Nachrichten auch von Unternehmensseite: Zum Abschluss des zweiten Quartals meldeten sie rund um den Globus deutliche Gewinneinbußen. Dabei verzeichnen zunehmend auch Unternehmen außerhalb des Finanzsektors Verluste. Mitte September erreichte die Finanzmarktkrise ihren vorläufigen Höhepunkt: Lehman Brothers, eine der größten Investmentbanken der USA, meldete Konkurs an.
Aktienkurse fallen nicht ins Bodenlose

Eine schwierige Zeit für Investoren: Kurzfristig betrachtet, könnte man im schlimmsten Fall einen Zusammenbruch der Finanzmärkte befürchten oder Aktienkurse, die ins Bodenlose fallen. Dies ist jedoch bei weitem nicht der Fall. Die weltweiten Aktienmärkte haben in den vergangenen Wochen zwar deutliche Kursverluste erlitten, allerdings ist aktuell "nur" ein Minus von durchschnittlich 20 Prozent zu verbuchen. Wie lässt sich dies erklären?

Sanierungspaket für die Märkte geschnürt

In den USA haben Fed und Regierung gemeinsam ein umfangreiches Paket geschnürt, um den angeschlagenen Finanzsektor zu stützen, den Hypothekenmarkt zu sanieren und das Vertrauen in die Finanzmärkte zurückzubringen. So unterstützt die US-Regierung Wirtschaft und Konsumenten mit einem umfangreichen Konjunkturpaket. Die Fed gewährt zum Beispiel JP Morgan für die Übernahme von Bear Stearns einen Kredit in Höhe von knapp 30 Milliarden US-Dollar. Und der angeschlagene US-Versicherer AIG erhält einen Überbrückungskredit von 85 Milliarden US-Dollar, dafür übernimmt die amerikanische Regierung rund 80 Prozent des Unternehmens.

Weltweit werden die Programme zur Stützung des Finanzsektors angekurbelt: In den USA, Australien, Großbritannien, Deutschland und der Schweiz sind Leerverkäufe im Börsenhandel inzwischen verboten. Summa summarum soll die Kombination von Liquiditätsbereitstellung der Notenbanken, Konjunkturpaketen und zusätzlichen Kreditrahmen die globale Wirtschaft unterstützen und das Vertrauen in die Märkte fördern.

2009: Stabilität kehrt langsam zurück

Mittelfristig dürfte die Strategie aufgehen. Auch wenn die Kapitalmärkte in den nächsten Monaten noch mit den Ausläufern der Krise beschäftigt sind: 2009 sollte das fundamentale Bild für Investoren wieder in den Vordergrund rücken - und das dürfte allmählich für Stabilität an den Märkten sorgen.