Berlin (Godmode-Trader.de) - Der Ölpreiseinbruch im Frühjahr ist Geschichte, inzwischen haben sich die Preise stabilisiert und befinden sich aktuell sogar im Aufwärtstrend in Richtung 50 Dollar/Barrel. Doch dass die Preise auf diesem hohen Niveau verbleiben, ist keineswegs sicher. Im Gegenteil: Das DIW Berlin kommt einer aktuellen Einschätzung zufolge zu dem Ergebnis, dass der Ölpreis zeitnah wohl weiter sinken dürfte.

Das DIW-Modell zur Analyse von Energiemärkten simuliert verschiedene Szenarien, denen unterschiedliche Nachfrageentwicklungen und Änderungen der Fördermenge zu Grunde liegen. Es stellt sich heraus, dass der Abwärtstrend der Ölpreise zeitnah ungebrochen ist. Wie die DIW-Berechnungen zeigen, sind die Erdöl-Einkünfte infolge der Corona-Krise um zwischenzeitlich 60 Prozent zurückgegangen. Die Golfstaaten mussten demnach herbe Einnahmeeinbrüche bei ihrem wichtigsten Exportgut hinnehmen. Infolge anhaltend schrumpfender Ausfuhrerlöse werden die finanziellen Spielräume der ohnehin wirtschaftlich unter Druck stehenden Golf-Anrainer enger. „Der Einbruch der Ölpreise stellt wegen der geringen Diversifizierung ein erhebliches Problem für die Haushalte der Golfstaaten dar,“ sagt DIW-Wissenschaftler und Studienautor Dawud Ansari aus der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt. Dawud Ansari. „Saudi-Arabien beispielsweise bezieht 90 Prozent seiner Staatseinnahmen aus dem Ölgeschäft.“

Die Corona-Pandemie trifft die Region insofern in einer ohnehin angespannten Lage, einige Länder haben bereits mit Haushaltsdefiziten zu kämpfen, die Verschuldung steigt. Konjunkturexpertin Hella Engerer ergänzt: Mehrausgaben zur Stützung der Wirtschaft und des Gesundheitssystems infolge der Corona-Pandemie haben die Ausgaben erhöht, während Sektoren wie der Tourismus, die die Abhängigkeit von den Öleinnahmen reduzieren sollten, einbrachen.

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DIW Berlin