• adidas AG - Kürzel: ADS - ISIN: DE000A1EWWW0
    Börse: XETRA / Kursstand: 261,450 €

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Getragen von einem anhaltend umfangreichen Aktienrückkauf (noch mehr als 500 Mio. EUR aus der aktuellen Tranche) und einer starken Anzahl von Q1-Zahlen hat die adidas-Aktie in diesem Monat mehrere neue Allzeithochs erreicht. Warburg Research hält die Aktie auf dem derzeitigen Niveau jedoch für unattraktiv.

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Die Steigerung der EBIT-Marge im ersten Quartal um 140 Basispunkte und der Anstieg der Bruttomarge um 250 Basispunkte habe für eine positive Überraschung beim Ergebnis gesorgt, schrieb Analyst Jörg Philipp Frey in einer Studie von Freitag. Obwohl er einen gewissen Druck auf die Bruttomarge durch höhere Frachtkosten, weniger Rückenwind von der Währungsseite und einen geringeren Beitrag aus dem Channel-Mix eingeschätzt hatte, werde nun doch für das Gesamtjahr eine Verbesserung der Bruttomarge um 90 Basispunkte prognostiziert, was zu einer EBIT-Verbesserung (+90 bp auf 11,7 %) und einem Überschreiten der vom Management prognostizierten EBIT-Marge von 11,5 auf 11,7 Prozent führen sollte.

Auf der anderen Seite sollte die Umsatzdynamik im zweiten Halbjahr nicht stark anspringen, da die Schwäche des ersten Halbjahres nicht allein auf die Probleme der Lieferkette zurückzuführen sei, so Frey. Diese Probleme hätten ohnehin nur die Bekleidung betroffen, während die Schuhe im ersten Quartal nur um 3 Prozent wuchsen und damit noch geringer als der Konzern mit plus 4 Prozent insgesamt. Daher geht Frey davon aus, dass adidas Schwierigkeiten haben wird, das untere Ende seiner Umsatzprognose von sechs bis acht Prozent Wachstum erreichen werde.

Die direkten Auswirkungen des Handelskrieges auf die Beschaffung seien indes überschaubar, da adidas' chinesische Schuhbeschaffung (18 % des Gesamtvolumens) größtenteils die lokale Nachfrage abdecke (China mache 20 % des Konzernumsatzes aus). Das Hauptrisiko wäre eine deutliche Abwertung der chinesischen Währung, da China rund 40 Prozent des Konzern-EBIT ausmache. Sollten die Handelsspannungen jedoch zu einem Boykott amerikanischer Marken (z.B. Nike) führen, könnte adidas auch als Gewinner des Konflikts auftreten.

Angesichts der aktuellen Margenstärke erhöhte Warburg die langfristige EBIT-Margenannahme auf 12,5 Prozent ab 2022 (von 11,5 % zuvor), d.h. eine Marge von deutlich über 13,5 Prozent für die Marke adidas und eine niedrige einstellige Marge für Reebok). Daher geht das Analysehaus davon aus, dass adidas die Margenlücke zu Nike (Konsens 13 Prozent im Jahr 2019) vollständig schließen wird, was zu einem DCF-basierten Kursziel von 250 Euro führt. Da der Markt diese Margenstory bereits vollständig bewerte, sehe er keinen Aufwärtstrend mehr für die Aktie, es sei denn, adidas gelinge eine deutliche Beschleunigung des Umsatzwachstums, resümiert Analyst Frey. Sein „Hold“-Rating bestätigte der Experte.

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