London (GodmodeTrader.de) - Peter Eerdmans, Co-Head of Emerging Market Fixed Income bei Investec Asset Management, einem Asset Manager mit Wurzeln in Südafrika, gibt eine Übersicht über die afrikanischen Länder Ghana, Ägypten, Kenia, Nigeria, Sambia und Südafrika.

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Ghana: Fortschritte in der Energiefrage

In Ghana hat die Regierung begonnen, die Neuverhandlung bestimmter Strombezugsverträge (Power Purchase Agreements, PPA) in Betracht zu ziehen, um die Frage des Take-or-Pay zu lösen, mit der sie derzeit konfrontiert ist. Die Regierung beabsichtigt, dies innerhalb der nächsten drei Monate abzuschließen. Bei dem Versuch, die Nachhaltigkeit des Sektors zu verbessern, wurden einige Fortschritte erzielt, wie z.B. die Nutzung von heimischem Gas und die Verringerung der Verwendung von Take-or-Pay-Vereinbarungen, wie Eerdmans in einem aktuellen Kommentar schreibt.

Ägypten: Zentralbank drückt Zinsen

In Ägypten habe die Zentralbank die Zinsen im August um 150 Basispunkte auf 14,25 Prozent gesenkt und damit den Beginn des Zyklus markiert. Ein stärkeres Pfund sowie der anhaltende Rückgang der Inflation unterstützten den Abbau. Die Inflation werde bald unter Kontrolle sein und es werde in diesem Jahr weitere Einschnitte geben. Mit der Erholung der Renditen wäre es möglich, dass Ägypten Anfang 2020 eine Euroclearable-Emission durchführen könnte, während es auf die volle Euroclear-Fähigkeit für Schuldtitel im weiteren Jahresverlauf hinarbeite, heißt es weiter.

Kenia: Leistungsbilanz verbessert sich

„In Kenia steht der neu ernannte Finanzminister Ukur Yatani nach den enttäuschenden Haushaltsdaten vom August im Mittelpunkt. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass die staatlichen Stellen auf Haushaltskürzungen zusteuern und die Investitionen sich auf die Erweiterung des Raums für öffentlich-private Partnerschaften konzentrieren werden, anstatt neue Projekte direkt in die Staatsbilanz aufzunehmen. Die Leistungsbilanz des Landes verbessert sich weiter, während auch die Inflation unter das Ziel fällt. Die Zahlungsbilanzdaten für das Gesamtjahr zeigen das Leistungsbilanzdefizit von 3,8 Milliarden US-Dollar in den Jahren 2018-19, gegenüber 4,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Die Inflation in Kenia sank im August im Jahresvergleich auf fünf Prozent gegenüber 6,27 Prozent im Vormonat, unterstützt durch sinkende Lebensmittelpreise“, so Eerdmans.

Nigeria: Enttäuschendes Wachstum

In Nigeria sei die Regierung im Fall zwischen Process and Industrial Developments Limited und der Bundesrepublik Nigeria mit einer Geldstrafe von neun Milliarden US-Dollar belegt worden. Dies könnte die Tür für weitere Verfahren öffnen, da bereits Gerüchte über einen bestimmten potenziellen Fall kursierten. Die fiskalische Entwicklung sei enttäuschend gewesen, da sowohl die Öl- als auch die Nichtöleinnahmen im Vergleich zum Haushaltsziel hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien. Auch das Wachstum enttäusche weiterhin und habe sich im zweiten Quartal 2019 auf 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr verlangsamt, nach revidiert 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal, heißt es weiter.

„Obwohl das Öl-BIP eine gesunde Wachstumsrate verzeichnete (5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach einem Rückgang im ersten Quartal, wahrscheinlich getrieben durch eine erhöhte Produktion), reichte dies nicht aus, um das schwache Wachstum des Nicht-Öl-BIP vollständig auszugleichen. Die Landwirtschaft scheint ein wesentlicher Faktor gewesen zu sein, der das Wachstum des Nicht-Öl-BIPs trotz einer Ausweitung der pflanzlichen Produktion nach unten gedrückt hat“, so Eerdmans.

Sambia: Downrating durch S&P

In Sambia habe der IWF seinen Artikel IV veröffentlicht und die Notwendigkeit einer erheblichen Vorabanpassung betont, aber er sei in Bezug auf den Umfang der Anpassung oder die Notwendigkeit einer Umschuldung deutlich weniger negativ gewesen, als einige befürchtet hätten. Unterdessen habe S&P die lang- und kurzfristigen Fremdwährungsratings Sambias von B-/B auf CCC+/C herabgestuft, wobei es die niedrigen Devisenreserven und die steigenden Verpflichtungen aus dem externen Schuldendienst angegeben habe, heißt es weiter.

Südafrika: Eskom-Rettung belastet fiskalische Stabilität

„Die steuerlichen Bedenken in Südafrika haben sich aufgrund einer deutlichen Erhöhung der Rettungs-aktion für Eskom, den angeschlagenen staatlichen Stromversorger, und einer entsprechenden Erhöhung der regelmäßigen Ausgabe lokaler Anleihen weiter verstärkt. Die lokale Anleihenkurve bleibt jedoch extrem steil und entwickelte sich unterdurchschnittlich“, so Eerdmans.