Warren Buffett sagte einmal: Investieren Sie nur in das, was Sie wirklich in letzter Konsequenz verstanden haben. Anlegern, die in vertrauten Gefilden – dem Aktienmarkt – bleiben möchten oder ein Investment direkt in Agrarrohstoffe scheuen, bieten sich vielfältige Möglichkeiten, in Rohstoffaktien zu investieren. Über diesen Weg lassen sich Tücken des Rohstoffmarktes, wie die bei steigenden Terminkurven auftretenden Rollverluste, umgehen. Andererseits tragen Investoren bei einem Kauf einer Rohstoffaktie auch das Risiko von Fehlentscheidungen des Managements und andere unternehmensspezifische Risiken. Basket-Zertifikate oder Index-Zertifikate auf Agrarindizes streuen diese Risiken.

Der Solactive-Global-Bio-Energy Index etwa deckt Unternehmen global ab, deren Kerngeschäft im Bereich der Bioenergie liegt. Die HVB hat ein Indexzertifikat ohne Laufzeitbeschränkung (WKN: HV3GBE) begeben, dessen Performance allerdings noch nicht gemessen werden kann, da es erst am 20. Mai lanciert wurde. Die Performance einzelner Indexkomponenten lässt aber auf eine gute Performance hoffen. Die im Index enthaltene Cropenergies-Aktie legte auf 12-Monats-Sicht etwa um 54% zu.

„Indexzertifikate streuen unternehmensspezifische Risiken, die Einzelaktien innewohnten.“ - Zitat Jochen Stanzl, Chefredakteur Rohstoff-Report.de -

Überzeugen kann auch die Performance des Solactive-Global-Timber-Index, auf den die Deutsche Bank (WKN: DB1TMB) ein Open-End-Zertifikat begeben hat. Der Index bildet die Kursentwicklung der weltweit 20 größten Unternehmen aus der globalen Holzindustrie ab. Seit Auflegung im Juni 2010 konnte das Zertifikat um 12% zulegen. Noch besser entwickelte sich aber das Konzept, das sich hinter dem Solactive-Nachhaltige-Forstwirtschaft-Kursindex steht. Darauf hat die Raiffeisen Centrobank ein Zertifikat begeben (WKN: A0SYVN). Auch hier steht die Forstwirtschaft im Vordergrund, jedoch nur nachhaltige Unternehmen. Dabei werden bevorzugt solche Unternehmen aufgenommen, die durch den Forest Stewardship Council (FSC; © 1996 Forest Stewardship Council A.C.; FSC-DEU-0222) zertifiziert sind. Der Index enthält maximal zehn Unternehmen, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind. Er wird jährlich angepasst und in Euro berechnet. Ebenfalls von der Deutschen Bank stammt das Zertifikat auf den Solactive Global Water Performance-Index (WKN: DB1WAT). Das Open-End-Zertifikat brachte es seit Juni 2010 auf ein Plus von fast 16%.

Ganz gezielt um die Agrarwirtschaft geht es in dem Solactive-Agri-Business-Performance-Index, der sich über das Deutsche-Bank-Open-End-Zertifikat mit der WKN „DB4AGR“ handeln lässt. Das Zertifikat, das im Mai 2010 bei 120 Euro emittiert wurde und 20 Aktien umfasst, kostet heute 153 Euro. Goldman Sachs setzt mit dem Open-End-Zertifikat mit der WKN „GS0TAG“ auf den DAXglobal-Agribusiness-Index, der seit Juli 2010 um 35% im Wert gewann. Der Index ist etwas umfangreicher als der Solactive Agribusiness Index und bildet insgesamt 40 Unternehmen ab, die mindestens 50% ihrer Umsätze im Agrarsektor erzielen. Bei beiden Produkten findet eine regelmäßige Anpassung statt, wie auch bei dem Agrar- Rohstoffaktien Indexzertifikat von Vontobel (WKN: VFP5U6). Das Vontobel-Produkt konnte sich seit dem Bärenmarkttief am Aktienmarkt im ersten Quartal 2009 von damals 44 Euro mittlerweile auf 105 Euro mehr als verdoppeln.

HSBC Trinkaus wählt seine Titel im Agrar-Strategie-Zertifikat (WKN: TB0SM0) etwas flexibler aus als die Konkurrenz. Die Zahl der Aktien im Basket kann zwischen zehn und zwanzig variieren, wobei entscheidend für die Aufnahme nicht nur die Größe, sondern auch fundamentale Kennzahlen wie der erwartete Cashflow oder Dividendenzahlungen sind.

Um das Angebot abzurunden gibt es mit dem Solactive-Globale-Düngemittelhersteller-Performance-Index auch noch Zugriff auf Pottasche und andere Dünger. Die Deutsche Bank bietet unter der WKN „DB4DUN“ ein entsprechendes Zertifikat ohne Laufzeitbegrenzung an, das seit Mai 2010 sogar um über 35% zulegen konnte. Außerdem gibt es von der UBS ein Zertifikat auf den hauseigenen AgriChemical Index (WKN: UB8963) – hier setzten Anleger auf Düngemittel und Agrarchemie.

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