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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Selten werden die Prognosen des Internationalen Getreiderats IGC zeitlich so nah zu denen des USDA veröffentlicht wie vergangene Woche. So basieren beide auf der gleichen Datenlage. Und natürlich ist es kein Wunder, dass der IGC der US-Behörde bei der Angabe für die US-Maisernte 2020/21 folgt und diese nun mit 360,3 Millionen ebenfalls acht Millionen Tonnen niedriger ansetzt, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Während das USDA allerdings bisher recht vorsichtige Kürzungen in Südamerika wegen der Trockenheit vorgenommen habe, habe der IGC die erwartete Maisernte allein für Brasilien um sieben Millionen Tonnen reduziert, allerdings von höherem Niveau aus. Für die Welt als Ganzes lägen die Produktionsschätzungen etwa gleichauf bei 1.133 Millionen Tonnen. Da der IGC den Verbrauch höher ansetze, prognostiziere er ein Defizit von 29 Millionen Tonnen, das USDA von 19 Millionen Tonnen. Schon für 2019/20 weise der IGC ein erheblich höheres Defizit aus (30 Millionen vs. 17 Millionen Tonnen), heißt es weiter.

„Der Sojabohnenmarkt soll 2020/21 ein Defizit von sechs Millionen Tonnen aufweisen. Anders als das USDA hat der IGC nun seine Erwartung an die brasilianische Sojabohnenernte um drei Millionen auf 130,5 Millionen Tonnen nach unten geschraubt. Bei Weizen hebt der IGC die Ernten 2020/21 für Russland, Australien und Kanada an und liegt nun etwa gleichauf mit dem USDA. Die globalen Überschussschätzungen sind mit 15 Millionen Tonnen (IGC) bzw. 13 Millionen Tonnen (USDA) ähnlich und die Weltreserven steigen auf einen neuen Rekord“, so Helbing-Kuhl.

Bei beiden sei der Markt aber allenfalls ausgeglichen, wenn China und Indien, die im internationalen Weizenhandel kaum aktiv seien, aus der Betrachtung herausgelassen würden. In einem Ausblick auf 2021/22 erwarte der IGC bei einer ähnlich hohen Weizenfläche wie zuletzt eine weitere globale Rekordproduktion sowie einen weiteren Lageraufbau um 15 Millionen Tonnen. Dieser solle allerdings wieder weitgehend auf China und Indien begrenzt sein, heißt es weiter.

„Kurzfristig treibt aber die Aussicht auf eine russische Exportbeschränkung vor der neuen Ernte die Preise. Im meistgehandelten Kontrakt markierte US-Weizen mit 693 US-Cent je Scheffel den höchsten Stand seit Mai 2014, schloss dann aber bei 676 US-Cent. Weizen in Paris beendete die Woche bei gut 231 EUR je Tonne auf dem höchsten Niveau seit Frühjahr 2013“, so Helbing-Kuhl.

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