• Mais - ISIN: XC000A0AEZE1
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 611,29 US¢/bu.

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Und wieder hat das USDA für eine Überraschung gesorgt: Schon bei Bekanntgabe der Anbaupläne der US-Landwirte im März waren viele Marktteilnehmer über die nur geringe geplante Ausdehnung der Mais- und Sojabohnenfläche erstaunt. Nicht zuletzt wegen der zwischenzeitlich stark gestiegenen Preise war nun erwartet worden, dass die tatsächliche Fläche deutlich höher ausfallen würde. Diese Erwartung wurde nun abermals enttäuscht, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Bei Mais seien gegenüber den Planungen nur 1,6 Millionen Morgen aufgeschlagen (nun 92,7 Millionen Morgen), gegenüber Vorjahr lediglich ein Anstieg um zwei Prozent. Bei Sojabohnen hätten die US-Landwirte ihre Planungen sogar fast exakt umgesetzt, es bleibe bei den bereits im März in Aussicht gestellten plus fünf Prozent gegenüber Vorjahr, also bei 87,6 Millionen Morgen – die durchschnittlich erwartete Anhebung auf 89 Millionen Morgen falle aus, heißt es weiter.

„Die ebenfalls gestern veröffentlichten Daten zu den Lagerbeständen zeigen zudem eine angespanntere Lage als sowieso schon erwartet. Die US-Maisbestände sind 39 Prozent niedriger als vor einem Jahr, die Sojabohnenbestände 45 Prozent. Diese Sieben- bzw. Sechsjahrestiefs sind Spiegelbild der enttäuschenden letzten Ernten bei gleichzeitig (auch international) starker Nachfrage“, so Helbing-Kuhl.

Ob die gemeldete Flächenanhebung bei Mais die bislang vom USDA mit 381 Millionen Tonnen angesetzte US-Ernte auf das bisherige Rekordniveau von 385 Millionen Tonnen aufschließen lasse, hänge davon ab, ob die Ertragserwartungen erfüllt würden. Die trotz einiger Regenfälle noch immer starke Trockenheit und Hitze in Teilen des Mittleren Westens lasse hieran zumindest Zweifel aufkommen – zumal gestern das US Climate Prediction Center für Juli ebenfalls überdurchschnittlich warme und trockene Witterung im nördlichen Mittleren Westen und den nördlichen US Plains prognostiziert habe, heißt es weiter.

„Die Preise machten nach der Veröffentlichung des USDA einen Sprung nach oben, Mais schloss den Tag im meistgehandelten Kontrakt limit-up mit plus sieben Prozent bei 589 US-Cent je Scheffel, der Sojabohnenpreis stieg um 6,6 Prozent auf 1.399 US-Cent je Scheffel. Weizen, bei dem die Fläche mit 46,7 Millionen Morgen ähnlich wie im März und leicht höher als erwartet gemeldet wurde und bei dem die Bestände gegenüber Vorjahr um 18 Prozent gesunken sind, wurde mit nach oben gezogen. Baumwolle konnte nicht profitieren. Hier wurde die Fläche ähnlich hoch wie erwartet gemeldet. Sie ist mit 11,7 Millionen Morgen 3,1 Prozent kleiner als im Vorjahr“, so Helbing-Kuhl.

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