• Mais - ISIN: XC000A0AEZE1
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 642,46 US¢/bu.

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der Maispreis in Chicago gibt nun schon den vierten Tag in Folge nach. Von seinem am vorletzten Freitag verzeichneten Achtjahreshoch hat er mittlerweile mehr als zehn Prozent verloren. Am Morgen markierte Mais bei 633 US-Cent je Scheffel ein Dreiwochentief, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Auslöser seien die Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums vom vergangenen Mittwoch gewesen, die für die Saison 2021/22 eine weniger angespannte Situation an den Getreidemärkten gezeichnet hätten, als von den meisten Beobachtern erwartet worden sei. Seither bröckelten die Preise auf breiter Front. Bereits in den letzten Wochen seien die kurzfristig orientierten Marktteilnehmer, deren Netto-Long-Positionen bei Mais Mitte April nahe an den Rekord aus dem Frühjahr 2011 herangerückt seien, vorsichtiger geworden, heißt es weiter.

„Dies dürfte sich in den letzten Tagen verstärkt haben. Denn dass am Maismarkt laut USDA 2021/22 sogar ein kleiner Überschuss zu Buche stehen soll, war die größte Überraschung des Berichts. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Annahme einer US-Ernte von 381 Millionen Tonnen – nur vier Millionen Tonnen unter dem Rekord aus 2016/17 und bei einer bebauten Fläche von 91,1 Millionen Morgen“, so Helbing-Kuhl.

Das Analysehaus IHS Markit habe seine Prognose hierfür jüngst sogar auf 96,8 Millionen Morgen angehoben, entsprechend könnte noch mehr produziert werden. Seine Vorhersage für die Sojabohnenfläche habe es dagegen gekürzt, sie liege mit 88,5 Millionen Morgen aber noch leicht über dem USDA mit 87,6 Millionen Morgen, heißt es weiter.

„Die Ölsaatenpreise halten sich in den letzten Tagen besser als die Getreidepreise – kein Wunder: So soll laut USDA-Prognose die Lage am Sojabohnenmarkt angespannt bleiben. Zudem haben sich Rohöl und auch Pflanzenöle verteuert. Palmöl etwa notiert auf einem Rekordniveau, nachdem es sich seit seinem Tief vor rund einem Jahr um 130 Prozent verteuert hat“, so Helbing-Kuhl.

Außerdem habe sich der Sojabohnenpreis in den letzten Wochen vor dem USDA-Bericht im Vergleich zum rasant steigenden Maispreis deutlich maßvoller entwickelt, auch in den neuerntigen Kontrakten. Vor gut einer Woche sei das Preisverhältnis von Sojabohnen zu Mais auf 2,25 gefallen. Bis Freitag habe es sich dann auf rund 2,6 und damit auf ein eher neutrales Niveau erholt, was die relative Attraktivität des Anbaus angehe, heißt es abschließend.

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