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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Die weltweiten Nahrungsmittelpreise sind laut Welternährungsorganisation FAO im November den vierten Monat in Folge gestiegen und befinden sich damit weiterhin auf einem Zehnjahreshoch, wie Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Der von der FAO erhobene Preisindex habe im letzten Monat bei durchschnittlich 134,4 Punkten gelegen, verglichen mit 132,8 Zählern im Oktober. Höher habe er zuletzt im Juni 2011 notiert. Im Vorjahresvergleich sei der Index um 27,3 Prozent gestiegen. Preistreibend sei insbesondere Zucker gewesen, der sich im Vorjahresvergleich um 40 Prozent verteuert habe. Die FAO führe dies vor allem auf die höheren Ethanolpreise zurück, heißt es weiter.

„Aber auch die Getreidepreise trugen zum starken Preisanstieg bei. Diese lagen im November 3,1 Prozent höher als im Vormonat und 23,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Hier machte sich insbesondere der Preisanstieg bei Weizen bemerkbar. Weizen erreichte das höchste Preisniveau seit Mai 2011. Die FAO nennt als Gründe die für die Jahreszeit unüblichen Regenfälle in Australien und Unsicherheit über mögliche Änderungen bei der Exportpolitik in Russland“, so Fritsch.

Den stärksten Preisanstieg im Monatsvergleich hätten mit einem Plus von 3,4 Prozent Milchprodukte aufgewiesen. Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln sei also breit gestreut und nicht nur auf wenige Bereiche konzentriert. Einzig Fleisch (minus 0,9 Prozent) und Pflanzenöle (minus 0,3 Prozent) hätten monatliche Preisrückgänge verzeichnet. Die Prognose für die weltweite Getreideproduktion 2021 habe die FAO leicht auf 2,791 Milliarden Tonnen nach unten revidiert, was aber weiterhin ein Rekordniveau darstelle. Der weltweite Getreideverbrauch solle um 1,7 Prozent auf 2,810 Milliarden Tonnen steigen, heißt es weiter.

„Das bedeutet, der globale Getreidemarkt befindet sich in einem Angebotsdefizit. Dies zeigt sich auch in der von der FAO erwarteten Lagerentwicklung: Die weltweiten Getreidelagerbestände sollen Ende 2021/22 bei 822 Millionen Tonnen liegen. Das sind zwar 2,9 Millionen Tonnen mehr als im November prognostiziert, liegt aber 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau“, so Fritsch.