• Immer mehr Firmen wenden sich von Facebook ab
    • Deutsche Inflationsrate im Juni bei 0,9 %
    • EU-Stimmungsindex ESI steigt im Juni so stark wie noch nie zuvor
    • ifo Institut: Senkung der Mehrwertsteuer gibt Wirtschaft Schub
    • London plant großes Investitionsprogramm
    • Halbe Million Corona-Tote weltweit
    • Bundestag und Bundesrat wollen Konjunkturpaket verabschieden
    • Wirecard-Vorstand setzt auf Fortführung des Geschäfts
    • Airbus stampft Produktion massiv ein
    • Commerzbank: neue Sparpläne
    • Millionen für BioNTech
    • Wirecard: Spielball von Zockern
    • Deutsche Börse prüft nach Wirecard-Skandal DAX-Regelwerk
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    DAX

    • Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind nach wie vor hin- und hergerissen zwischen den gestiegenen Corona-Sorgen und Konjunkturdaten, die auf eine Erholung der Wirtschaft hindeuten. So auch heute der von der EU-Kommission ermittelte Economic Sentiment Indicator. Der Stimmungswert zog zum Vormonat um 8,2 auf 75,7 Zähler an. Laut der EU-Behörde ist dies der stärkste jemals gemessene Anstieg. Auch die Preisdaten erholen sich und deuten damit auf eine Normalisierung hin. Für Optimismus sorgten am Nachmittag auch Daten aus dem US-Bundesstaat Florida, wonach sich der Anstieg der Covid-19-Fallzahlen wieder verlangsamt hat. Der DAX konnte zusammen mit der Wall Street weiter zulegen und beendete den Xetra-Handel mit einem Plus von 1,18 Prozent auf 12.232,12 Punkte.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmensnachrichten

    • Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat heute endgültig Fördergelder für Varta im Volumen von 300 Millionen Euro zum Aufbau einer Batteriezellenfertigung bewilligt, nachdem bereits Monate zuvor Baden-Württemberg und Bayern eine Co-Finanzierung beschlossen hatten. Das erste Projekt für die Entwicklung von Lithium-Ionen Rundzellen hat ein Fördervolumen von 198,5 Millionen Euro und läuft bis Ende 2024. Das zweite Projekt für die Entwicklung von kleinformatigen Lithium-Ionen Zellen sowie Lithium-Ionen Batteriezellen in Sonderformaten wird mit einem Fördervolumen von 101,5 Millionen bezuschusst und läuft bis Ende Juni 2022.
    • Nach der Rettung durch den Staat gehen bei der Lufthansa die Verhandlungen über personelle Einsparungen beim Personal weiter. Die Gewerkschaft Verdi verlangte am Montag für die rund 35.000 von ihr vertretenen Beschäftigten einen besseren Schutz vor Jobverlusten und warnte vor einer Zerschlagung des Konzerns.
    • Wirecard steht nun offiziell unter Kontrolle des Rechtsanwalts Michael Jaffé als vorläufigem Insolvenzverwalter. Das ordnete das Amtsgericht München am Montag nach dem eingereichten Insolvenzantrag des Unternehmens an. Eine konkrete Folge für das Unternehmen ist, dass nun Jaffé die Finanzen verantwortet.
    • Im Kampf gegen Hetze im Internet will Starbucks vorerst auf Werbung bei Facebook und anderen Online-Netzwerken verzichten. Man wolle intern sowie mit Medienpartnern und zivilgesellschaftlichen Organisationen über geeignete Maßnahmen gegen Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen beraten, teilte der Konzern mit. Vergangene Woche hatten Coca-Cola und Unilever ähnliche Schritte angekündigt. Mehr als 100 Unternehmen wollen vorerst keine Werbung mehr bei Facebook und anderen Online-Netzwerken mehr schalten. Für Facebook hat das heftige finanzielle Folgen, das Unternehmen verdient fast sein ganzes Geld mit Werbung. Am Freitag verlor die Aktie rund 8 Prozent an der Börse. Bloomberg zufolge entsprach das einem Wertverlust von 56 Mrd. Dollar.
    • Nach dem Bilanzskandal und dem Insolvenzantrag von Wirecard hat nun die Deutsche Börse mitgeteilt, sie habe sich entschlossen, die Regelwerke für die DAX-Familie zu Auf- und Abstieg zu prüfen und zu überarbeiten. Dem Börsenbetreiber zufolge hat das Vertrauen in den Kapitalmarkt offensichtlich in den letzten Tagen gelitten. Einige Aktionärsschützer haben sich dafür ausgesprochen, möglichst schnell Wirecard aus dem DAX zu nehmen, während sich die Deutsche Börse bisher auf ihr aktuelles Regelwerk berufen hat. „Deshalb haben wir uns entschlossen, die Regelwerke unter Einbindung der Regulatoren und die Regeln für die Zugehörigkeit zur DAX-Familie einer vertieften Prüfung zu unterziehen und zu überarbeiten." Die Vorschläge zur Veränderung des Regelwerks würden wie üblich mit den Marktteilnehmern besprochen, erklärte ein Börsen-Sprecher.
    • Boeing darf jetzt laut der Luftfahrtbehörde FAA mit Testflügen des 737 MAX Fluggeräts beginnen. Der Krisenjet ist nach wie vor nicht für Passagierflüge zugelassen. In der Vergangenheit war es durch Software-Fehler zu Abstürzen gekommen. Zudem waren weitere Qualitätsmängel bekannt geworden. Eine erneute Zertifizierung will die FAA dann durchführen, wenn sie überzeugende Beweise für ein gutes Produkt sieht.
    • Am Sonntag hat mit der Chesapeake Energy Corp. eines der größten und ältesten US-Schieferöl- und -gasunternehmen einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 (Ziel Unternehmensfortführung) gestellt.
    • BP verkauft sein Petrochemiegeschäft an das britische Chemieunternehmen Ineos, wie BP am Montag mitteilte. Dabei erhält der Ölkonzern eine Vorabzahlung von 400 Mio. Dollar, weitere 3,6 Milliarden fließen bei Abschluss der Transaktion, der zum Jahresende erwartet wird. Eine weitere Milliarde Dollar wird in mehreren Tranchen 2021 gezahlt.
    • Der US-Kosmetikkonzern Coty hat eine Partnerschaft mit Kim Kardashian West bekannt gegeben. Demnach erwirbt Coty einen Anteil von 20 Prozent für 200 Mio. Dollar an Wests Unternehmen KKW Beauty, teilte das Unternehmen am Montag mit. Die Transaktion soll im dritten Quartal 2021 abgeschlossen sein.
    • Bei dem Autobauer Toyota sind Produktion und Absatz im Mai wegen der Corona-Pandemie massiv eingebrochen. Wie die Japaner mitteilten, sank der Ausstoß weltweit um 54,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 365.909 Fahrzeuge. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Erfassung vergleichbarer Daten 2004.
    • Der schwerste Fall von Wirtschaftskriminalität in der jüngeren Vergangenheit hat dazu geführt, dass Wirecard praktisch nichts mehr wert ist. Der Kurs lag vergangene Woche mit zeitweise 1,08 Euro nur noch knapp über einem Euro. Nach einem Verlust von knapp 99 Prozent in den vergangenen sieben Handelstagen hat sich am Montagvormittag der Kurs aber zeitweise mehr als verdreifacht bis auf über vier Euro. Die Aktie ist offensichtlich zum Spielzeug von Zockern verkommen. Der Hintergrund: Auslöser der Rally heute war die Mitteilung, dass der Vorstand trotz des Insolvenzantrags auf eine Fortführung des Geschäfts setzt. Zudem wurde betont, dass die Wirecard Bank aktuell nicht Teil des Insolvenzverfahrens und der Zahlungsverkehr der Wirecard Bank nicht betroffen ist. Die Frage ist nun dennoch, was aus Wirecard wird. Laut einem Pressebericht sind französische Bezahldienstleister und andere Parteien an Geschäftsteilen des deutschen Konkurrenten interessiert.
    • Beim Autozulieferer Continental werden als Reaktion auf die Corona-Krise verkürzte Arbeitszeiten erwogen. Die Gespräche zur Prüfung würden jetzt beginnen, sagte ein Unternehmenssprecher am Montag. Personalchefin Ariane Reinhart hatte dem „Handelsblatt" gesagt: „Wir werden die Arbeitszeitverkürzung mit unseren Sozialpartnern besprechen." Sie schlägt die Absenkung demnach statt Kurzarbeit in Bereichen des Zulieferers vor, in denen wegen der Pandemie dauerhaft mit weniger Arbeit zu rechnen ist.
    • Das Mainzer Biopharma-Unternehmen BioNTech profitiert von einer Investition von Singapurs Staatsfonds Temasek. Eine Privatplatzierung von Aktien bei Temasek und anderen Investoren bringe insgesamt 250 Mio. US-Dollar frisches Geld an Bord, teilte Biontech am Montag mit. Die Summe teile sich auf in 139 Mio. Dollar an Stammaktien sowie 112 Mio. Euro an vierjährigen Pflichtwandelanleihen. Der Abschluss der Investition sei für Anfang bis Mitte August geplant. „Wir freuen uns, Temasek als neuen Aktionär begrüßen zu dürfen", sagte Biontech-Mitbegründer und -Chef Ugur Sahin laut Mitteilung. Biontech sucht derzeit fieberhaft nach einem Impfstoff gegen Covid-19. Die Mainzer hatten im April als erstes Unternehmen in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut die Genehmigung erhalten, einen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen. Schon diese Woche werden erste Ergebnisse erwartet.
    • Die Commerzbank plant offenbar weitere Einschnitte. Der Aufsichtsrat werde sich an diesem Mittwoch in einer außerordentlichen Sitzung mit neuen Sparplänen des Managements befassen, berichtete die dpa. Demnach könnte der im September angekündigten Sparkurs deutlich verschärft werden. Damals hatte die Commerzbank angekündigt, konzernweit 4.300 Vollzeitstellen zu streichen, zugleich aber in strategischen Bereichen 2.000 neue Jobs zu schaffen. Somit ergab sich unter dem Strich ein Abbau von etwa 2.300 Stellen. Zudem beschloss das Management im September, etwa 200 Filialen zu schließen. Nun ist in Medienberichten die Rede davon, dass die Bank bis zu 7.000 Stellen abbauen und etwa 400 Filialen schließen wolle.
    • Der Flugzeugbauer Airbus wird als Reaktion auf die Luftfahrt-Krise für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent drosseln und deshalb auch Tausende Stellen streichen. „Wir können uns von der Entwicklung bei den Airlines nicht abkoppeln", sagte Airbus-Chef Guillaume Faury der „Welt“. Derzeit seien viele fertige Flugzeuge geparkt, sagte Faury. Die Airlines nehmen sie wegen des Einbruchs im Markt durch die Corona-Krise zunächst nicht ab. Es werde bis Ende 2021 dauern, bevor Produktion und Auslieferungen wieder im Einklang stehen, sagte der Airbus-Chef dem Blatt. Den genauen Umfang des Stellenabbaus will Faury bis Ende Juli bekanntgeben. Spekuliert wird, dass bis zu 15.000 Stellen in der Zivilflugzeugsparte wegfallen könnten.
    • Der Zahlungsabwickler Wirecard steht auch in der neuen Handelswoche im Fokus an der Börse. Der ums Überleben kämpfende Zahlungsabwickler setzt trotz des Insolvenzantrags auf eine Fortführung des Geschäfts. „Der Vorstand ist der Meinung, dass eine Fortführung im besten Interesse der Gläubiger ist", teilte Wirecard am Samstag mit. Die Prüfung, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird, dauert nach Angaben des Unternehmens an. Der Geschäftsbetrieb der Konzerngesellschaften inklusive der lizenzierten Einheiten werde aktuell fortgesetzt, hieß es weiter. Es werde laufend geprüft, ob auch Insolvenzanträge für Tochtergesellschaften der Wirecard Gruppe gestellt werden müssen. Konzerngesellschaften mit Ausnahme einer kleinen Entwicklungsniederlassung hätten derzeit keine Insolvenzanträge gestellt. Nun häufen sich bei dem Skandal auch Vorwürfe gegen die Finanzaufsicht Bafin. Trotz vieler Hinweise war der Aufsicht der Umfang der mutmaßlichen Manipulationen lange nicht aufgefallen. Die Regierung in Berlin hat nun erste Konsequenzen aus dem Bilanzskandal um Wirecard gezogen und die Zusammenarbeit mit der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung DPR beendet. Der privatrechtlich organisierte Verein kontrolliert im Staatsauftrag die Bilanzen. Er habe im Fall von Wirecard nach Ansicht der Ministerien versagt, schrieb die "Bild am Sonntag". Zu den Geschädigten des zusammengebrochenen Zahlungsdienstleisers zählt auch die staatseigene Förderbank KfW. Deren Tochter Ipex-Bank habe Wirecard im September 2018 eine 100 Mio. Euro schwere Kreditlinie eingeräumt, bestätigte ein KfW-Sprecher einen Bericht der "Börsen-Zeitung". Demnach wurde die Linie vollumfänglich ausgenutzt.
    • Der Wohnimmobilienkonzern Ado Properties will den Berliner Wettbewerber Consus Real Estate komplett schlucken. Im ersten Schritt übe Ado dazu eine Call-Option mit Consus' Mehrheitseignerin Aggregate Holdings aus und erlange damit die Kontrolle über das Unternehmen, teilte die Gesellschaft am Montag mit. Den übrigen Consus-Aktionären will Ado ein freiwilliges Übernahmeangebot vorlegen. Nach eigenen Angaben hat Ado bereits Zusagen, um auf einen Anteil von insgesamt mehr als 80 Prozent zu kommen.

    Konjunktur & Politik

    • Frankreich hält an seinem Veto gegen das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur fest, da es nach Ansicht von Präsident Macron kein Handelsabkommen mit Ländern geben dürfe, die sich nicht an das Pariser Klimaabkommen halten.
    • Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat das Konjunkturpaket gegen die Folgen der Coronakrise einstimmig gebilligt. Unter anderem ist vorgesehen, den Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent befristet bis zum Jahresende zu senken und den ermäßigten Satz von sieben auf fünf Prozent zu reduzieren. Zudem soll es einen Kindergeld-Bonus in Höhe von 300 Euro je Kind geben. Die Sondersitzungen von Bundestag und Bundesrat waren notwendig, damit die Senkung des Mehrwertsteuersatzes zum 1. Juli in Kraft treten kann. „Wir haben ein Kraftpaket für Deutschland geschnürt", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Das größte Konjunkturpaket in der deutschen Geschichte könne Millionen von Bürgern entlasten und die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs bringen. Doch es gibt auch Zweifler. „Insgesamt sollten an Konjunkturprogramme nicht zu hohe Erwartungen gerichtet werden", warnte ifo-Präsident Clemens Fuest.
    • Die Zahl der noch nicht abgeschlossenen Hausverkäufe in den USA ist im Mai um 44,3 Prozent zum Vormonat gestiegen, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) am Montag mitteilte. Die Markterwartungen von rund 18 Prozent wurden klar übertroffen. Der massive Anstieg folgt auf erhebliche Rückgänge in den Monaten März und April. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren die schwebenden Hausverkäufe noch um 5,1 Prozent rückläufig.
    • Im Streit um den Autonomiestatus von Hongkong hat China Sanktionen gegen die USA angekündigt. Man werde Visa-Restriktionen gegen US-Vertreter verhängen, die sich „in der Hongkong-Frage unerhört verhalten" hätten, teilte das Außenministerium in Peking mit. Vergangene Woche hatte Washington Einreisebeschränkungen gegen Vertreter der chinesischen Kommunistischen Partei verhängt, die an der „Untergrabung" der Autonomie Hongkongs beteiligt seien.
    • Die Inflationsrate in Deutschland wird im Juni voraussichtlich 0,9 Prozent betragen, wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen in einer ersten Schätzung mitteilte. Im Mai hatte die Preissteigerungsrate 0,6 Prozent betragen. Analysten hatten mit diesem Wert auch für Juni gerechnet. Im Monatsvergleich stieg das Preisniveau um 0,6 Prozent.
    • In der Eurozone hellt sich die Stimmung in der Privatwirtschaft im Juni deutlich auf. Dies signalisiert der Economic Sentiment Indicator (ESI), der zum Vormonat um 8,2 auf 75,7 Zähler anstieg, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Das sei der stärkste jemals gemessene Anstieg, erklärte die Behörde. Mit den jüngsten Zuwächsen seien die Einbrüche vom März und April um etwa 30 Prozent aufgeholt worden, teilte die Kommission weiter mit. Der ESI ist ein breit angelegter Indikator, der die Stimmung der Unternehmen und privaten Haushalte misst.
    • Die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer wird die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte oder 6,5 Mrd. Euro vergrößern. Das haben Berechnungen des ifo Instituts für seine neue Konjunktur-Prognose ergeben, die ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag im Haushaltsausschuss des Bundestages vortrug. Danach bedeutet die Senkung von 19 auf 16 Prozent vom 1. Juli bis zum Jahresende Steuerausfälle von 20 Mrd. Euro. Hintergrund sei, dass die Nachfrage nach im Inland produzierten Konsumgütern nicht im gleichen Umfang zulege wie die Steuersenkung. „Daraus folgt nicht notwendigerweise, dass die Umsatzsteuersenkung als konjunkturpolitische Maßnahme abzulehnen ist. Man kann die Stützung der Unternehmen und die Entlastung der Konsumenten in der aktuellen Krisensituation durchaus als wünschenswert ansehen, selbst wenn es nicht zu einer starken Ausdehnung des Konsums kommt“, sagte Fuest. „Insgesamt sollten an Konjunkturprogramme nicht zu hohe Erwartungen gerichtet werden. Es ist meines Erachtens trotzdem sinnvoll und notwendig, die Konjunktur in dieser kritischen Lage mit Mitteln der Fiskalpolitik zu stützen.“ Vom gesamten Konjunktur-Paket würden 88 Mrd. Euro im Jahr 2020 wirksam. Das werde die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um rund 30 Mrd. Euro steigern oder um 0,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
    • Bundestag und Bundesrat wollen an diesem Montag in Sondersitzungen das Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Pandemie-Folgen verabschieden. Darin sind unter anderem die bis zum Jahresende begrenzte Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent zum 1. Juli sowie ein Bonus in Höhe von 300 Euro für jedes Kind vorgesehen. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, hält die geplante Mehrwertsteuersenkung nicht für geeignet, um den Konsum nachhaltig anzukurbeln. Er sagte der dpa, es werde ein Strohfeuer entzündet, das zum Jahreswechsel wie eine Steuererhöhung wirke. Auch die Händler profitierten nur bedingt, weil sie kurzfristig alle Preise neu auszeichnen und ihre Kassen umstellen müssten. Die Steuersenkung sei vor allem ein teurer Bürokratieimpuls und werde nicht für den nötigen Neustart in Deutschland sorgen.
    • Die britische Regierung plant hohe staatliche Investitionen in die Infrastruktur, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise abzumildern. Ein Schwerpunkt soll auf der Sanierung von Schulgebäuden liegen, wie der Regierungschef Boris Johnson ankündigte. Bei der Erholung von der Krise sollten „die jungen Generationen im Mittelpunkt" stehen, sagte er. Weitere Details seines Investitionsprogramms will er voraussichtlich am Dienstag bekanntgeben.
    • Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Daten der Universität Johns Hopkins zufolge weltweit bereits mehr als 500’000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Zuvor hatte die Zahl der weltweit bestätigten Infektionen die Marke von 10 Mio. überschritten. Die meisten Opfer haben die USA zu beklagen, hier starben mehr als 125'000 Menschen.
    • Bei der Abstimmung über Russlands neue Verfassung häufen sich der Wahlleitung zufolge die Beschwerden über Nötigung von Bürgern. Es gebe bisher 113 Mitteilungen über einen möglichen Druck auf Wähler, ihre Stimme abzugeben, sagte die Chefin der zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa, nach Angaben der Agentur Interfax am Sonntag. Die meisten von diesen Beschwerden müssten ernst genommen werden. Die Abstimmung läuft seit Donnerstag und endet mit einem arbeitsfreien Hauptwahltag am kommenden Mittwoch. Der russische Präsident Wladimir Putin warb am Sonntag im Staatsfernsehen für seine Politik. Russland gehe es heute viel besser als in den chaotischen 1990er Jahren. Zudem habe sich das Land erfolgreich gezeigt im Kampf gegen Coronavirus, meinte er. Die Opposition wirft Putin einen Verfassungscoup vor. Der 67-Jährige kann durch das neue Grundgesetz noch 16 Jahre bis 2036 an der Macht bleiben.
    • Im April 2019 wurden deutschlandweit 1,4 Mio. Jobs mit dem gesetzlichen Mindestlohn bezahlt. Das entspricht 3,5 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. 527.000 Jobs beziehungsweise 1,3 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse hatten einen rechnerischen Stundenverdienst unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns von 9,19 Euro. Verglichen mit dem April 2018 haben knapp 2,0 Mio. Jobs von der Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro profitiert.

    Dividendenausschüttungen

    • Siltronic (€3,00 je Aktie)
    • Software AG (€0,76 je Aktie)
    • Sartorius (€0,36 je Aktie)
    • RWE (€0,80 je Aktie)
    • RIB Software (€0,12 je Aktie)

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