Oliver Baron ist langjähriger Experte bei GodmodeTrader/Guidants und hat sich einen Namen im Bereich Anlagestrategien gemacht.

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Börsenneulinge können sich von der Vielzahl an möglichen Anlageprodukten erschlagen fühlen. Von Aktien führt das Angebot über diverse Arten von Fonds bin zu buchstäblich Millionen von strukturierten Produkten. Wie findet man sich in diesem Dschungel zurecht und vor allem: Wie fängt man an?

Zunächst einmal sollten sich Börsenneulinge mit den unterschiedlichen Anlageklassen auseinandersetzen und verstehen, mit was und worauf sie eigentlich spekulieren wollen. Aktien sind nichts anderes als Anteilsscheine von Unternehmen und sollten zumindest vom langfristig orientierten Anleger auch als solche betrachtet werden. Durch den Kauf von Aktien wird der Anleger zum Miteigentümer eines börsennotierten Unternehmens und profitiert im Idealfall vom wirtschaftlichen Erfolg dieses Unternehmens durch Kursgewinne und Dividenden.

Aktienindizes wie der DAX bilden wiederum einen breiten Korb von Aktien ab. Mit Indizes kann man auf die wirtschaftliche Entwicklung einer Region, eines Landes oder einer Branche spekulieren. Anleihen wiederum sind Schuldscheine von Staaten und Unternehmen. Früher waren Anleihen Papiere mit „risikoloser Rendite“, heute sind sie wegen der aktuellen Niedrigzinsphase allerdings weitgehend zu Anlagevehikeln mit „renditelosem Risiko“ verkommen. Falls es noch positive Zinsen bei Anleihen gibt, stehen die meist in keinem sinnvollen Verhältnis mehr zum Risiko. Anleihen spielen bei Privatanlegern ohnehin eine stark untergeordnete Rolle. Vor allem bei aktiven Tradern sind außerdem Währungen und Rohstoffe beliebte Spekulationsobjekte. Von den eben genannten „Basiswerten“ sollte man die Wertpapiergattungen unterscheiden, die konkret als Trading-Instrumente eingesetzt werden. Hier greifen Trader und Anleger häufig auf Derivate zurück. Das sind Papiere, die von den eigentlichen Basiswerten (wie Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffe) „abgeleitet“ sind. Indizes wie der DAX können zum Beispiel nicht direkt gehandelt werden, man kann aber zum Beispiel mit Hebelprodukten selbst auf kleinste Kursveränderungen spekulieren.

Sind Aktien für Börseneinsteiger das empfehlenswerteste Anlagevehikel, und wenn ja an welche Grundsätze sollte man sich bei Auswahl und Kauf halten?

Zumindest in der aktuellen Niedrigzinsphase sind die Aktienmärkte für Anleger alternativlos, wenn sie Geld längerfristig profitabel anlegen und sich so ein kleineres oder größeres Vermögen aufbauen wollen. Mit dem Kauf von Aktien können auch kleine Privatanleger in die besten Unternehmen der Welt investieren und von deren Wertentwicklung profitieren. Wer vor vielen Jahren etwa den Siegeszug des iPhones oder des Onlinehandels vorhergesehen hat und Aktien von Apple oder Amazon gekauft hat, der konnte durchaus auch mit eher kleinen Summen ein stattliches Vermögen aufbauen.

Börsen-Altmeister André Kostolany hat bekanntermaßen dazu geraten, Aktien zu kaufen, eine Schlaftablette zu nehmen und erst nach vielen Jahren wieder ins Depot zu blicken, um zu erkennen, dass man jetzt reich ist. Allerdings ist ein solcher langfristiger Ansatz erfahrungsgemäß nicht für alle Anleger geeignet und er funktioniert natürlich auch nicht mit allen Aktien. Wer so Geld verdienen will, muss schon lernen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wer eher kurzfristig traden will, kann sich neben dem Aktienmarkt natürlich auch zahlreiche andere Märkte ansehen. Allerdings ist auch bei kurzfristigen Tradern der Aktienmarkt äußerst beliebt, schließlich kann man hier auf die Entwicklung tausender unterschiedlicher Aktien spekulieren. Noch beliebter als Einzelaktien sind bei privaten Tradern eigentlich nur noch Indizes wie der DAX, der S&P 500 oder der Nasdaq-100.

Wer mit Aktien Geld verdienen will, sollte der lieber die Aktien selbst kaufen oder zu Derivaten wie Hebelprodukten greifen? Und was ist mit Indizes: Sind hier ETFs oder Hebelprodukte die bessere Wahl?

Welche Produkte man am besten einsetzt, hängt stark von der Intention des Traders bzw. Anlegers und auch von seiner Kontogröße ab. Wer mittel- bis langfristig in Aktien investieren will und auch über das nötige Kleingeld verfügt, der kauft am besten direkt Einzelaktien und/oder ETFs und verzichtet auf den Einsatz von Derivaten. Wer aber aktiv kleinere Kursveränderungen traden will, gerade auch auf der Short-Seite und einen eher kurzfristigen Zeithorizont hat, für den sind Hebelprodukte oft alternativlos. Allerdings sind Hebelprodukte auch mit einem erhöhten Risiko verbunden. Man sollte deshalb genau verstehen, wie sie funktionieren, bevor man sie einsetzt. Viele private Trader sind erfahrungsgemäß völlig überhebelt unterwegs, setzen also viel zu hohe Hebel und zu große Positionsgrößen ein. Es empfiehlt sich beim aktiven Trading, Hebel und Positionsgröße so zu wählen, dass man pro Trade nicht mehr als vielleicht ein bis zwei Prozent des Depotvolumens riskiert. Ein gutes Risiko- und Moneymanagement ist oft der entscheidende Faktor, wenn man erfolgreich traden will. Tipp: Hier geht es zur Hebelproduktesuche in Guidants und hier auf dem GodmodeTrader.

ETFs wurden bereits erwähnt. Was unterscheidet ETFs von aktiv gemanagten Fonds und worauf sollten Anleger besonders achten?

Mit ETFs können Anleger breit diversifiziert und kostengünstig zum Beispiel in die weltweiten Aktienmärkte investieren. ETF-Anteile können bequem und ohne Ausgabeaufschlag an Börsen erworben und wieder verkauft werden. Anders als bei einem aktiv gemanagten Fonds entscheidet kein Fondsmanager darüber, in welche Aktien ein ETF konkret investiert. Stattdessen wird in der Regel einfach passiv ein Index (also ein Korb von Aktien) nachgebildet.

Da die meisten Fondsmanager es ohnehin nicht schaffen, ihre Benchmark bzw. den Gesamtmarkt zu schlagen, ist der Verzicht auf ein aktives Management in den meisten Fällen eine sinnvolle Entscheidung. Durch die ETF-Revolution der vergangenen Jahre haben die meisten aktiv gemanagten Fonds eigentlich ihre Existenzberechtigung verloren. Nur dort, wo Fondsmanager längerfristig und risikobereinigt eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt nachweisen können, hat aktives Management noch eine Berechtigung.

Anleger sollten beim Einsatz von ETFs vor allem darauf achten, ein passendes Produkt auszuwählen. Inzwischen gibt es auch hier eine fast unüberschaubare Auswahl, die auch für Profis nicht immer ganz einfach zu überblicken ist. Neben ETFs, die einen bekannten Index wie den DAX oder den Nasdaq-100 abbilden, gibt es inzwischen zahlreiche ETFs auf sehr spezielle Indizes. So gibt es ETFs, die gezielt in bestimmte Branchen investieren oder auch ETFs, die eine bestimmte Strategie abbilden. Wer passiv breit diversifiziert in den weltweiten Aktienmarkt investieren will, kann sich zum Beispiel ETFs auf den MSCI ACWI IMI Index ansehen, der 8.766 Aktien aus 23 Industrieländern und 26 Schwellenländern enthält und damit rund 99 Prozent der Marktkapitalisierung des weltweiten Aktienmarktes abdeckt. Tipp: Hier geht es zur ETF-Suche in Guidants und hier auf dem GodmodeTrader.

Hebelprodukte sind vor allem im sehr kurzfristigen Anlagebereich äußerst beliebt. Was macht den Reiz dieser Gattung für Trader aus und was sind die Fallstricke, die lauern? Sind Hebelprodukte auch für Einsteiger geeignet?

Unter dem Strich verlieren private Trader leider sehr viel Geld durch den Handel von Hebelprodukten. Trotzdem sollte man diese Produkte nicht verteufeln, erlauben sie doch auch dem Privatanleger ohne dickes Bankkonto die Spekulation auch auf kleine Kursveränderungen an einer Vielzahl von Märkten. Wer mit Hebelprodukten spekulieren will, sollte aber auf jeden Fall über fortgeschrittene Kenntnisse verfügen und zudem auf ein gutes Risiko- und Moneymanagement achten.

Grundlagen zu diesen Themen kann man im Rahmen dieser Themenwoche erlernen und es empfiehlt sich, solche kostenlosen Angebote auch ausgiebig zu nutzen. Wer das Trading von der Pike auf lernen will und viele typische Anfängerfehler vermeiden will, sollte sich auch unbedingt die Tradingausbildung von Rene Berteit ansehen, die es im Rahmen der Themenwoche mit dem Rabattcode „WEBTRADE“ verbilligt gibt (899 statt 1299 Euro, Angebot nur gültig bei einem Abschluss bis zum 18.10.).

Was wäre ein angemessener Mix aus Aktien, Fonds und anderen Anlageprodukten für einen Börseneinsteiger? Und worauf sollten kurzfristig orientierte Trader gegenüber langfristig agierenden Investoren besonders achten?

Auch wenn Börsenmedien und Experten häufig das Gegenteil behaupten: Es gibt kein Patentrezept für den Börsenerfolg. Natürlich kann es vorteilhaft sein, sich Anregungen von unterschiedlichen Seiten zu holen. Entscheidend ist dann allerdings, einen Anlagestil oder eine Tradingstrategie zu finden, die nicht nur erfolgsversprechend ist, sondern auch zur eigenen Persönlichkeit und den eigenen Fähigkeiten und Kenntnissen passt. Wer es sich einfach machen will und keine Lust hat, sich intensiv mit den Finanzmärkten auseinanderzusetzen, sollte sich einfach ein passives Anlagedepot mit ETFs zusammenstellen bzw. ETF-Sparpläne einrichten. Zusätzlich kann man natürlich auch noch mit einem Teil des Depots oder einem separaten Depot aktiv zum Beispiel in Einzelaktien anlegen bzw. traden.

Wer mit einer aktiven Strategie wirklich erfolgreich sein will, braucht aber neben Wissen vor allem viel Erfahrung. Ohne anfängliche Verluste geht es leider oft nicht. Das sollten sich private Trader auf jeden Fall zu Herzen nehmen und dann auch nicht entmutigt aufgeben, wenn der Erfolg zeitweise ausbleibt. Wichtig ist, nur mit so wenig Geld zu spekulieren, dass man auch solche Verlustphasen unbeschadet überstehen kann. Wem dies gelingt, bei dem stellt sich dann meist früher oder später doch der Erfolg ein. Wichtig sind vor allem Beharrlichkeit, Selbstdisziplin, eine strikte Begrenzung von Verlusten und die Bereitschaft, aus den eigenen Fehlern zu lernen.

Die gute Nachricht: Die Beschäftigung mit der Börse und allem, was damit zusammenhängt, kann auch viel Spaß machen und interessante Einblicke bieten, wie die Welt zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht funktioniert. Schon so mancher Anleger und Trader hat an der Börse seine heimliche Berufung gefunden.


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