• ifo: Deutsche Wirtschaft startet mit Schwung ins neue Jahr
  • EZB: Leitzinsen bleiben längere Zeit auf derzeitigem Niveau
  • US-Firmen überzeugen überwiegend mit Quartalszahlen
  • Siemens plant den Verkauf der Antriebstochter Flender
  • Caterpillar profitiert von Bauboom
  • Praxair zeigt sich vor Linde-Fusion gut in Form
  • Biogen übertrifft dank Markteinführung eines neuen Mittels die eigenen Ziele
  • Mischkonzern 3M schneidet besser ab als gedacht
  • GfK-Konsumklimaindikator auf höchstem Stand seit Oktober 2001 
  • Zeitung: Daimler-Motorenwerk soll Batterien entwickeln

Markt

  • Ein kräftiger Euro-Anstieg während der EZB-Pressekonferenz hat dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag kräftige Verluste beschert. Der DAX beendete den Handel 0,87 Prozent im Minus bei 13.298,36 Punkten. Draghi zeigte sich zwar besorgt wegen des Euro-Anstiegs, das war dem Markt aber offenbar nicht genug. Auch der zunehmende Optimismus der EZB in Bezug auf die Entwicklung von Wachstum und Inflation dürfte dem Euro Auftrieb gegeben haben. Konkrete Hinweise auf eine bevorstehende Straffung der Geldpolitik lieferte die EZB allerdings nicht.
  • Dow Jones (+0,54 %) und S&P 500 (+0,06 %) gingen am Donnerstag mit neuen Rekordhochs in der Tasche aus dem Handel, der Nasdaq 100 verlor 0,04 %. Im Bluechip-Index meldeten die Industrie-Giganten 3M (+1,89 %) und Caterpillar (+0,61 %) besser als erwartete Zahlen und einen guten Ausblick, während Fluggesellschaften ihren Abwärtstrend fortsetzten, den United Continental (-4,30 %) gestern mit dem Schock-Thema Kapazitätsausbau initiiert hatte. Ford meldete ebenfalls Zahlen und verlor 3,98 Prozent. In der Nachbörse zog Intel nach Vorlage des guten Quartalsbericht um über vier Prozent, Starbucks liegt zur Minute rund drei Prozent im Minus. Ebenfalls nachbörslich misearbel zeigen sich Western Digital (-4,56 %), E*Trade (-2,14 %) und Intuitive Surgical (-1,63 %). Story des Tages war wieder einmal mehr der Dollar, beziehungsweise die turbulente Kommentarlage. Nachdem der Greenback am Mittwoch dank Mnuchin unter extremen Druck kam, den auch Draghi nicht wirklich lindern konnte, sprach US-Präsident Trump dann schließlich ein Machtwort und rückte die Währung wieder etwas zurecht. Aktuell liegt das Währungspaar EUR/USD kaum verändert bei 1,2394, nachdem im Tagesverlauf Notierungen von 1,2535 erreicht werden konnten.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Intel hat im ersten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,08 Dollar die Analystenschätzungen von 87 Cent übertroffen und mit 17,1 Milliarden Dollar auch die Umsatzerwartungen von 16,34 Milliarden geschlagen. Im ersten Quartal sieht das Unternehmen einen Gewinn je Aktie in der Spanne zwischen 0,65 und 0,75 Dollar,(Konsens $0,72), sowie Erlöse von 14,5-15,5 Milliarden (Konsens $15,03 Mrd). Die Quartalsdividende steigt um 10 % auf 30 Cent je Aktie. Nachbörslich kann die Aktie stark zulegen und notiert aktuell fast vier Prozent im Plus.
  • Siemens plant vor dem Hintergrund geplanter Umstrukturierungen den Verkauf der Antriebstochter Flender, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Das auf Getriebe spezialisierte Unternehmen könne dabei mehr als eine Milliarde Euro einbringen, hieß es.
  • Der Nettogewinn des US-Mischkonzerns 3M sank im vierten Quartal auf von 1,16 Mrd. auf 523 Mio. US.Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg dagegen um 11,7 Prozent auf 2,10 US.Dollar. Analysten hatten mit einem EPS von 2,02 Dollar gerechnet.
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Die starke Nachfrage nach Baumaschinen hat beim US-Hersteller Caterpillar für einen Umsatzsprung im 4. Quartal um 35 Prozent auf 12,9 Mrd. US-Dollar gesorgt. Die US-Steuerreform drückte den Konzern jedoch tiefer in die Verlustzone.
  • Der US-Biotechnologie-Konzern Biogen hat 2017 dank der Markteinführung eines neuen Mittels gegen Muskelschwund die eigenen Ziele übertroffen. Der Nettogewinn lag bei 6 Mrd. US.Dollar, nach 4,4 Mrd. ein Jahr zuvor.
  • American Airlines hat im vierten Quartal dank einer starken Nachfrage 8,3 Prozent mehr Umsatz verzeichnet (10,6 Mrd. Dollar). Der Nettogewinn belief sich auf 258 Mio. US-Dollar, nach 289 Mio. von Jahresfrist.
  • Im vierten Quartal stiegen die Erlöse von Ford Motor um 7 Prozent auf 41,3 Mrd. US-Dollar. Der Überschuss lag bei 2,4 Mrd. US-Dollar, nach einem Verlust von 800 Mio. vor Jahresfrist.
  • Fiat Chrysler hat 2017 dank teurer SUVs einen Gewinnschub erzielt. Der Nettogewinn stieg auf 3,5 Mrd. Euro - fast doppelt soviel wie im Jahr zuvor. 40.000 US-Arbeitnehmer werden mit im Schnitt 5.500 Dollar am Gewinn beteiligt.
  • Praxair zeigt sich vor der anstehenden Fusion mit Linde fit: Nach einem Rückgang 2016 konnte der US-Gasekonzern in 2017 Umsatz und Ergebnis wieder steigern.
  • Der Speicherchiphersteller Xilinx verbuchte im dritten Quartal Ergebnisse und Umsatzzahlen über den Markterwartungen. Für das laufende Quartal den weitere Steigerungen angekündigt.
  • Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw stampft teilweise ihr Händlernetz in Deutschland ein. Während das Händlernetz in Deutschland abgespeckt wird, werde es in Europa "keine signifikante Verringerung" geben, sagte Marken-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann nach einer Händlerkonferenz.
  • Der Maschinenbauer Manz hat im Januar 2018 eine Zahlung in Höhe von rund 43 Mio. Euro im Zusammenhang mit den CIGS-Großaufträgen erhalten. Seit dem Projektstart 2017 sind der Gesellschaft damit rund 50  Prozent der vereinbarten Gesamtzahlungen zugeflossen.
  • Laut „Stuttgarter Zeitung“ erwägt Daimler, seine Batterienetwicklung neu aufzustellen. Es liefen derzeit Gespräche, den Bereich der Konzerntochter Accumotive in die Daimler AG zu integrieren, sagte der Betriebsratschef in Untertürkheim, Nieke. Die Betroffenen hätten ihren Arbeitsvertrag dann nicht mehr mit der Daimler-Tochter geschlossen, deren Mitarbeiter unter Tarif bezahlt werden, sondern mit der Daimler AG. Langfristig dürften bis zu 400 Mitarbeiter in dem Bereich arbeiten. „Ich gehe davon aus, dass wir Anfang kommender Woche zu einer Entscheidung kommen“, sagte Nieke.
  • Der britische TV-Konzern Sky hat im ersten Halbjahr ein Umsatzwachstum von fünf Prozent auf 6,74 Mrd Pfund und einen Nettogewinn von 536 Mio. Pfund (Vj: 483 Mio.) erwirtschaftet.
  • Der Infineon-Konkurrent STMicro konnte von dem Auftragsboom im Chip- und Halbleitersektor im Jahr 2017 profitieren und konnte seinen Umsatz um ein Fünftel auf 8,35 Mrd. US-Dollar steigern, wie der Konzern mitteilte. Der Chipboom hat auch den Gewinn von SK Hynix aus Südkorea in die Höhe getrieben. Der Betriebsgewinn hat sich im vierten Quartal auf ca. 3,4 Mrd. Dollar fast verdreifacht.
  • Der Technologiekonzern SLM Solutions hat einen neuen Vertriebsvorstand bekannt gegeben: Axel Schulz soll mit Wirkung zum 01. Februar 2018 zum Vorstand der Gesellschaft bestellt werden.

Konjunktur & Politik

  • Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren in den USA ist im Dezember um 0,6 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board mit. Volkswirte hatten einen etwas schwächeren Anstieg erwartet.
  • Die Verkäufe neuer Häuser in den USA sind im Dezember stärker als erwartet um 9,3 Prozent gesunken, wie das Handelsministerium mitteilte. Analysten hatten einen deutlich geringeren Rückgang erwartet. Auf das Jahr hochgerechnet stiegen die Hausverkäufe auf 625.000.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche ist um 17.000 auf 233.000 gestiegen, teilte das US-Arbeitsministerium in Washington mit. Analysten hatten mit 235.000 Anträgen gerechnet.
  • Die jüngste Aufwertung des Euro bereitet der Europäischen Notenbank Sorge. „Die derzeitige Wechselkursvolatilität stellt eine Unsicherheitsquelle dar, die eine genaue Beobachtung erfordert", sagte EZB-Präsident Draghi. Im Blick zu behalten seien mögliche Auswirkungen auf die Preisstabilität.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt den Leitzins im Euroraum unverändert auf dem derzeitigen Rekordtief von null Prozent. Der Leitzins soll weit über das Ende des Anleihekaufprogramms hinaus auf dem Rekordtief bleiben. Die Käufe laufen mindestens bis September bzw. bis eine Annäherung an das Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent erkennbar ist.
  • Der britische Finanzminister Philip Hammond hat sich über die wiedererstarkte Landeswährung Pfund gefreut. „Wir sind sehr glücklich über den aktuellen Kurs der Währung", sagte Hammond in einem Interview mit Bloomberg. Am Morgen war der Kurs des Pfund auf bis zu 1,4329 US-Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit dem Brexit-Votum im Sommer 2016.
  • Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist auch zu Jahresbeginn hervorragend. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 117,6 Punkte gestiegen, nach 117,2 im Vormonat. Dies war auf eine deutlich bessere Einschätzung der aktuellen Situation zurückzuführen. Der Lageindex stieg auf ein neues Rekordhoch. Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate wurden hingegen etwas zurückgenommen, bleiben aber auf hohem Niveau. „Die deutsche Wirtschaft startet mit Schwung ins neue Jahr“, kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest die Daten.
  • Der GfK-Konsumklimaindex für Deutschland ist auf ein 17-Jahreshoch geklettert. Der Indexwert für Februar erhöhte sich um 0,2 Punkte auf 11,0 Zähler, wie die Nürnberger Konsumforscher mitteilten. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2001. „Die Verbraucher in Deutschland starten überaus optimistisch in das Jahr 2018“, kommentierte GfK-Experte Rolf Bürkl die Daten.
  • Der saisonbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im November um 9,0 Prozent höher als im Vormonat. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich stieg das Volumen der Auftragseingänge von September bis November gegenüber dem Zeitraum von Juni bis August um 2,0 Prozent.
  • Der europäische Nutzfahrzeugmarkt hat im vergangenen Jahr weiteres Wachstum verzeichnet. 2017 wurden rund 2,4 Mio. Fahrzeuge und damit 3,2 Prozent mehr verkauft als im Jahr zuvor, wie der europäische Verband ACEA mitteilte. Das Plus 2016 lag allerdings noch bei 11,6 Prozent.
Termine des Tages:
10:00 Uhr - DE: ifo-Geschäftslage Januar
13:45 Uhr - EWU: EZB-Zinsentscheid
14:30 Uhr - EWU: EZB-Pressekonferenz
14:30 Uhr - US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
14:30 Uhr - US: Handelsbilanz für Waren Dezember
14:30 Uhr - US: Lagerbestände Großhandel Dezember
16:00 Uhr - US: Neubauverkäufe Dezember
16:00 Uhr - US: Index der Frühindikatoren Dezember

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