Seit Jahresbeginn haben sich die weltweiten Aktienmärkte deutlich erholt. In diesem Artikel wird anhand mehrerer technischer Kennzahlen analysiert, welche Aktienindizes technisch aktuell das stärkste Bild abgeben:

    Die drei Kennzahlen sind im Einzelnen:

    • Abstand vom SMA 200: Diese Kennzahl zeigt den Abstand vom einfachen gleitenden Durchschnitt (Simple Moving Average, SMA) der letzten 200 Tage (SMA 200). Ist die Kennzahl grün, steht der Index über dem SMA 200, was tendenziell bullisch zu werten ist. Ist die Kennzahl rot, steht der Index unter dem SMA 200
    • Relative Stärke nach Levy (RSL): Die Relative Stärke nach Levy wird berechnet, indem der Wochenschlusskurs der vergangenen Woche durch das arithmetische Mittel der Wochen-Schlusskurse der vergangenen 27 Wochen dividiert wird. Ein Wert von über 1 bedeutet, dass der Index aktuell über dem längerfristigen Durchschnitt notiert, was bullisch zu werten ist. Ein Wert von unter 1 signalisiert hingegen technische Schwäche.
    • Performance seit Jahresbeginn

    Der folgende Screenshot aus der Investment- und Analyseplattform Guidants zeigt die wichtigsten Indizes im Vergleich, absteigend sortiert nach dem Performance seit Jahresbeginn. Für die deutschen Indizes wurden die gebräuchlicheren Performance-Indizes statt der international gebräuchlichen reinen Kursindizes verwendet.

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    Die wichtigsten Erkenntnisse: Seit Jahresbeginn haben praktisch alle wichtigen Indizes deutliche Kursgewinne verzeichnet. Selbst das Schlusslicht unserer Liste, der Nikkei 225, konnte noch um mehr als acht Prozent zulegen.

    Besonders stark präsentieren sich aktuell:

    • Nebenwerte in Deutschland und den USA (SDAX, Russell 2000, MDAX)
    • US-Technologiewerte (Nasdaq Composite & Nasdaq 100)
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    SDAX
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    Nasdaq 100

    Die Outperformance von Nebenwerten und Technologiekaktien ist nicht zufällig. Im Gegenteil lässt sie sich gut dadurch erklären, dass diese Marktsegmente insbesondere von den politischen Unsicherheiten, die den Gesamtmarkt weiter stark prägen, wenig beeinflusst werden. Nebenwerte sind weniger stark von der Weltkonjunktur beeinflusst als Schwergewichte aus DAX und Dow Jones. Die Geschäftstätigkeit der allermeisten Small Caps in den USA etwa ist stark auf den Heimatmarkt fokussiert. Mögliche Risiken wie Brexit oder die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China belasten hier den Ausblick weit weniger stark als bei international tätigen Großkonzernen.

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    Sollten sich die politischen Risiken wie die US-Handelsstreitigkeiten oder (weniger wahrscheinlich) der Brexit plötzlich in Luft auflösen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass gerade bei Large Caps eine stärkere Erholungsrally einsetzt als bei Nebenwerten und Technologieaktien. Sollten sich die Risiken allerdings nicht einfach so in Luft auflösen, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die zuletzt zu beobachtende Entwicklung fortsetzt. Aus Risiko-/Renditegesichtspunkten könnten Nebenwerte und US-Technologieaktien vorerst die attraktivere Alternative bleiben.

    Fazit: Alle wichtigen Aktienindizes haben sich Jahresbeginn deutlich erholt. Besonders stark war die Erholung aber bei Nebenwerten aus Deutschland und den USA sowie bei den US-Technologieaktien.