„Die wirtschaftliche Erholung wird langsam und stotternd voran gehen, und es wird lange dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht ist. Noch immer sind die Konjunkturdaten unter dem Niveau von Anfang 2020, und der Konsens der Institute und Forscher sieht das BIP der meisten großen Volkswirtschaften frühestens 2022 auf dem Niveau von 2019. Nichtsdestotrotz haben sich die Märkte an die weniger schlechten als erwarteten Daten geklammert und sind weiter nach oben geklettert.

Die Vorwegnahme einer V-förmigen Erholung kann zu Enttäuschungen führen. Zum einen bergen die steigenden Fallzahlen von Corona-Infizierten in den USA das Risiko negativer Schlagzeilen, auch wenn das Infektionsgeschehen regional begrenzt zu sein scheint. Weil alle guten Nachrichten bereits eingepreist sind, braucht es für die nächste Etappe des Anstiegs noch bessere Nachrichten. Wir bleiben daher vorsichtig und glauben nicht, dass es schon an der Zeit ist, den Portfolios ein hohes Risiko zuzumuten.

Umgekehrt sehen wir aber auch, dass das Abwärtspotenzial nach unten begrenzt ist, wenn man bedenkt, wie viele Anleger den Aufschwung verpasst haben, wie viele nach wie vor bärisch eingestellt sind und auf hohen Cashbeständen sitzen.

Wir glauben, dass die europäischen Vermögenswerte kurzfristig weiterhin zu den USA aufschließen und halten ein gewisses Engagement in europäischen Finanzwerten aufrecht, die von einer stärkeren Integration im Rahmen des Recovery Funds und von weiteren Lockerung der Restriktionen profitieren dürften.“