Frankfurt (BoerseGo.de) - An den Aktienmärkten schwanken die Kurse, die Investoren erscheinen unsicher. Dennoch bleiben Aktien eine vielversprechende Anlageklasse und es wäre ein Fehler, wenn Anleger sich Hals über Kopf aus dem Aktienmarkt verabschieden würden. Dieser Ansicht ist Michael Winkler, Chief Investment Officer der St. Galler Kantonalbank Deutschland. In den vergangenen Wochen seien Anleger angesichts anhaltender Gewinnwarnungen und teils enttäuschenden Quartalsergebnissen nervöser geworden. Zudem sei der viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober zum sechsten Mal in Folge gefallen.

Dennoch halte er Aktien weiterhin für attraktiv. Nicht zuletzt, weil Aktien nach wie vor nicht zu teuer bewertet seien, was die aktuelle Entwicklung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) zeige. So seien europäische Aktien mit einem durchschnittlichen KGV von 13 zwar teurer, aber noch lange nicht so teuer wie US-amerikanische Werte. Winkler hält diese Bewertung für fair und insbesondere im Vergleich zu Anleihen sehr attraktiv.

Der Dax habe sich unterdessen von seinen Tiefständen Mitte Oktober erholt und die 9.000 Punkte-Marke wieder deutlich hinter sich gelassen. Dennoch reagiere der Index weiterhin sensibel auf schlechte Nachrichten, sagt Winkler. So sei beispielsweise der Kurs der BASF-Aktie unmittelbar nach der Gewinnwarnung des Unternehmens um vier Prozent gesunken. Die guten Unternehmenszahlen von Daimler hingegen hätten Anleger nicht honoriert. „Der Chart des Volatilitäts-Dax (V-DAX) zeigt die Schwankungen“, sagt Winkler. Der Wert des V-DAX notiere derzeit mit über 20 Prozent relativ hoch, habe allerdings sein Jahreshoch von 31 Prozent schon wieder verlassen. Solche Phasen steigender Volatilität in Form von Nervositäts- oder Angstspitzen gebe es immer wieder, so der Experte. Stürmische Zeiten mit steigender Volatilität würden zum Wesen der Aktienmärkt gehören.