• S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 2.619,26 Pkt
  • Dow Jones - Kürzel: DJIA - ISIN: US2605661048
    Börse: NYSE / Kursstand: 24.238,26 $
  • DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 10.931,24 Pkt
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The trend is your friend. An dieser Börsenweisheit ist viel dran. Ein klarer Trend ist einfach schön, vor allem, wenn es ein Aufwärtstrend ist. Man muss nur einmal kaufen und dann abwarten. Im besten Fall kann man Jahre später ein Plus von 100-200 % verbuchen.

Langfristig, so heißt es, steigen die Börsen immer. Es kann aber auch einmal länger dauern, bis neue Hochs erreicht werden. In den USA ist eine regelmäßige Wartezeit von 7-27 Jahren möglich. Spätestens nach 20 Jahren fragt man sich, ob die Börse wirklich immer steigt (Grafik 1).


Wer vor 20 Jahren schon aktiv war, musste lange warten, bis die Hochs aus dem Jahr 2000 wieder erreicht wurden. Als es soweit war, versiegte der Bullenmarkt und man musste noch einmal 5 Jahre länger warten. Zwischen den immer wieder lang andauernden Seitwärtsphasen gibt es rekordverdächte Bullenmärkte, allen voran jenen von 1982 bis 2000.

Von der 18-jährigen Ausnahme abgesehen ist der Regelfall ein anderer. Häufig sind es nur 5-10 Jahre, in denen der Markt steigt, bevor er wieder 10-27 Jahre einschläft. Hinter uns liegen 5 gute Jahre. Das heißt, dass man so langsam wieder an eine Seitwärtsbewegung denken kann.

Natürlich kann man auch die positive Sichtweise einnahmen und von weiteren 5 fetten Jahren ausgehen, doch woher sollen die kommen? Die Bewertung des Aktienmarktes ist bestenfalls anständig, schlechtestenfalls überhöht. Das globale Wachstum kühlt sich ab und die Zeit der Sonderkonjunktur, gesponsert von China, ist endgültig vorbei.

Auch in den USA selbst gibt es kaum Argumente für eine endlose Fortsetzung der Rekordjagd. Unternehmen sind hoch verschuldet (Grafik 2). Der aktuelle Verschuldungsgrad wurde bisher nur während einer Rezession erreicht. Heute haben wir es, obwohl die Konjunktur noch boomt.

Früher oder später wird eine Konsolidierung einsetzen. Da die Verschuldung schon jetzt so hoch ist und nicht erst durch eine Rezession stark steigt, wird die Konsolidierung lange dauern. Ein solches Deleveraging kann viele Jahre in Anspruch nehmen und es wird dieses Mal so groß sein wie bisher noch nie.

US-Konsumenten sind immer noch dabei, den Schuldenberg abzubauen (Grafik 3). Immerhin ist die Bilanz der Haushalte dadurch wieder einigermaßen solide und wirkt während der nächsten Rezession als kleiner Puffer. Trotz des Abbaus der Verschuldung ist die Quote heute immer noch so hoch wie 2002. Es dauert wirklich sehr lange, bis das Deleveraging beendet ist.


Müssen Unternehmen erst einmal damit beginnen, Dividenden und Aktienrückkäufe zu stutzen (wurden ja schön auf Kredit finanziert), kann man kaum neue Allzeithochs erwarten. Der Markt ist auf dem jetzigen Niveau vermutlich an der oberen Grenze einer Range, die uns jahrelang begleiten wird.