• S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: JFD Bank / Kursstand: 3.398,96 Pkt
  • Nasdaq-100 - Kürzel: ND100 - ISIN: US6311011026
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 11.395,85 Pkt

Der Weg des Aktienmarktes ist mehr oder weniger leicht zu erkennen. Es ging einfach nach oben. Das gilt zumindest für die US-Indizes und einige europäische Pendants. Hinter dieser Gradlinigkeit verbirgt sich die Komplexität von zwei vollkommen unterschiedlichen Wirtschaftssystemen.

Bis Ende Februar war der Verlauf der meisten Indizes ähnlich, unabhängig davon, ob sie eine höhere Gewichtung von Technologiewerten oder Unternehmen der „Old Economy“ hatten. Auch während des Crashs waren die Unterschiede kaum wahrnehmbar. Erst in der Erholung kam es zur großen Divergenz.

Die ersten Wochen der Erholung begünstigten Technologiewerte zunächst nicht. Es stieg einfach alles. Das galt auch für schwer gebeutelte Branchen wie der Tourismusindustrie. In den letzten vier Monaten trennten sich die Kursverläufe immer weiter voneinander (siehe Grafik).


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J.P. Morgan beschrieb dies als K-förmige Erholung. Damit bezog sich die Bank nicht nur auf Aktien, sondern die ganze Wirtschaft. Letztendlich sind beide nicht voneinander zu trennen. Unternehmen, die etwas für das Homeoffice anboten, gewannen. Software, Chips, PCs, Versandhandel, einfach alles, was man der New Economy zurechnen kann, stieg.

Die "Old Economy" verlor. Das betraf alles, was auf physischen Kontakt angewiesen ist, aber auch viele Industrieunternehmen. Ein Blick auf den Aktienkurs von Flugzeug- und Autobauern (Elektroautos ausgenommen) sagt alles.


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Viele Investmentbanken und Ökonomen haben sich am Rezessionsalphabet versucht. Einige prognostizierten eine V-förmige Erholung, andere ein L und wieder andere ein leicht geneigtes J. Dass die Erholung in der Wirtschaft und am Aktienmarkt eher einem K gleicht, hatte niemand auf dem Radar. Jetzt wissen wir es besser.

Am Verlauf der breiten Indizes erkennt man nicht, wie viele Aktienkurse heute tiefer stehen als Mitte Mai. Genau das ist aber der Fall. Zugegeben, die Kurse sind danach nicht wieder zu den alten Tiefs gefallen. Die Erholung ist also nicht exakt K-förmig. Das muss sie auch nicht sein, denn es geht nun vor allem um das, was noch kommt.

J.P. Morgan kann sich nun eine Konvergenz vorstellen. Es dürfte die große Zeit der Nachzügler werden. Die Welt kämpft immer noch mit der Pandemie und vieles wird auch im vierten Quartal oder Anfang 2021 nicht wieder so sein wie früher. Ein Impfstoff ist jedoch in greifbarer Nähe. Die Uhr für die Normalisierung tickt.

Der Rückenwind für die Krisengewinner lässt dann nach. Sie werden auch in Zukunft wachsen. Kurzfristig könnten die Gewinne aber sogar zurückgehen. Wenn alle wieder im Büro arbeiten, kann man nicht davon ausgehen, dass Firmen wie Zoom ihren Umsatz jedes Jahr verdoppeln.

Aus Rückenwind wird für viele Gegenwind und für die bisherigen Nachzügler wird die Erholung nach Verfügbarkeit eines Impfstoffes Fahrt aufnehmen. Aktienkurse gehen der realwirtschaftlichen Entwicklung voraus. Wenn die bisherigen Krisenverlierer in den kommenden Monaten outperformen, wäre das nicht verwunderlich.

Clemens Schmale

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