Kaum jemand hätte im März erahnen können, dass die hohen Kursverluste innerhalb von vier Monaten fast vollständig wettgemacht würden. Ermöglicht hat das eine beispiellose Rallye. In den USA konnte der S&P 500 gleich 46 % ansteigen. Das ist erst das zweite Mal in der Geschichte, dass so etwas gelingt (Grafik 1). Das erste Mal kam es am Ende der Großen Depression dazu.


Nach einer so stattlichen Rally fragen inzwischen viele Marktbeobachter, was danach kommt. Eines ist ganz klar. In diesem Tempo wird es nicht weitergehen. Es stellt sich aber die Frage, ob nach einer so guten Performance nun zwangsweise die Ernüchterung kommen muss. Viele prognostizieren genau das. Was hoch steigt, kann auch tief fallen. Das scheint bei vielen das Motto zu sein.


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Intuitiv macht das Sinn. Die Fakten sprechen aber eine andere Sprache. Impulsive Aufwärtsbewegungen finden tendenziell eher am Beginn eines neuen Bullenmarktes statt und nicht am Ende. Grafik 2 zeigt dazu den S&P 500 und Rallyes mit mehr als 30 % innerhalb von vier Monaten (dem gleichen Zeitraum wie heute).


Dabei lässt sich klar erkennen, dass diese Rallys häufiger am Beginn eines Aufwärtstrends stehen oder mitten drin wie Ende der 90er Jahre und nicht am Ende. Die einzige Ausnahme war 1929 und 1930. Der Markt befand sich am Beginn der Abwärtsbewegung der Großen Depression.

In Bärenmärkten kommt es immer wieder zu stattlichen Rebounds. Daher ist es schwierig den Beginn eines neuen Bullenmarktes von einer Bärenmarktrally zu unterscheiden. Bärenmarktrallys sind tendenziell kürzer. Daher scheinen in der Statistik auch nur zwei solcher Rallys am Beginn der Abwärtsbewegung auf.

Zu Beginn der Coronakrise konnte man viele Parallelen zu 1929 erkennen. Von diesen Ähnlichkeiten sind nicht viele geblieben. Eine Wiederholung der Großen Depression wird es schlichtweg nicht geben. Die Politik wird das nicht zulassen. Bevor Notenbanken und Regierungen die Wirtschaft in den Abgrund stürzen lassen, lassen sie lieber Geld vom Himmel regnen.

Nun ist der Aktienmarkt trotz aller Stützungsmaßnahmen hoch bewertet. Moderate Rücksetzer sind zu erwarten. Die historische Rally steht deswegen aber nicht auf wackligem Fundament. Vielmehr dürfte eine Konsolidierung von einer weiteren Aufwärtsbewegung abgelöst werden.

Anleger haben durch spekulative Käufe auch wenig zu verlieren. Zumindest ist das die Lehre aus dem Crash im März. Wenn es ernst wird, greifen Staat und Notenbank ein. Korrekturen sind deswegen nicht abgeschafft, jedoch haben Anleger gelernt, dass Rücksetzer Kaufgelegenheiten sind. Nach der Rally (und Konsolidierung) kommt wahrscheinlich noch eine Rally.

Clemens Schmale


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