• S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: JFD Bank / Kursstand: 3.110,29 Pkt
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Anleger konnten durch die meisten Unsicherheiten hindurchblicken. Selbst Handelskrieg und ein drohender Abschwung haben den Markt nicht außer Fassung gebracht. Analysten nannten dafür vor allem ein Argument, den Arbeitsmarkt. Solange die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt, kann weiter fleißig konsumiert werden und wenn konsumiert wird, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Nun droht der Feld in der Brandung, der Arbeitsmarkt, so langsam zu kippen. Die Arbeitslosenrate zeigt davon bisher nichts. Sie reagiert erst relativ spät auf wirtschaftliche Entwicklungen. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe geben da viel früher Aufschluss. Nun zeigt sich hier seit über einem Jahr eine Seitwärtsbewegung (Grafik 1).


Eine Seitwärtsbewegung ist noch kein Abschwung, wäre da nicht der ungünstige Verlauf der Zinskurve. Arbeitsmarkt und Zinskurve sind eng miteinander verflochten (Grafik 2). Erstanträge und Zinskurve vollziehen Wendepunkte im Normalfall in kurzer zeitlicher Abfolge.


Nicht immer ist sofort klar, ob einer der beiden Indikatoren ein Fehlsignal gibt. Einen solchen Fall gab es im Jahr 2014. Die Zinskurve wurde wieder steiler. Die Erstanträge fielen hingegen weiter. Wer nur einen der Indikatoren im Blick hat, kann zu falschen Schlussfolgerungen kommen.

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S&P 500

Die Trendwende bei der Zinskurve sollte Anlegern zu denken geben. Der Aktienmarkt tendiert zu fallen, wenn die Zinskurve steigt (Grafik 3). Auch hier bildete 2014 die große Ausnahme. Daher ist es wichtig, auch den Arbeitsmarkt im Blick zu behalten. Solange die Erstanträge nicht steigen, ist alles in Ordnung und die von der Zinskurve angezeigte Entwicklung ist ein Fehlsignal.


Aktuell wissen wir noch nicht, ob es sich um ein Fehlsignal handelt. Die Zinskurve spricht für fallende Kurse. Der Arbeitsmarkt ist derzeit noch neutral. Weder steigen die Erstanträge, noch fallen sie. Damit der Aktienmarkt weiter gut performt, dürfen die Erstanträge jedenfalls nicht steigen.

Die US-Notenbank ist der festen Überzeugung, dass der Arbeitsmarkt stark bleibt. Entgegen der Markterwartung vor einem Jahr hat sie Recht behalten. Damit das so bleibt, muss der Fed etwas gelingen, was bisher noch nie funktioniert hat.

Der Notenbank muss es gelingen, die Wirtschaft in einem ständigen Gleichgewicht zu halten. Ein solches Gleichgewicht ist kein natürlicher Zustand. Wäre es der natürliche Zustand, gäbe es keine Konjunkturzyklen. Die Notenbank hat durch frühe Zinssenkungen wahrscheinlich Zeit gewonnen. Die Wirtschaft kann durchaus noch eine Zeit lang wachsen.

Ein ewiges Gleichgewicht darf man nicht erwarten. Da der Markt hoch bewertet ist, ist die Luft ohnehin schon dünn, selbst wenn der Notenbank das seltene Kunststück gelingt. Wie wir aus den 90er Jahren wissen, hat selbst ein solches Kunststück ein Ablaufdatum. Mittelfristig bleibt es dabei: der Markt ist stark gefährdet.