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    Als der Nikkei über 21.000 Punkte anstieg, ging es schnell. Innerhalb kurzer Zeit wurden fast 23.000 Punkte erreicht. Der explosive Anstieg ist für Charttechniker schnell hergeleitet. Dem Index gelang der Ausbruch über das Hoch aus dem Jahr 2000. Der erste Widerstand lag bei 23.000 Punkten, dem Hoch aus dem Jahr 1996.

    Wie uns die Charttechnik lehrt, ist ein Pullback an einem solche Widerstand üblich und führt den Index eventuell an das Ausbruchslevel zurück. Sofern dieses Niveau hält (21.000 Punkte), kann es weiter aufwärts gehen. In diesem Fall liegt das Ziel bei 26.000 Punkten, dem Kursstand aus dem Jahr 1991 (Grafik 1).

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    Der Chart ist freilich das eine, die Realität eine andere. So manch lukratives Chartbild entpuppt sich mit der Zeit als Ente. Es gibt jedoch gute Gründe, weshalb dies nicht für den Nikkei gilt. Allen voran ist die noch immer ausgeprägte Unterinvestierung ausländischer Anleger zu nennen. Grafik 2 zeigt die investierten Gelder parallel zum Nikkei.

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    Der parallele Verlauf ist kein Zufall. Kurse steigen, wenn die Nachfrage da ist. Ein Teil der Nachfrage kommt aus dem Ausland. Dieses hat einen Großteil der Rally allerdings verpasst. Das Ausmaß der Unterinvestierung hat sich in den vergangenen sechs Wochen abgebaut, doch im Vergleich zum Jahr 2015 ist die investierte Summe noch immer klein.

    Ausländische Investoren waren in den vergangenen Jahren immer etwas später dran. So floss noch Geld in den Markt, obwohl dieser wieder drehte. Das war etwa 2007 der Fall. Ebenso drehte der Markt nach oben, bevor die Anleger auf den Zug aufsprangen. Eindrucksvoll war das 2016 sichtbar. Der Markt drehte im Sommer. Ausländische Investoren kamen erst knapp drei Monate später zu der Party.

    Die Nachfrage nach japanischen Aktien aus dem Ausland dürfte in den kommenden Wochen und Monaten weiter ansteigen. Den Markt sollte das unterstützen. Es gibt auch kaum Gründe, weshalb man nicht in Japan investieren sollte. Das Wirtschaftswachstum in Japan selbst ist solide. Viele Unternehmen profitieren jedoch vor allem von der guten globalen Konjunktur. Japan ist traditionell ein Exportland.

    Solange die Weltwirtschaft läuft, läuft es auch in Japan. Dass Japan von der Weltwirtschaft profitieren kann, ist praktisch durch die Notenbank abgesichert. Sie pumpt weiterhin gigantische Summen in den Markt. Der Yen wird also kaum stark aufwerten und den Export gefährden.

    Inzwischen hält die japanische Notenbank Assets von 513 Billionen Yen (Grafik 3). Das sind 94 % der Wirtschaftsleistung. Was muss man eigentlich mehr wissen?

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