• NAHB-Hausmarktindex auf neuem Rekordhoch
    • Volkswagen will sich an Sixt beteiligen
    • OECD: Corona-Rezession nicht ganz so heftig
    • WTO rügt USA wegen Strafzölle auf China-Importe
    • Von der Leyen: Kaum noch Chancen auf Abkommen mit London
    • Alle Augen auf Fed-Chef Jerome Powell
    • Yoshihide Suga als Japans neuer Regierungschef gewählt
    • RKI erwartet mehrere Corona-Impfstoffe in Deutschland
    • Israel besiegelt Abkommen mit Bahrain und VAE
    • Grenke weist Vorwürfe von Viceroy zurück
    • Osram wird optimistischer
    • Lufthansa drohen weitere Einschnitte
    • Snowflake-IPO bringt mehr als 3,3 Mrd. Dollar

    DAX

    • Im Vorfeld des Fed-Zinsentscheids haben sich Anleger und Händler am Mittwoch zurückgehalten. Der DAX beendete den Xetra-Handel mit einem Plus von 0,29 Prozent auf 13.255,37 Punkte. Mit Spannung werden heute die Einschätzungen von Fed-Chef Powell zur wirtschaftlichen Lage erwartet. Analysten rechnen damit, dass er sich erneut für ein weiteres Konjunkturpaket und einen Ausbau der Arbeitslosenhilfe zur Stabilisierung der US-Wirtschaft ausspricht. Die Verhandlungen darüber zwischen Kongress und Regierung stecken seit Wochen in einer Sackgasse. Am US-Leitzins, der gerade zwischen 0,00 und 0,25 Prozent liegt, werden die Notenbanker Experten zufolge aber wohl nicht rütteln. Die Notenbank hatte sich zuletzt aber mehr Spielraum beim Ansteuern ihres Inflationsziels eingeräumt. Investoren warten gespannt darauf, was die Neuausrichtung für den künftigen geldpolitischen Kurs bedeutet. Die Industriestaatenorganisation OECD schätzt den Wirtschaftseinbruch in Europa und in den USA in diesem Jahr weniger dramatisch ein als zunächst erwartet. In China rechnet die Organisation nun mit Wachstum statt mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung. Das stützte heute etwas die Aktienkurse.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen

    • Die Aktien des Cloud-Datenbank-Anbieters Snowflake sind im Rahmen ihres IPOs fulminant in den Handel an der New York Stock Exchange (NYSE) gestartet. Der erste Kurs nach dem Börsengang betrug 245 US-Dollar, was um mehr als 100 Prozent über dem Ausgabepreis von 120 Dollar lag. Ursprünglich war nur ein Ausgabepreis in einer Spanne von 75 bis 85 US-Dollar angepeilt worden.
    • Der Volkswagen-Konzern steht offenbar vor einer Beteiligung am Münchener Autovermieter Sixt. VW werde sich wahrscheinlich an der Sixt SE beteiligen, berichtet das Manager Magazin unter Berufung auf Eingeweihte. Offiziell äußere sich niemand. Doch im Umfeld sei davon die Rede, VW plane mit einem Anteil von rund 15 Prozent, wohl gesplittet in Stamm- und Vorzugsaktien. Sixt bereite eine Kapitalerhöhung vor. Die Familie selbst hält aktuell die Mehrheit der Stimmrechte, sie wolle wohl keine Anteile abgeben. Ein Ankeraktionär aber sei willkommen, heißt es in dem Bericht.
    • Das Pharma- und Spezialchemieunternehmen Merck blickt optimistisch in die Zukunft und will den Fokus im kommenden Jahr auf den Abbau der Schulden setzen. Ab 2022 zieht der Vorstand dann wieder Zukäufe in Betracht. Angesichts des starken Geschäftsportfolios seien große Übernahmen aber weniger wahrscheinlich. Vielmehr werde man sich wohl eher gezielt durch kleinere bis mittelgroße Zukäufe ergänzen, sagte Merck-Chef Stefan Oschmann auf dem heutigen Kapitalmarkttag. In den kommenden Jahren sollen vor allem neue Medikamente, das Geschäft mit Produkten und Dienstleistungen für die Arzneimittelherstellung sowie das Halbleitergeschäft das Wachstum von Merck antreiben. Oschmann bekräftigte, dass der Konzern im Jahr 2022 im Pharmabereich rund zwei Milliarden Euro Umsatz durch neue Produkte machen will. An der Prognose für’s laufende Jahr hält er fest und erwartet einen bereinigten Betriebsgewinn bis zu 4,85 Mrd. Euro.
    • Der Baustoffkonzern HeidelbergCement ist mit seiner Geschäftsentwicklung zufrieden. „Auch wenn die Absatzmengen in einem schwierigen Umfeld weiterhin rückläufig sind, sind wir sehr gut in das dritte Quartal gestartet", sagte Unternehmenschef Dominik von Achten auf dem Kapitalmarkt am Mittwoch. Das Ergebnis im Juli und August habe deutlich über den jeweiligen Vorjahresmonaten gelegen. Dazu beigetragen hätten vor allem das Sparprogramm und stabile Preise.
    • Der Cloud-Data-Spezialist Snowflake hat bei seinem IPO in den USA 3,36 Mrd. Dollar erlöst. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die 28 Mio. Anteilsscheine zu je 120 Dollar bei Investoren untergebracht. Der Preis lag damit noch über der Verkaufsspanne, die das Unternehmen am Montag von zunächst 75 bis 85 Dollar auf 100 bis 110 Dollar angehoben hatte.
    • Der US-Elektroautohersteller Tesla will für seine Fabrik in Grünheide bei Berlin weiteren Wald roden lassen. Rund 90 Hektar Wald wurden auf dem 300-Hektar-Gelände bisher gerodet, dazu sollten nach den Plänen von Tesla noch rund 100 Hektar kommen.
    • Der US-Softwarekonzern Adobe hat einen Rekordwert beim Quartalsumsatz erzielt. Adobe hat im Quartal bis 28. August 3,23 Mrd. Dollar erreicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,57 Dollar. Damit sind beide Werte deutlich höher als von Analysten erwartet.
    • Dem US-Logistikriesen FedEx hat die Corona-Pandemie kräftige Geschäftszuwächse beschert. Weil die Verbraucher verstärkt online einkauften, hat FedEx in den drei Monaten bis Ende August ein Umsatzwachstum um 13,5 Prozent auf 19,3 Mrd. Dollar erzielt. Der Nettogewinn legte von 745 Mio. auf 1,25 Mrd. Dollar zu. Damit wurden die Prognosen der Analysten deutlich übertroffen.
    • Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus kritisieren in einem Untersuchungsbericht zu den Abstürzen zweier Boeing-Maschinen hen Flugzeughersteller und die Aufsichtsbehörden hart. Laut dem Bericht hat die Kombination aus Design-Fehlern bei Boeing, einer laxen Aufsicht durch die Regierung sowie dem Fehlen von Transparenz seitens des Flugzeugherstellers und der Aufsichtsbehörden die Bühne für zwei Abstürze der Maschine 737 Max bereitet.
    • Die Aktie von Nikola steht weiter unter Verkaufsdruck. Einem Bericht der Financial Times zufolge ermittelt nun auch das US-Justizministerium wegen Vorwürfen eines Leerverkäufers gegen den Hybrid-Truck-Entwickler. Diese Vorwürfe sowie Berichte, wonach bereits die Börsenaufsicht SEC eine Untersuchung eingeleitet hat, hatten zuletzt zu heftigen Kursabschlägen geführt.
    • Die beschlossene Verkleinerung - 2.000 Jobs sollen wegfallen, die Flotte um 100 verringert werden, bringt laut dem Lufthansa-Management den Konzern nicht aus der Krise. Auf einer internen Online-Mitarbeiterveranstaltung habe der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr am Dienstag geäußert, dass diese Schritte nicht reichen dürften, um den Konzern nach der Corona-Pandemie genesen zu lassen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Es zeichne sich nun ab, dass einige tausend Posten mehr wegfallen und rund 30 weitere Flugzeuge aus der Flotte verschwinden könnten. Mittelfristig rechne der Vorstand mit einer schleppenderen Erholung im Flugverkehr. Und kurzfristig klage man über einen Buchungseinbruch, nachdem Pläne der Bundesregierung bekannt wurden, ab Oktober Einreisende aus Risikogebieten für mindestens fünf Tage in Zwangsquarantäne zu schicken.
    • Der Lichtkonzern Osram hat vor Ende des Geschäftsjahrs 2019/2020 (Ende September) eine neue Prognose ausgelobt. Wegen zuletzt besser laufender Geschäfte in China und den USA zeigt sich der Konzern darin optimistischer. Demnach rechnet das Unternehmen nun mit einem vergleichbaren Umsatzrückgang von rund 14 Prozent, die bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei rund 8 Prozent liegen. Bislang hatte Osram für das laufende Geschäftsjahr mit einem Erlösrückgang von 15 bis 19 Prozent gerechnet. Als bereinigte Ergebnismarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) rechnete der Konzern mit 3 bis 6 Prozent vom Umsatz. Eine frühere Prognose hatte Osram im März wegen der Corona-Pandemie zurückgezogen.
    • Bei schweren Lastwagen setzt Daimler langfristig auf den Batterie-, aber auch den Brennstoffzellenantrieb. Mit Blick auf einen lokal CO2-freien Transport böten beide Technologien auch auf lange Sicht das Potenzial, sich auf dem Markt durchzusetzen, sagte der Vorstandschef von Daimler Trucks, Martin Daum. In Berlin hat Daimler am Mittwoch den Mercedes-Benz GenH2 vorgestellt, ein 40-Tonner mit Brennstoffzellen-Antrieb, der in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in Serie gehen soll. Mit Reichweiten von 1.000 Kilometern und mehr soll er das klassische Langstrecken-Segment abdecken. Parallel arbeitet Daimler an einer leistungsfähigeren Variante seines komplett mit Batterie betriebenen eActros, der Mitte des Jahrzehnts auf den Markt kommen soll. Der Lastwagen hat eine Reichweite von 500 Kilometern und ist effizienter und flexibler einsetzbar.
    • Der Softwareanbieter Teamviewer sieht in Deutschland einen Digitalisierungsschub. Es gebe derzeit schon einige sehr spannende Start-Ups im Softwarebereich, die schon eine gewisse Größe bekommen hätten, sagte Vorstandschef Oliver Steil am Dienstagabend. Die traditionell starke deutsche Industrielandschaft stehe vor einem Wandel. „Ich glaube, es wird sich jetzt ändern, weil wir in vielen dieser großen Industrieunternehmen sehen, dass (...) Software Name of the Game ist.“ Viele Universitäten bildeten in dieser Richtung aus. „Und deshalb wird sich da was verschieben." Covid, Umweltdebatte und E-Mobilität seien "Weckrufe", die gehört worden seien.
    • Der Technologiekonzern Apple hat am Dienstag eine neues Modell der Apple Watch vorgestellt, das zusätzliche Gesundheitsfunktionen aufweist. So kann die Uhr den Sauerstoffgehalt im Blut messen. Apple dürfte damit auch auf Nutzer abzielen, die in der Corona-Pandemie zunehmend zu Hause bleiben, etwa um von dort zu arbeiten. Daneben hat das Unternehmen seinem iPad-Air einen schnelleren Chip verpasst.
    • Das Rüstungselektronik-Unternehmen Hensoldt will mit seinem IPO mindestens 400 Millionen Euro einnehmen. Das Unternehmen will am 25. September an die Börse gehen, wie Hensoldt am Dienstagabend mitteilte. Die Aktien werden in einer Preisspanne von 12 bis 16 Euro angeboten. Damit ergebe sich eine Marktkapitalisierung von 1,26 bis 1,58 Mrd. Euro, hieß es. Das Angebot soll am 23. September enden. Der US-Finanzinvestor KKR hatte Hensoldt im Jahr 2017 übernommen. Der Konzern entstand 2017 aus ehemaligen Geschäftsbereichen von Airbus Defence and Space für Sensortechnologie in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit, Luft- und Raumfahrt. Hauptproduktbereiche sind Radare und optoelektronische Systeme, elektronische Kampfführung sowie Avionik.
    • Die US-Investorengruppe Viceroy Research hat dem Leasingunternehmen Grenke Bilanzfälschung vorgeworfen. Über Jahre soll die Firma ihre Bilanz aufgebläht sowie zu hohe Gewinne und Kassenbestände ausgewiesen haben, schreibt der Spiegel. Das MDAX-Unternehmen wies diese „Unterstellungen“ scharf zurück. „Ein zentraler Vorwurf lautet, dass von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1078 Mio. Euro liquiden Mitteln ein substanzieller Anteil nicht existiere. Dies ist nachweislich falsch", stellte Grenke fest. „849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank, wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Per heute beträgt das Guthaben bei der Bundesbank 761 Mio. Euro", hieß es . Viceroy Research hat Grenke-Aktien nach eigenen Angaben leer verkauft. Die Bafin kündigte an, überprüfen zu wollen, ob Grenke oder andere (Leerverkäufer) den Preis der Aktie manipuliert haben.
    • Der Chemiekalienhändler Brenntag will in 2020 einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (operatives Ebitda) von 1 bis 1,04 Mrd. Euro erreichen. 2019 standen hier 1,0015 Mrd. Euro. Das währungsbereinigte operative Ebitda für Juli und August liege jeweils knapp über dem Vorjahreswert, hieß es weiter.
    • Der IPO des Tech-Unternehmens Snowflake in den USA soll einer der größten von Tech-Aktien aller Zeiten werden. In einer aktualisierten Version des Börsenprospekts korrigierte das Unternehmen den erwarteten Verkaufskurs seiner Anteilsscheine um rund 30 Prozent nach oben.

    Konjunktur & Politik

    • Nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums könnte ein Covid-Impfstoff bis April 2021 für die gesamte US-Bevölkerung zur Verfügung stehen.
    • Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) in einer Online-Anhörung vor dem Bundestags-Finanzausschuss verteidigt. Die Käufe gehörten zum "Instrumentenkasten der Zentralbank", so Weidmann. Auch vorübergehende Abweichungen vom EZB-Kapitalschlüssel bei den Käufen wurden nach Angaben von Teilnehmern von Weidmann verteidigt.
    • Die wöchentlichen US-Rohöllagerbestände sind in der vergangenen Woche um 4,4 Millionen Barrel auf 496,0 Millionen Barrel gesunken. Erwartet wurde eigentlich ein Anstieg um 2,1 Millionen Barrel. Die inoffiziellen Daten des privaten American Petroleum Institute (API) vom Vorabend hatten einen Rückgang um 9,5 Millionen Barrel gezeigt.
    • Der NAHB-Hausmarktindex in den USA ist im September zum Vormonat um 5 Punkte auf 83 Zähler gestiegen, wie die National Association of Home Builders am Mittwoch mitteilte. Dies ist der höchste jemals ermittelte Wert. Analysten hatten mit einer Stagnation gerechnet.
    • Der US-Einzelhandel hat seine Umsätze von Juli auf August um 0,6 Prozent gesteigert, teilte das Handelsministerium mit. Analysten hatten einen Zuwachs um 1,0 Prozent vorhergesagt. Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen die Gesamterlöse 2,6 Prozent höher.
    • Der coronabedingte Wirtschaftseinbruch fällt nach Einschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) nicht ganz so krass aus wie zunächst befürchtet. Die deutsche Wirtschaft hat laut dem IWH einen erheblichen Teil des schweren Corona-Einbruchs vom Frühjahr bereits wettgemacht. Dennoch dürfte die Wirtschaftsleistung (BIP) im laufenden Jahr stark schrumpfen, wie das IWH am Mittwoch mitteilte. Das Institut rechnet für 2020 mit einem Einbruch des BIP um 5,7 Prozent. Kommendes Jahr sei mit einer teilweisen Erholung um 3,2 Prozent zu rechnen. „Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Halbjahr 2020 deutlich stärker zurückgegangen als während der Finanzkrise im Winterhalbjahr 2008/2009", sagte IWH-Experte Oliver Holtemöller. Mittlerweile sei die Wirtschaft aber auf dem Weg in eine neue Normalität.
    • Die Welthandelsorganisation WTO hält US-Strafzölle auf chinesische Importe für widerrechtlich. In einem Bericht der WTO heißt es, die US-Regierung verstoße mit den Strafzöllen gegen internationale Handelsregeln. Die USA hätten keine ausreichenden Belege oder Begründungen für ihr Vorgehen geliefert. Die WTO forderte Washington auf, seinen vertraglichen Verpflichtungen künftig wieder nachzukommen. China hat die Aussagen der Welthandelsorganisation begrüßt. China schätze die objektive und faire Entscheidung des WTO-Expertenteams, sagte der Pekinger Außenamtssprecher Wang Wenbin am Mittwoch.
      Nach Einschätzung von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist ein Post-Brexit-Handelsabkommen mit Großbritannien zum Ende der Übergangsphase kaum noch machbar. „Mit jedem Tag schwinden die Chancen, dass wir doch noch rechtzeitig ein Abkommen erzielen", sagte von der Leyen am Mittwoch in ihrer Rede zur Lage der Union. Die Gespräche seien nicht so weit wie erhofft, und es bleibe nur noch sehr wenig Zeit. Die Pläne des britischen Premierministers Boris Johnson, Teile des bereits gültigen Brexit-Abkommens mit einem neuen britischen „Binnenmarktgesetz" auszuhebeln, kritisierte sie. Das Abkommen sei auch vom britischen Parlament ratifiziert. „Es kann nicht einseitig geändert oder missachtet oder ignoriert werden", sagte von der Leyen. Sie schlug in ihrer Rede zudem eine Verringerung des CO2-Ausstosses in der EU um mindestens 55 Prozent ab 2030 vor. Bisher lag das Klimaziel bei minus 40 Prozent. Dies beruhe auf ausführlichen Folgeabschätzungen, sagte von der Leyen. Europas Industrie und Wirtschaft seien in der Lage, dies zu erreichen. Der Vorschlag fließt in das EU-Klimagesetz ein, das die Kommission bereits im März auf den Weg gebracht hat.
    • Der Wirtschaftseinbruch in diesem Jahr dürfte nach Einschätzung der Industriestaatenorganisation OECD in Europa und in den USA glimpflicher als zuletzt noch angenommen verlaufen. Dagegen liegen Indien, Mexiko oder Südafrika unter bisherigen Erwartungen, teilte die OECD in einem Konjunkturbericht mit. Für Deutschland wird am laufenden Jahr ein Minus beim BIP von 5,4 Prozent angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas dürfte in diesem Jahr sogar um 1,8 Prozent wachsen.
    • Hurrikan "Sally" ist an der US-Golfküste auf Land getroffen. Das Auge des Sturms hatte am frühen Mittwochmorgen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 Stundenkilometern nahe der Stadt Gulf Shores im Bundesstaat Alabama ersten Landkontakt, wie das Nationale Hurrikanzentrum mitteilte. Das entspreche einem Hurrikan der Stufe zwei von insgesamt fünf. Zugleich warnte die Behörde vor möglichen "katastrophalen und lebensbedrohlichen Überschwemmungen" entlang des betroffenen Küstengebiets.
    • Die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neue Coronavirus geben wird. Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe für bestimmte Bevölkerungsgruppen geeignet wären, sagte Kommissions-Vize Wicker den Funke-Zeitungen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen 24 Stunden 1.901 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das waren 494 mehr als am Vortag. Damit sind rechnerisch derzeit etwa 18.295 aktive Infektionsfälle hierzulande bekannt.
    • Die Inflation in Großbritannien ist im August merklich zurückgegangen. Die Jahresrate stieg lediglich um 0,2 Prozent, teilte das Statistikamt ONS mit. Im Vormonat hatte die Inflationsrate noch 1,0 Prozent betragen. Analysten hatten sogar mit einem noch stärkeren Rückgang der Rate gerechnet.
    • EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen stellt heute vor dem Europäischen Parlament ihre politischen Vorhaben für die kommenden Monate vor. Im Zentrum ihrer ersten Rede zur Lage der Union dürfte die Bewältigung der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen stehen. Weiterhin werden Aussagen zur Klimapolitik erwartet. Auch der Brexit, die Digitalisierung und die Asylpolitik der EU dürften Themen der Rede sein.
    • US-Präsident Trump wollte nach eigener Aussage den syrischen Machthaber Baschar al-Assad im Jahr 2017 töten lassen. Der damalige US-Verteidigungsminister Jim Mattis habe sich jedoch gegen die Operation ausgesprochen, sagte Trump zu Fox News. „Ich hätte ihn lieber ausgeschaltet", so der Präsident.
    • Nicht nur die Preise für Wohnimmobilien liegen auf einem Rekordhoch, auch Bauland hat noch nie so viel gekostet wie im vergangenen Jahr. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lag der durchschnittliche Kaufwert baureifer Grundstücke 2019 bei 189,51 Euro pro Quadratmeter. Zehn Jahre zuvor waren es noch rund 122,00 Euro. Besonders viel mussten Investoren in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg bezahlen. Dort kostete der Quadratmeter Bauland 1.328,48 Euro bzw. 1.157,91 Euro. Am niedrigsten waren die durchschnittlichen Kaufwerte dagegen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern: Hier lagen sie unter 60 Euro pro Quadratmeter.
    • Die japanischen Exporte erlitten im August abermals einen zweistelligen Rückgang. Offizielle Daten des Finanzministeriums zeigen einen Einbruch um 14,8 Prozent im Jahresvergleich. Ökonomen hatten aber mit einem noch stärkeren Rückgang von 16,1 Prozent gerechnet. Es ist bereits der sechste Monat in Folge mit einem zweistelligen Minus. Auch die Importe fielen im Jahresvergleich im August um fast 21 Prozent.
    • Der Chef der Regierungspartei LDP, Yoshihide Suga (71), ist neuer Premierminister Japans. Er hat die entsprechende Abstimmung in einer außerordentlichen Parlamentssitzung in Tokio wie erwartet für sich entscheiden können. Suga folgt Shinzo Abe, der mit einer Amtszeit von 7 Jahren und 8 Monaten einen neuen Rekord aufgestellt hat. Abe war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Suga will dessen Politik fortsetzen und damit für Kontinuität sorgen, den Schwerpunkt aber auf wirtschaftliche Reformen setzen.
    • Israel hat mit Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten in Washington Vereinbarungen zur Aufnahme gegenseitiger diplomatischer Beziehungen unterzeichnet. Die Verträge waren unter Vermittlung der USA zustande gekommen. Die Palästinenser bekräftigten ihre Ablehnung der Abkommen.

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