Bullen legen sich Argumente zurecht, weshalb der Markt weiter steigen kann und nicht überbewertet ist. Zu den Argumenten zählt der altbekannte Verweis auf das niedrige Zinsniveau. Bewertung und Zinsen sind keine geheimnisvolle Korrelation. Tiefe Zinsen rechtfertigen eine höhere Bewertung von Aktien. Man kann auch berechnen, wie viel höher die Bewertung je nach Zinsniveau sein darf. Um es abzukürzen: selbst das aktuelle Zinsniveau rechtfertigt die Bewertung in den USA und vielen anderen Märkten nicht mehr. Zinsen werden nur noch als Reflex argumentativ genannt. Fundiert ist das nicht mehr. Dann gibt es noch das Argument, dass Regierungen der Bevölkerung Geld schenken. Das trifft zumindest in den USA treffend zu. Es wird daher einen großen Boom geben. Das sehe ich ähnlich. Der Boom repariert aber das, was zuvor kaputtgegangen ist. Der Markt steht wesentlich höher. Regierungen müssten also noch jahrelang Konjunkturprogramme auflegen, um das Niveau zu rechtfertigen. Wie man es dreht und wendet, das Marktgeschehen und die Bewertung lassen sich nicht ernsthaft rechtfertigen. Unter all den möglichen Erklärungen, bleiben zwei. Eine ist durchaus auf rationales Verhalten zurückzuführen, die andere nicht. Zuerst zu der Variante, die rational ist.

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