Gastbeitrag von Dr. Christoph Bost, Experte auf Guidants (jetzt folgen!)

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Der chinesische Elektronikkonzern Huawei steht noch immer auf der schwarzen Liste, somit ist eine wesentliche Forderung des chinesischen Präsidenten von Seiten der USA bisher nicht erfüllt worden.

Im Gegenzug ignoriert China aber auch die Forderung des US-Präsidenten mehr landwirtschaftliche Waren in den USA zu kaufen. Dennoch wurden telefonisch die Handelsgespräche wieder aufgenommen. Gleichzeitig aber drängt eine Gruppe im Nationalen Sicherheitsrat unter der Führung von Robert Lighthizer auf neue Sanktionen gegen Peking aufgrund iranischer Ölimporte und im Gegenzug will Peking Sanktionen gegen US-Firmen verhängen, die an einem Waffengeschäft mit Taiwan beteiligt sind.

Doch damit nicht genug, insgesamt werden die Gespräche auch durch den Handel selbst belastet, sind die Exporte Chinas in die USA doch im ersten Halbjahr nur um 8,1 % gefallen, während die Importe um 29,9 % rückläufig waren. Der Handelsbilanzüberschuss ist entsprechend um rund 20 % gestiegen.

Präsident Trump wirft China und Europa Währungsmanipulation vor, Nationen die wesentlich stärker abwerten wie zum Beispiel Australien werden nicht erwähnt. Nun fordert der US-Präsident eine Teilnahme am Abwertungswettbewerb und hat die Notenbankkandidaten indirekt aufgefordert dieses Spiel voranzutreiben. Die Bank of America bestätigt ihm, dass der US-Dollar 13 % über seinem langfristigen Durchschnitt notiert.

Ein Ende des Handelskriegs wird aber immer dringlicher, meldet das deutsche Logistikunternehmen DHL in seinem neuen vierteljährlichen Bericht doch, dass ein signifikanter Abschwung im Gange ist. Das Unternehmen misst mit seinem Global Trade Barometer rund 75 % des Welthandels im Bereich Luft und Seecontainer Fracht. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang im Seehandel, welcher sowohl die USA als auch China trifft, während im Luftverkehr besonders die USA betroffen sind. Die miserable Lage wird auch von der äußerst schwachen Entwicklung der Wirtschaft in Singapur unterstrichen, ist das Land doch der wichtigste globale Handelsknotenpunkt. Im zweiten Quartal ging das anualsierte Wirtschaftswachstum um 3,4 % zurück. Eine weitere Bestätigung für den negativen Trend ist die inzwischen steigende Zahl von Insolvenzen weltweit.