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Den Haag (GodmodeTrader.de) - Die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind so günstig wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. Seit Ende vergangenen Jahres zeigt das globale Wachstum nach zwei Jahren mit nachlassender Dynamik nach oben. Eine Kombination aus sich beschleunigendem Gewinnwachstum, aufhellendem Geschäftsausblick und steigenden Investitionen hat das globale Wachstum ans obere Ende seiner Bandbreite seit der Finanzkrise getrieben, wie Valentijn van Nieuwenhuijzen, Chief Investment Officer bei NN Investment Partners, im Jahresausblick 2018 schreibt.

„Die brennende Frage ist natürlich, ob das globale Wachstum seine langjährige Obergrenze von rund 3,5 Prozent im Jahr 2018 durchbrechen wird. Um mit der ‚schlechten‘ Nachricht zu beginnen: unserer Ansicht nach nicht. Ein nachhaltiger Durchbruch würde darauf beruhen, dass die erwähnte Kombination aus Gewinnwachstum, Geschäftsausblick und Investitionen weiter an Stärke gewinnt. Auch wenn das Gewinnwachstum weiter im zweistelligen Bereich liegen dürfte, wird es sich vermutlich abschwächen, da die die zyklische Erholung des Produktivitätswachstums vorerst größtenteils ihren Lauf genommen hat und die Preissetzungsmacht nicht zunehmen wird“, so van Nieuwenhuijzen.

Zugleich sollten die Löhne moderat ansteigen, insbesondere in den USA und Japan. Die Abkühlung des Gewinnwachstums gehe einher mit einer Stabilisierung des Geschäftsausblicks,

was nahelege, dass die Investitionsdynamik der Unternehmen robust bleiben sollte, sich wahrscheinlich aber nicht beschleunigen werde, heißt es weiter.

„Die gute Nachricht ist, dass das Wachstum vermutlich nicht ins Stocken geraten wird. Das Wachstum steht auf so breiten Füßen wie seit 2008 nicht mehr. Das lässt sich auf Branchenebene beobachten, aber auch auf Länderebene. Das erklärt wahrscheinlich auch, warum sich der Welthandel im letzten Jahr so stark erholt hat und warum die Schwellenländer jetzt auch mit von der Partie sind. Darüber hinaus steigen sowohl die Verbrauchernachfrage als auch die Investitionsaufwendungen stark an, während die Risiken in Bezug auf die Fiskalpolitik eher nachlassen. Das deutet darauf hin, dass das Wachstum auch von der Nachfrageseite Unterstützung erfährt“, so van Nieuwenhuijzen.

Während die reale Seite der Wirtschaft voranpresche, bleibe die nominale Seite rätselhaft. Lohn- und Preisinflation sowie das Produktivitätswachstum blieben verhalten. Diese Säulen würden im Jahr 2018 ausschlaggebende Faktoren sein: Sie müssten wieder aufleben, um das Nominalwachstum nach oben ausbrechen zu lassen – und um den einen weiteren Aufwärtstrend bei wachstumsorientierten Vermögenswerten wie Aktien anzuheizen. Das Rätsel der niedrigen Inflation/niedrigen Produktivität verlange eine erhöhte Unsicherheitsprämie und sei der Hauptgrund für eine Marktökologie, die hohe absolute Bewertungen (und niedrige erwartete Renditen) in Kombination mit nach wie vor attraktiven relativen Bewertungen aufweise, heißt es weiter.

„Die Angst vor überhöhten Bewertungen ist verständlich. Aber seinen Investmentansatz zu stark auf Angst zu basieren, führt zu Chancenverlusten, die möglicherweise das Renditepotenzial schmälern. Unsere Analysen zu den Treibern des Anlegerverhaltens weisen darauf hin, dass wir bei riskanten Anlagen sicherlich noch kein negatives Ter-rain betreten haben. Die Kennzahlen für die Marktstimmung, die Emotionen der Anleger, das Herdenverhalten, die Liquiditätsbedingungen und die Positionierung tragen zu dieser Schlussfolgerung bei. Aber die einfachste Erklärung ist, dass es immer noch keine klaren Anzeichen für übertriebenen Optimismus an den Märkten gibt“, so van Nieuwenhuijzen.

Aktien sind die von NN Investment Partners bevorzugte Anlageklasse für 2018. Das fundamentale Umfeld für die Aktienmärkte sei so gut wie seit Jahren nicht mehr, mit starken gesamtwirtschaftlichen Daten und einem zweistelligen Gewinnwachstum in diesem und im nächsten Jahr. Zugleich werde die niedrige Inflation eine schnelle Straffung der Geldpolitik verhindern, heißt es weiter.

Patrick Moonen, Chefstratege Multi Asset bei NN Investment Partners meint dazu: „Die Bedingungen für Aktien kommen nahe an ein optimales Szenario heran. Neben dem freundlichen fundamentalen Bild hat sich die Marktdynamik in den vergangenen Monaten erheblich verbessert. Das Momentum ist stark und die Allokation in Aktien nimmt zu, ist aber noch nicht überzogen. Die Anleger sind optimistisch, aber noch lange nicht euphorisch, wie Stimmungsindikatoren signalisieren… Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse sind zwar hoch, aber unter Berücksichtigung der aktuellen Position im Gewinnzyklus nicht extrem. Im Verhältnis zu festverzinslichen Anlagen liegen die Aktienbewertungen auf ihren historischen Durchschnittswerten oder etwas darunter.“