Per saldo nur leichte Bewegung an den internationalen Aktienmärkten. Ölpreis kletterte zeitweise wieder auf über 61 USD.

USA: Ruhige Börsenwoche

Die amerikanischen Aktienmärkte zeigten sich erneut richtungslos und die Indizes bewegen sich weiterhin in den seit November gesehenen Bandbreiten. Die vergangenen Tage hielten dabei allerdings auch nur wenige Impulse bereit, um neue Energie für Aufwärtstendenzen zu sammeln. Auf Konjunkturseite beschränkte sich der Newsflow im wesentlichen auf Industrieproduktion, Auftragseingang der Industrie und Verbrauchervertrauensindex der Universität Michigan. Das Produktivitätswachstum der Industrie war dabei im dritten Quartal stärker als ursprünglich gemeldet und auch der Auftragseingang übertraf die Erwartungen. Der Index aus Michigan signalisierte zudem eine höhere Kaufbereitschaft der Verbraucher. Der stark beachtete private Konsum macht etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Die übrigen Faktoren rückten in den Hintergrund. Die wöchentliche Zahl an Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe hat sich leicht um 6.000 auf 327.000 erhöht. Der Ölpreis zog unterdessen zeitweise auf über 61 USD je Barrel WTI an, was den Aktienhandel dämpfte. Spekulationen über die laufende Heizperiode auf der nördlichen Hemisphäre haben die Nachfrage wieder anziehen lassen.

Von Seiten der Unternehmen kamen ebenfalls nur wenige und zudem gemischte Impulse. So wies Sears Holding nach Vorlage von aktuellen Geschäftszahlen ein kräftiges Plus beim Aktienkurs auf. Der drittgrößte Einzelhandelskonzern der USA hatte im dritten Quartal die durchschnittlichen Gewinnerwartungen am Markt deutlich übertroffen. Mit Abschlägen mussten hingegen die meisten Aktien des Pharmasektors kämpfen. Schon seit längerer Zeit leidet der Bereich unter einem schwierigen Umfeld. Im Technologiebereich richteten sich die Augen der Marktteilnehmer auf die Halbleiterkonzerne Texas Instruments und Intel. Die Anleger reagierten aber weder auf den Zwischenbericht von Texas Instruments noch den von Intel mit besonderer Euphorie. Ganz im Gegenteil: beide Aktien gehörten zu den Wochenverlierern.

Japan: Handelsfehler bringt Nikkei in Turbulenzen

Per saldo zeigte sich der Tokioter Aktienmarkt in freundlicher Verfassung. Allerdings verlief hier die Woche alles andere als ruhig. So gab der Nikkei 225 Index am Donnerstag um über 300 Punkte nach, nur um tags darauf wieder ein Großteil der Verluste aufzuholen. Auslöser für die Unruhe war der Fehler eines Händlers, der eine fatale Verkaufsorder veranlasste und damit erhebliche Verunsicherung an der Börse verursachte. Nach Klärung des Vorfalls zeigten sich die Anleger erleichtert und nutzten die Kurskorrektur als Kaufgelegenheit. Der längerfristige Aufwärtstrend setzte sich anschließend wieder fort. Die unerwartet schwachen Daten zum japanischen Bruttoinlandsprodukt, welches für das vergangene Quartal nach unten revidiert wurde, fanden hingegen nur geringe Aufmerksamkeit.

Europa: Anleger gönnen sich eine Verschnaufpause

An den europäischen Börsenplätzen setzte sich die Aufwärtstendenz der vorangegangenen Wochen nicht weiter fort. Stattdessen hielten sich die Anleger insgesamt zurück und begnügten sich mit der Verteidigung des erreichten Niveaus. Einerseits haben die hiesigen Indizes im bisherigen Jahresverlauf bereits so deutlich zugelegt, dass die Luft für weitere Anstiege dünner wird. Andererseits warteten vielleicht einige Marktteilnehmer noch auf eine leichte Korrektur, um dann in den verbleibenden Handelstagen des Jahres noch von einer neuerlichen Kursdynamik zu profitieren. So oder so ergab sich für die Vorwoche ein verhaltenes Bild im DAX. Belastet zeigten sich unter anderem die Versicherungsaktien wie Münchener Rück und Allianz, die nach den starken Anstiegen der Vorwochen unter Gewinnmitnahmen litten. Zudem verringerte die HypoVereinsbank ihren Anteil an der Münchener Rück auf unter fünf Prozent, was den Kurs schwächte. Aufwärts ging es hingegen mit Siemens, nachdem Restrukturierungspläne bekannt wurden. In guter Verfassung präsentierte sich auch die Aktie von adidas. Der Sportartikelhersteller erreichte nach Aussage des Marketingvorstands bereits sechs Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 seine Verkaufsziele für Lizenzprodukte wie Trikots und Fußbälle. Der neu entwickelte Spielball wurde am letzten Freitag in Leipzig im Rahmen der Gruppenauslosung zum WM-Turnier vorgestellt. Die Deutsche Börse hat in ihrem Arbeitskreis Aktien unterdessen mehrere Indexanpassungen beschlossen. Wie erwartet wird Hypo Real Estate den Platz der HypoVereinsbank im DAX 30 einnehmen. Im TecDAX ersetzen die beiden Solarwerte Q-Cells und Ersol die Halbleitertitel Elmos und Micronas. Die Umsetzung erfolgt per 19. Dezember.

Ausblick: Zahlreiche Konjunktur- und Unternehmenstermine

Von einer besinnlichen Adventszeit kann an den Börsen noch nicht die Rede sein. Vor den ruhigen Festtagen müssen erst noch eine Reihe von Veröffentlichungen abgearbeitet werden, sodass sich die Anleger in dieser Woche auf ein buntes Potpourri aus Konjunktur- und Unternehmensdaten einstellen können. Während bei den Firmenzahlen insbesondere amerikanische Investmentbanken sowie der Softwarekonzern Oracle im Zentrum des Interesses stehen dürften, ist bei den Angaben zur Wirtschaftsentwicklung der Fokus vor allem auf die FED-Sitzung, den Einzelhandelsumsatz und die Industrieproduktion in den USA gerichtet. Daneben sind von jenseits des Atlantiks Daten zu Preisentwicklung, Leistungs- und Handelsbilanz sowie mehrere Einkaufsmanagerindizes zu erwarten. Hierzulande erscheinen mit dem Ifo- sowie dem ZEW-Konjunkturerwartungsindex ebenfalls zwei viel beachtete Indikatoren. Am Freitag steht zudem wieder ein großer Verfallstag an den Terminbörsen an. Die außerordentliche OPEC-Sitzung in Kuwait und der Tankan-Bericht aus Japan runden schließlich den breit gefächerten Terminreigen ab.

Quelle: Union Investment

Gegründet 1956, zählt Union Investment heute zu den größten deutschen Investmentgesellschaften. Rund 122 Mrd. Euro verwaltet die Gesellschaft per Ende Dezember 2004. Die Produktpalette für private Anleger umfasst Aktien-, Renten- Geldmarkt- und Offene Immobilienfonds sowie gemischte Wertpapier- und Immobilienfonds und Dachfonds. Anleger erhalten diese Produkte bei allen Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und PSD-Banken. Rund 4 Millionen Anleger nutzen überdies die Depotdienstleistungen der Union Investment.