Berlin (Godmode-Trader.de) - Erneuerbare Energien haben in den ersten drei Quartalen dieses Jahres rund 43 Prozent des Bruttostromverbrauchs abgedeckt. Das zeigen vorläufige Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch mit 48 Prozent noch deutlich höher als in diesem Jahr.

Dies war allerdings von einem ungewöhnlich windreichen ersten Quartal 2020 und einen durch die Corona-Einschränkungen deutlich niedrigeren Stromverbrauch geprägt, berichtete der BDEW. In diesem Jahr lag der Stromverbrauch wieder auf üblichem Niveau.

Einen ausgeprägten Rückgang gab es im bisherigen Jahresverlauf demnach bei der Stromerzeugung aus Windenergie an Land. Denn das laufende Jahr war deutlich windärmer als das Vorjahr. Im Juni erzeugten Windenergieanlagen an Land laut BDEW nur 3,4 Mrd. Kilowattstunden Strom, das ist der niedrigste Monatswert seit August 2015. Im gleichen Monat gab es jedoch einen Höchstwert bei der Stromerzeugung aus Solarenergie. Viel Sonne und der kontinuierliche Ausbau von Photovoltaikanlagen hätten im Juni dazu geführt, dass 7,8 Mrd. Kilowattstunden Strom durch Photovoltaikanlagen erzeugt worden seien. Dies seien elf Prozent mehr als im bislang stärksten Monat, dem Juni 2019.

„Die Energiewende muss ganz oben auf der To-Do-Liste der neuen Bundesregierung stehen“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Das bedeutet vor allem: Mehr Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau, insbesondere bei der Windenergie an Land. Hemmnisse wie langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren, fehlende Flächen und uneinheitliche Regelungen im Artenschutz müssen dringend aus dem Weg geräumt werden“.

Andreae weist darauf hin, dass Phasen mit ungünstigen Wetterverhältnissen ausgeglichen werden müssen, so sollte auch die Entwicklung von Speichertechnologien vorangetrieben und in regelbare gesicherte Kraftwerksleistung auf Basis von Gas investiert werden. Neue Gaskraftwerke und Gas-KWK-Anlagen müssten technologisch bereits in der Lage sein, zukünftig Wasserstoff als Energiequelle zu nutzen und damit langfristig klimaneutral arbeiten zu können.“

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres lag die Bruttostromerzeugung nach vorläufigen Berechnungen bei 426 Mrd. Kilowattstunden – ein Anstieg von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden knapp 178 Mrd. kWh Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt. Davon stammten gut 63 Mrd. kWh aus Wind an Land, knapp 46 Mrd. kWh aus Photovoltaik, knapp 37 Mrd. kWh aus Biomasse, rund 16 Mrd. kWh aus Wind auf See und knapp 16 Mrd. kWh aus Wasserkraft. Aus konventionellen Energieträgern wurden knapp 249 Mrd. kWh erzeugt. Im Vorjahreszeitraum waren es knapp 220 Mrd. kWh.