• SMI - Kürzel: SMI - ISIN: CH0009980894
    Börse: Citi Indikation / Kursstand: 8.512,06 Pkt)

Zürich (GodmodeTrader.de) - Die Märkte werden in diesem Jahr voraussichtlich seitwärts tendieren. Aktien dürften bis zum Jahresende zulegen, jedoch nur mäßig. In den USA hat das Gewinnwachstum seinen Höhepunkt überschritten. Das erste Quartal wird im Vergleich zum Vorjahr das beste Quartal 2018 bleiben, wie Larry Hatheway, Group Head GAM Investment Solutions und Chefökonom bei GAM Investments, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Die US-amerikanischen Marktmultiplikatoren lägen über dem Durchschnitt und ließen damit weniger Spielraum für eine von Bewertungen getragene Outperformance. In Regionen, die noch ein positives Momentum bei den Unternehmensgewinnen ausweisen könnten, böten Aktien dennoch Chancen, so etwa in den Schwellenländern, teilweise in Japan und auch in Europa, heißt es weiter.

„An den Anleihenmärkten ist die Situation dagegen eher festgefahren: Anleihenrenditen und kurzfristige Zinsen werden voraussichtlich mit dem zunehmenden Wachstum steigen, die Inflation zieht an und die Zentralbanken setzen die geldpolitische Normalisierung fort“, so Hatheway.

Mehrere Faktoren hätten dazu geführt, dass die Stimmung dieses Jahr im Vergleich zu 2017 umgeschlagen habe. 2017 seien die Aktienmärkte von hohen Gewinnen und geringen Kursschwankungen geprägt gewesen, während in diesem Jahr Volatilität und richtungslose Aktienmärkte vorherrschten. Erstmals seien die Anleger im Februar verunsichert gewesen, da sie eine steigende US-Inflation und mögliche Reaktionen seitens der Fed sowie anderer Zentralbanken fürchteten. Zwar habe sich diese Besorgnis wieder gelegt, doch angesichts der anhaltenden Flaute in vielen Volkswirtschaften dürften die Inflationsängste in diesem Jahr zurückkehren, heißt es weiter.

„Spannungen im Welthandel boten zuletzt weiteren Anlass zur Sorge. Weitere schwierige Verhandlungen zwischen den USA und ihren wichtigsten Handelspartnern stehen bevor. Der Ausgang der potenziellen Streitigkeiten ist unklar, wobei die Populisten den Handelskonflikt weiter schüren und damit auch künftig für Spannungen sorgen dürften“, so Hatheway.

Wachstumsenttäuschungen seien ein weiterer Faktor gewesen, der die Märkte im ersten Quartal 2018 gestört habe. Diese Bedenken dürften sich aber wieder auflösen. Es gebe wenig Anlass zu der Befürchtung, dass die Weltkonjunktur an Fahrt verliere und die Unternehmensgewinne in Mitleidenschaft ziehe. Die „Wachstumsdelle“ im ersten Quartal werde wahrscheinlich eher als saisonbedingt und vorübergehend gewertet und Mitte des Jahres von einem Aufschwung abgelöst werden. Deshalb stelle die Inflation – und nicht etwa eine Rezession – das makroökonomische Hauptrisiko für 2018 dar, heißt es weiter.

„Die finanziellen Bedingungen sind infolge der Zinsschritte der Fed in den letzten beiden Jahren etwas angespannt. Die langfristigen Zinsen steigen ebenfalls. Zum ersten Mal seit 2014 liegen die zehnjährigen US-Nominalrenditen wieder über drei Prozent. Doch trotz dieser Entwicklungen ist die geld- und finanzpolitische Lage insgesamt nach wie vor vorteilhaft. Auch in diesem Jahr bieten die Aktienmärkte entgegen aller Turbulenzen niedrige Eigenkapitalfinanzierungskosten. Die Kreditspreads sind eng und die realen Fremdfinanzierungskosten für den Unternehmenssektor günstig. Sogar in Schwellenländern, in denen der Anleihenmarkt aufgrund des starken US-Dollar nachgegeben hat, bewegen sich die Finanzierungskosten immer noch auf historisch niedrigen Niveaus. Alles in allem kann die Weltwirtschaft daher auch 2018 auf das günstige finanz- und geldpolitische Umfeld bauen“, so Hatheway.