Der oft missverständlich verwendete Begriff „Apokalypse“ kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Entschleierung“. In diesen turbulenten Zeiten trifft man geradezu auf eine Flut an apokalyptischen Ereignissen, die geeignet sind, das schon in der Bibel als „Johannes-Offenbarung“ beschriebene Szenario einer weltweiten Zeit des Erwachens zu dokumentieren.

ANZEIGE

Im folgenden Beitrag heißt es dazu:

"In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden ... einem anderen prophetische Rede; einem anderen die Gabe, die Geister zu unterscheiden." (12, 7-10)

Ein besonders leuchtendes Beispiel für eine apokalyptische Offenbarung lieferte vor einigen Tagen ZDF-Moderator Caus Kleber. Sein "Plädoyer für einen Krieg gegen Russland“ vom 04. April 2019 hätte schon vor 80 Jahren jedem Propagandaminister zur Ehre gereicht.

Mit ernstem Gesicht verkündete Kleber vor laufender Kamera:

„Guten Abend! Zu Wasser und in der Luft sind heute Nacht amerikanische, deutsche und andere europäische Verbündete unterwegs nach Estland, um die russischen Verbände zurückzuschlagen, die sich dort ähnlich wie vor einigen Jahren auf der Krim festgesetzt haben.“

ARD-ZDF-der-Brexit-und-die-Apokalypse-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-1

Claus Kleber – ZDF-Spezialist für mediale Entschleierung - Foto: Screenshot

Zwar rückte Kleber die Aussage sogleich zurecht, beeilte sich dabei aber, darauf hinzuweisen, dass das geschilderte Szenario „eine realistische Vision“ sei.

Im Klartext: Ein Krieg der Nato mit Russland ist aus der Sicht des ZDF-Moderators gar nicht so abwegig.

Sehen Sie selbst…

Der folgende Beitrag fasst den Vorgang zusammen.

Laut verschiedener alternativer Medien zeigten sich die Zuschauer „schockiert“ von derartigem Kriegsgetrommel der „Öffentlich-Rechtlichen“. Shitstorms bei Facebook und Twitter belegen diese Aussage.

Allerdings sollte man hier differenzieren: Schockieren können die Äußerungen Klebers eigentlich nur jene Zeitgenossen, die immer noch auf Wolke Sieben umherschweben und unsere Medien für unabhängig und neutral halten.

In Wahrheit sind diese schon seit Jahren dabei, sich nach allen Regeln der Kunst apokalyptisch zu outen. Aufmerksame Beobachter sind deshalb nach dem Kleber-Auftritt auch nicht schockiert, sondern bestenfalls überrascht, wie offen die Mainstream-Medien ihre Kriegshetze mittlerweile zur Schau stellen.

Tatsächlich legte Kleber schon am darauffolgenden Tag nach und verkündete das nächste rhetorische Glanzstück:

„Guten Abend, wir müssen über Krieg reden. Es ist nämlich Krieg, man merkt es nur nicht. Moderne Kriege brauchen im Idealfall keine Panzer und Bomben mehr. Sie schaffen es, die Gesellschaft, die öffentliche Diskussion und die Entscheidungsprozesse einer anderen Macht so zu unterwandern, dass die gefügig wird. Es gibt von der Brexit-Entscheidung über Wahlen in Europa bis zur US-Präsidentschaft deutliche Hinweise darauf, dass russische Operative dort mitgemischt haben…“

„Deutliche Hinweise“?

Zur besten Sendezeit wurden hier bis auf den heutigen Tag vollkommen ungeniert unbewiesenen Unterstellungen verbreitet.

Der Pressesprecher der russischen Botschaft in den USA, Nikolai Lachonin, stellte daraufhin auch nicht ganz unberechtigt die Frage, ob Kleber eigentlich ein Idiot sei.

Ein Idiot sicherlich nicht, aber jemand, der die Apokalypse mit seinen beiden denkwürdigen Auftritten gänzlich unbeabsichtigt ein gutes Stück vorangebracht hat: Immer mehr Zusehern wird allmählich aufgehen, wes Geistes Kind diese Medien sind…

Ganz ähnlich verhielt es sich mit den US-Wahlen vor gut zwei Jahren und dem damit einhergehenden medialen Debakel, das manchen Beobachter unsanft aus seinen Träumen gerissen haben dürfte:

Im Wortsinne entlarvend war für die gesamte Mainstream-Meute die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Legendär sind die Horrorgemälde, die seinerzeit an die Wand gemalt wurden, sollte der „Tölpel“, „Lügner“ und „Vollidiot“ ins Weiße Haus einziehen.

Eingetroffen ist das genaue Gegenteil: Den USA geht es heute erstaunlich gut, die Arbeitslosigkeit ist gering, die Börsen notieren nahe ihrer Rekordstände und die Wirtschaft wächst, wenn auch moderat.

Das Erstaunlichste ist aber: In den einschlägigen Umfragen bescheinigen die US-Bürger ihrem Präsidenten Spitzenwerte. Nach einer aktuellen Befragung des ansonsten Trump-kritischen Senders »CNN« ist eine klare Mehrheit von 70 Prozent der US-Bürger der Ansicht, die US-Wirtschaft sei in guter Verfassung. 54 Prozent der Amerikaner finden, dass Trump in der Wirtschaftspolitik eine gute Figur macht. Und 44 Prozent bescheinigen Donald Trump auch insgesamt einen guten Job.

Unerhört!

Tatsache ist außerdem: Trumps Amtsvorgänger Bill Clinton und Ronald Reagan hatten zum gleichen Zeitpunkt ihrer Präsidentschaft ähnlich gute Zustimmungswerte, nämlich 44 Prozent (Clinton) und 41 Prozent (Reagan). Und beide wurden anschließend wiedergewählt.

Gut möglich also, dass den Medien schon im kommenden Jahr der nächste apokalyptische Moment ins Haus steht, wenn sie trotz des zu erwartenden medialen Dauerfeuers in Richtung Washington zähneknirschend einräumen müssen, dass der von ihnen so verhasste „Versager“ Donald Trump wiedergewählt wurde.

Auch mit dem Dauerthema Brexit lassen sich erstaunliche apokalyptische Erkenntnisse gewinnen:

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, warum im Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU so gut wie nie von den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) die Rede ist?

Und warum niemand erklärt, dass die ganze Brexit-Panik ziemlich lächerlich ist, wenn man berücksichtigt, dass Großbritannien selbstverständlich auch nach einem Brexit Teil dieser Organisation bleiben wird? So wie 164 andere Staaten, darunter die USA, Japan, China, Indien, Brasilien oder Russland, die heute nach den Regeln der WTO gemeinsam 90 Prozent des Welthandels abdecken.

Äußerst erhellend ist in diesem Zusammenhang ein aktueller Beitrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Regensburg. Gänzlich unaufgeregt und völlig konträr zu den medialen Horrorszenarien beschreiben die Autoren, was nach dem Brexit zu erwarten ist:

Das Königreich wird als eigenständiges Mitglied der Welthandelsorganisation auftreten, woraus sich für die Briten verschiedene handfeste Vorteile ergeben. Zitat:

„Großbritannien hat für einen solchen harten Brexit bereits einen deutlichen Steuerwettbewerb angekündigt. Daneben hat es Interesse bekundet, auch mit anderen Ländern Freihandelsabkommen abzuschließen, möglicherweise zum Beispiel mit Indien, China oder den USA. So bezeichnete der britische Handelsminister Fox den Brexit als "goldene Möglichkeit" für Großbritannien, mit dem Rest der Welt Handel zu treiben. Allerdings brauchen die Verhandlungen zu substanziellen Abkommen Zeit“.

Auch WirtschaftsWoche-Kommentator Daniel Stelter hat ganz offensichtlich ein feineres Gespür als ZDF-heute journal oder die ARD-Tagesthemen, wenn es um die Beurteilung der möglichen wirtschaftlichen Folgen des Brexits geht. In seiner aktuellen Kolumne hält Stelter fest, dass der Austritt aus der EU für die Briten alles Mögliche ist, nur kein Desaster.

Zitat:

„Das höhere Wachstum in Großbritannien ist angesichts der aufgezählten Faktoren fast garantiert. Eine wachsende Bevölkerung, gesteuerte Zuwanderung, herausragende Bildungseinrichtungen und das Weltfinanzzentrum sind die Treiber“.

Übrigens: Auch den wahren Verlierer des Brexits hat Stelter bereits ausgemacht. Es ist ein einstmals blühendes Land östlich des Rheins…

Die eigentliche „Apokalypse“ dürfte allerdings auch in der Brexit-Frage erst eine ganze Weile nach dem Ereignis stattfinden: Nach Lage der Dinge werden die Briten spätestens am 31. Oktober dieses Jahres aus der EU ausscheiden.

Sollten IHK und Stelter richtig liegen, dann wird sich Großbritannien anschließend berappeln und losgelöst von allen sozialistischen EU-Fesseln zu neuen Ufern aufbrechen.

Sollte der Brexit aber entgegen der heute verbreiteten Katastrophenszenarien zu einem Erstarken Großbritanniens führen, wird dies den Auflösungsprozess der EU massiv beschleunigen. Denn andere Staaten werden Großbritannien folgen, sollte sich herausstellen, dass die ganze Brexit-Panik an den Haaren herbeifabuliert war.

Und genau das dürfte die größte Sorge der Mainstream-Medien und der Brüsseler Technokraten sein:

Die Angst davor, vor den Völkern der Welt ein weiteres Mal apokalyptisch entschleiert zu werden und wie der sprichwörtliche „Depp“ dazustehen…

Ein gutes Stichwort:

Erinnert sich noch jemand an den ehemaligen UKIP-Chef Nigel Farage, der den Briten den Brexit zuerst schmackhaft machte, um sich nach dem Referendum umgehend aufs komfortable Altenteil zu verabschieden? Sein Lebenswerk sei jetzt vollendet, verkündete Farage einigermaßen selbstgefällig, als klar wurde, dass Großbritannien aus der EU ausscheiden wird.

Auch dieser Vorgang dürfte manchem gutgläubigen Zeitgenossen gehörig die Augen geöffnet haben. Denn sich ausgerechnet dann aus dem Staub zu machen, wenn die eigentliche Arbeit erst losgeht, ist nicht gerade die feine englische Art - während die gleichen Politiker bei anderen Gelegenheiten nicht müde werden, ihren ach so wichtigen "Dienst am Volk" zu beschwören.

So enttarnen sich auch die politischen Schaumschläger und Versager allmählich von ganz alleine…

In die Kategorie Augenöffner fallen natürlich auch die Rechtsbrüche der Bundesregierung in Sachen Eurorettung oder in der Flüchtlingsfrage, die zwar offenkundig rechtswidrig sind, aber dennoch nicht geahndet werden.

Wer da immer noch selig vor sich hinschlummert, der wird auf lange Sicht dennoch nichts verpassen, denn erst in den kommenden Jahren wird die Apokalypse zur absoluten Höchstform auflaufen.

Eines ist schon heute sicher: Langeweile wird es dabei nicht geben…

Anmeldemöglichkeit (1): Das Drei-Monats-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Anmeldemöglichkeit (2): Das Jahres-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.