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Buenos Aires (Godmode-Trader.de) - Der argentinische Peso ist gestern gegenüber dem Dollar um 20 Prozent abgestürzt, nachdem der linke Politiker Alberto Fernandez bei den allgemeinen Vorwahlen am Sonntag einen umfassenden Sieg einstreichen konnte. Heftige Reaktionen zeigten sich auch bei argentinischen Staatsanleihen. Die in US-Dollar notierten Papiere mit längeren Laufzeiten verzeichneten im Schnitt Verluste von etwa 25 Prozent. Auch Argentiniens Aktienmarkt brach ein. Der Leitindex S&P Merval brach am Montag mehr als ein Drittel ein.

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Ein Sieg bei der Präsidentschaftswahl von Fernandez im Oktober ist damit mehr als wahrscheinlich. Die in eine Reihe von Korruptionsverfahren verwickelte Ex-Staatschefin Kirchner bewirbt sich an der Seite von Fernandez um das Amt der Vizepräsidentin. „Bei einem Wahlsieg des Linksperonisten Fernandez ist mit einer Abkehr vom wirtschaftsliberalen Kurs und einer Renaissance des 'Kirchnerismus' zu rechnen", sagte Analyst Manuel Andersch von der BayernLB. Denn dann würde Cristina Kirchner wieder an die Schalthebel der Markt zurückkehren. Eine Politikerin, die „das Land mit ihrer planwirtschaftlichen Wirtschaftspolitik in den Abgrund gezogen hat", sagte Andersch.

Einige Schwellenländer-Währungen sind aufgrund dieser Entwicklungen ebenfalls unter Druck geraten. Die türkische Lira und die meisten lateinamerikanischen Wechselkurse sind deutlich gesunken. Auch der südafrikanische Rand hat sich nicht gut entwickelt.

Der Zusammenbruch des Pesos wird die Inflation in Argentinien weiter in die Höhe treiben und die Zentralbank aller Voraussicht nach dazu veranlassen, die Geldpolitik weiter aggressiv zu straffen. Die Wirtschaft könnte wieder in die Rezession rutschen, auch eine erneute Staatsinsolvenz ist nicht unwahrscheinlich. „Der Markt beginnt, den Zahlungsausfall einzupreisen", kommentierte Edwin Gutierrez, Experte für Schwellenländer beim Vermögensverwalter Aberdeen Asset Management, am Dienstag die jüngsten massiven Kurseinbrüche.

Die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Schwellenländer sind aber eher begrenzt. Argentinien ist für die meisten ein kleiner Handelspartner, ausgenommen Brasilien. Potenziell schädlichere Auswirkungen könnten indirekt durch eine Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen entstehen. Die Befürchtungen einer Krise der großen Schwellenländer im vergangenen Jahr ließen die Anleiherenditen steigen, die Zentralbanken erhöhten die Zinsen und die finanziellen Bedingungen verschärften sich. Das scheint ein Grund für die jüngste Investitionsschwäche in den Schwellenländern zu sein.

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