Düsseldorf (BoerseGo.de) - Nach einer Erholungsphase im Sommer hat sich das Wachstum in Asien angesichts lahmender Exporte und flauem Konsum scheinbar verlangsamt. Doch auch die Inflation hat in den meisten asiatischen Volkswirtschaften weiter nachgelassen. „Dies entlastet die Verbraucher und eröffnet den Notenbanken mehr Spielraum, die Leitzinsen niedrig zu halten. Das kann sich günstig für das Wachstum auswirken“, schreibt Markus Ackermann, Produktspezialist Emerging Markets bei HSBC Global Asset Management (Deutschland) GmbH, im aktuellen „HSBC Markt.Fokus.Asien“.

Ein zweiter wachstumstreibender Faktor seien die Reformbemühungen asiatischer Politiker mit dem Ziel, die Produktivität zu erhöhen. Hier gibt Ackermann zu bedenken: „Bei niedrigen Zinsen und einem günstigen Kreditumfeld lassen sich Anfangsinvestitionen für sinnvolle Projekte, die höhere Erträge ermöglichen, gut finanzieren. Allerdings dürften sich mit voranschreitender Zeit profitable Projekte schwerer finden lassen. Die Kapitalkosten werden wahrscheinlich steigen und zu einer Unsicherheit führen, ob nachhaltige Renditen erzielt werden können.“

Dies werde jedoch nicht passieren, wenn die Notenbanken die Märkte weiter üppig mit Liquidität versorgen. Denn dann könnten auch Projekte mit geringen Renditen oder schlechten Gewinnaussichten finanziert werden. „Billige Kredite können auch dazu führen, den Reformdruck und die Sparbemühungen zu verringern – ein Problem, mit dem Asien immer noch zu kämpfen hat. Glücklicherweise haben die Politiker in Asien die Dringlichkeit dieses Problems erkannt und ergreifen erste Maßnahmen“, so Ackermann. Speziell die Strukturreformen dürften ein wesentlicher treibender Faktor für die Aktienmärkte in der Region sein.