Frankfurt/ Singapur (Godmode-Trader.de) - Die Schwellenländer Asiens konnten dank strenger Einschränkungen die Corona-Pandemie in der ersten Coronavirus-Welle noch vergleichsweise schnell eindämmen. Vietnam, das an China grenzt, meldete im vergangenen Jahr beispielsweise nur 1.465 Covid-Infektionen und 35 Todesfälle, wie aus Daten der Johns Hopkins Universität hervorgeht.

Zuletzt entfiel aber rund die Hälfte der weltweiten Neuinfektionen auf die Region. Die kumulierten Fälle Vietnams, um im Beispiel zu bleiben, stiegen bis vergangene Woche auf rund 650.000, mit fast 16.000 Todesfällen. Unter sechs Prozent der vietnamesischen Bevölkerung sind vollständig geimpft, wie aus den von ‚Our World in Data‘ zusammengestellten offiziellen Statistiken hervorgeht. Wie viele seiner südostasiatischen Nachbarn kämpft auch Vietnam mit der Eindämmung der hochinfektiösen Covid-Delta-Variante.

In der Folge ist die wirtschaftliche Erholung der Tigerstaaten Asiens ins Stocken geraten: Die Einkaufsmanagerindizes auf dem Kontinent sind im Sommer stärker gefallen als in Europa oder in den USA und befinden sich vielerorts unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Die Behörden Vietnams kündigten vergangene Woche eine zweiwöchige Verlängerung der Restriktionen in Ho-Chi-Minh-Stadt an - Wirtschaftszentrum des Landes und Epizentrum des Covid-Ausbruchs. Große Sportbekleidungshersteller wie Nike, Under Armour und Lululemon sowie der Chiphersteller Samsung Electronics gehören zu den globalen Unternehmen, die mit dem lokalen Shutdown umzugehen haben.

Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Postbank, erwartet nun aber eine baldige Entspannung für die Region. Vor allem Staaten mit einer hohen Impfquote wie Singapur, Malaysia und Südkorea hätten bereits begonnen, Beschränkungen zurückfahren, oder stünden kurz davor. Zudem wechselten viele Regierungen in Asien zunehmend auf eine Strategie der punktuellen Pandemiebekämpfung anstelle einer No-Covid-Strategie mit harten Lockdowns und massiven negativen Folgen für die Wirtschaft. „Ich sehe daher eine gute Chance, dass sich die konjunkturelle Erholung in den asiatischen Schwellenländern bald fortsetzen wird“, so Stephan.