• Konflikt zwischen EU und AstraZeneca eskaliert
    • US-Aufträge für langlebige Güter steigen nur leicht
    • Bill Gates warnt vor neuen Pandemien
    • DIW: Corona hat die deutsche Wirtschaft fest im Griff
    • US-Senat: Republikaner gegen Trump-Impeachment
    • John Hopkins: Mehr als 100 Mio. Corona-Infizierte weltweit
    • Bundesregierung senkt BIP-Prognose für 2021 deutlich
    • AstraZeneca-Impfstoff: EU hat zu spät bestellt
    • Microsoft schlägt Erwartungen deutlich
    • Siemens Healthineers erhöht Prognose
    • Evotec: Millionenauftrag aus dem Pentagon
    • "Auf der Jagd nach der neuen Gamestop"
    • Boeing meldet Rekordverlust

    DAX

    • Am Abend entscheidet die US-Notenbank über die weitere Geldpolitik in den USA. und auch wenn sie heute nichts an ihrer lockeren Vorgehensweise ändern dürfte, wird doch von Interesse sein, wie diese Entscheidung kommuniziert wird und inwieweit es bei der Fed Überlegungen für ein Zurückfahren der Anleihekäufe geben wird. Zudem legen US-Börsenschwergewichte wie Apple, Facebook und Tesla aktuelle Geschäftszahlen vor. Und da halten sich die Anleger im Vorfeld lieber zurück. Der Leitindex DAX ist mit roten Zahlen in den Handelstag gestartet und hat den Xetra-Handel mit einem Minus von 1,81 Prozent auf 13.620,46 Punkte beendet. Gestern konnte der Index noch in diesem Ausmaß höher schließen. Vor dem am Abend anstehenden Zinsentscheid der US-Notenbank und den Quartalszahlen der amerikanischen Börsenschwergewichte Apple, Facebook und Tesla hielten sich die Anleger zurück, hieß es aus dem Handel. In Deutschland hat sich die Stimmung der Verbraucher im Lockdown zu Jahresbeginn deutlich eingetrübt. Das zeigt der Konsumklimaindex des Marktforschungsinstituts GfK für Februar. Der Wert fiel um rund acht Punkte auf minus 15,6 Punkte. Die von vielen erhoffte Erholung des Konsumklimas werde nach Ansicht der GfK-Forscher noch auf sich warten lassen. Das eingeschränkte öffentliche Leben lässt belastet nicht nur den Konsum, sondern die gesamte Wirtschaft. Wie das DIW Berlin heute mitteilte, dürfte das BIP im ersten Quartal um 3 Prozent sinken, nachdem es Ende vergangenen Jahres stagnierte.

    Chartanalysen und Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Der US-Online-Broker TD Ameritrade schränkt den Handel mit Aktien von GameStop, AMC Entertainment und weiteren Unternehmen teilweise ein. Dies geschehe, um das eigene Unternehmen und die Kunden zu schützen, teilte der Broker mit. Man sei zu dieser Entscheidung nicht von den Behörden verpflichtet worden, heißt es.
    • Der Konflikt zwischen der EU-Kommission und dem Impfstoffhersteller AstraZeneca wegen dessen Impfstoff-Lieferengpässen droht zu eskalieren. So wird der Liefervertrag der beiden Parteien unterschiedlich ausgelegt. Die Behörde reagierte erbost auf ein Interview von Chef Soriot. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte, dessen Aussagen seien „weder wahr noch akzeptabel“. Kyriakides forderte von AstraZeneca, die vertraglich vereinbarte Menge Corona-Impfstoff fristgerecht an die EU-Staaten zu liefern. Nach Angaben der Kommission hat Soriot mehrere Teile des Liefervertrags des Unternehmens mit der EU falsch dargestellt. Soriot selbst bestritt dagegen, dass der Vertrag das Unternehmen verpflichte, eine genau quantifizierte Menge zu liefern. Das Unternehmen habe nur seine bestmöglichen Bemühungen beteuert. Wegen der unterschiedlichen Interpretation wurde eine Krisensitzung am Mittwoch mehrfach abgesagt. Ein Kompromiss gilt derzeit als unwahrscheinlich.
    • Im vierten Quartal konnte der Pharma- und Medizintechnikkonzern Abbott Laboratories dank der hohen Nachfrage nach seinen Corona-Tests den Umsatz um fast 29 Prozent steigern. Das war mehr als von Analysten erwartet. „Wir haben das Jahr mit reichlich Schwung beendet", sagte CEO Robert Ford. Im neuen Jahr will Abbott nun noch stärkere Kennziffern erreichen.
    • Der US-Telekomkonzern AT&T hat im vierten Quartal einen Milliardenverlust erlitten. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 13,9 Mrd. Dollar, nach 2,4 Mrd. Dollar Gewinn im Vorjahresquartal. Weil der Konzern seinen Videobereich in eine eigene Sparte umgliederte und die Chancen in Nordamerika schlechter einschätzt, musste AT&T allein in diesem Segment 15,5 Mrd. Dollar an Wertberichtigungen vornehmen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.
    • Der US-Flugzeugbauer Boeing hat im Jahr 2020 vor allem wegen der Corona-Krise und dem Debakel um den Krisenjet 737 Max einen Rekordverlust verzeichnet. Unter dem Strich stand ein Minus von mehr als 11,9 Mrd. Dollar. 2019 hatte das Minus 636 Mio. Dollar betragen. Auch wegen Verzögerungen beim Großraumjet 777X musste Boeing zum Jahresende Milliarden zurücklegen. Dadurch fiel das Minus noch deutlich höher aus als von Analysten erwartet. Die Zahlen reflektierten die starken Belastungen für die Luftfahrt durch die Corona-Pandemie und das lange Flugverbot für den Unglücksflieger 737 Max, erklärte Boeing-CEO Dave Calhoun in einem Memo an die Mitarbeiter.
    • Der französische Pharmakonzern Sanofi will BioNTech und den US-Konzern Pfizer beim Abfüllen des Corona-Impfstoffs unterstützen. „In unserem Werk in Frankfurt werden wir das Produkt verpacken, das uns ab Juli von Pfizer-BioNTech geliefert wird", sagte Sanofi-Generaldirektor Paul Hudson. „Wir sollten in der Lage sein, bis Ende des Jahres mehr als 100 Millionen Dosen zu liefern, die für die EU bestimmt sind“.
    • Die Kaffeehauskette Starbucks hat es in der Corona-Pandemie weiterhin schwer. Im Quartal bis Ende Dezember brach der Gewinn um 30 % auf 622 Mio. Dollar ein, wie Starbucks am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse fielen um 5 % auf 6,7 Mrd. Dollar.
    • Texas Instruments erwartet mit Blick auf das angelaufene Jahresviertel beim Umsatz einen Wert von 3,79 bis 4,11 Mrd. Dollar. Analysten hatten für diesen Zeitraum nur 3,58 Mrd Dollar auf dem Zettel.
    • Der Chipkonzern AMD hat im vergangenen Quartal den Umsatz um 53 % auf gut 3,2 Mrd. Dollar gesteigert. Der Gewinn sprang von 170 Mio. Dollar vor einem Jahr auf 1,78 Mrd. Dollar hoch. Davon gingen allerdings rund 1,3 Mrd. Dollar auf eine Steuergutschrift zurück.
    • Boeings Krisenjet 737 Max darf nach fast zwei Jahren Flugverbot auch in Europa wieder fliegen. Die europäische Luftfahrtbehörde EASA gab am Mittwoch die entsprechende Fluggenehmigung. Voraussetzung für den Neustart sind technische Verbesserungen an Hard- und Software sowie zusätzliche Trainings für die Piloten.
    • Hewlett Packard Enterprise hat einen Auftrag von 35 Mio. Dollar zum Bau eines Supercomputers für das National Center for Atmospheric Research an Land gezogen. Das System wird 2022 in Betrieb gehen.
    • Die Anleger haben sich am Mittwoch bei ihren Käufen laut Händlern den Fokus auf eher unterdurchschnittliche Werte gelegt. Gesucht seien vor allem Aktien, in denen Spekulanten auf weiter fallende Kurse setzen, sagte ein Börsianer. Man sei „auf der Jagd nach der nächsten Gamestop“ (s. i. d. Zshg. auch Artikel von gestern Abend: Bei diesen Aktien wetten Short-Seller auf fallende Kurse!). Gamestop gehört zu den Aktien, die jüngst stark auf der Online-Plattform Reddit diskutiert wurden. Dort sprechen sich Nutzer zum Aktienkauf ab, u. a. mit dem Ziel, solche Investoren aus dem Markt zu drängen, die auf fallende Kurse spekuliert haben.
    • Der Wirkstoff-Forscher Evotec hat über seine US-Tochter einen Millionen-Auftrag zur Herstellung von Antikörpern gegen die Covid-19-Erkrankung durch das US-Verteidigungsministerium erhalten. Der Auftrag für die US-Tochter Just - Evotec Biologics habe ein Volumen von 28,6 Mio. US-Dollar, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Im Rahmen der Vereinbarung werde das US-Verteidigungsministerium über einen Zeitraum von sieben Jahren Zugang zu Herstellungskapazitäten für monoklonale Antikörper gegen SARS-CoV-2 sowie in der neuen Produktions-Anlage in Redmond im US-Bundesstaat Washington erhalten. Der Auftrag umfasst zudem weitere, nicht näher genannte Herstellungskapazitäten für Biologika.
    • Taiwans führende Chiphersteller haben der Autoindustrie zugesichert, sich um einen Abbau der Engpässe bei Halbleitern zu bemühen. Vertreter der vier großen Produzenten des Landes versprachen am Mittwoch im Gespräch mit Taiwans Wirtschaftsministerin Wang Mei-hua, ihre Produktion verbessern zu wollen. So solle insbesondere den Autobauern geholfen werden. Unter den Teilnehmern war auch der weltgrößte Hersteller, Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSCM).
    • Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat nach einem starken ersten Geschäftsquartal die Prognose für das Gesamtjahr (per Ende September) erhöht. Der Umsatz dürfte 2020/21 auf vergleichbarer Basis um acht bis zwölf Prozent steigen, teilte Healthineers am Dienstag nach Börsenschluss mit. Bislang hatte das Unternehmen von ein Wachstum von fünf bis acht Prozent erwartet. Auch beim Ergebnis zeigte sich Healthineers deutlich optimistischer. Je Aktie erwartet das Management 1,63 bis 1,82 Euro, nach zuletzt 1,58 bis 1,72 Euro. Healthineers profitiert im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie derzeit nicht nur von guten Geschäften mit bildgebender Diagnostik, sondern auch von den Antigen-Schnelltests.
    • Im Streit mit der EU-Kommission sieht der Impfstoffentwickler AstraZeneca den langsamen Vertragsabschluss als Grund für Lieferengpässe. „Wir sind in Europa jetzt zwei Monate hinter unserem ursprünglichen Plan. Wir hatten auch Anfangsprobleme in Großbritannien. Aber der Vertrag mit den Briten wurde drei Monate vor dem mit Brüssel geschlossen", sagte CEO Pascal Soriot der „Welt". FDP-Europapolitikerin Nicola Beer kritisierte, dass die Vereinbarungen zwischen der EU-Kommission und Astrazeneca nicht transparent gemacht wurden. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments forderte daher mehr Einblick in die Lieferverträge. „Wir haben bislang geschwärzte Entwürfe gesehen. Ich glaube, es kann nicht angehen, (...) dass wir im Grunde genommen überhaupt keine Informationen kriegen", sagte Beer am Mittwoch dem rbb. An wichtigen Stellen bezüglich der Anzahl der Impfdosen, dem Auslieferungsdatum sowie dem Preis sei alles geschwärzt.
    • Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius hat die mittelfristige Prognose erhöht. So rechnet das Unternehmen im Jahr 2025 jetzt mit einem Umsatz von rund fünf Mrd. Euro statt wie bislang mit vier Mrd. Euro. Die operative Marge soll dabei auf 32 Prozent steigen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Hier waren bisher 28 Prozent prognostiziert worden.
    • Die Software AG rechnet im neuen Jahr mit weiteren Belastungen. Grund sei der Umstieg auf Abonnement-Modelle. So soll die um Sondereffekte bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 2021 zwischen 16 und 18 Prozent liegen, wie das MDAX-Unternehmen mitteilte. Analysten hatten einen Wert von im Schnitt 20,6 Prozent erwartet. Der Umstieg auf Software-Abos lässt hohe Einmalerlöse aus Lizenzverkäufen wegfallen, zudem schlagen die Investitionen in den Konzernumbau in diesem Jahr mit 30 bis 40 Mio. Euro zu Buche. 2023 soll weiter eine Marge von 25 bis 30 Prozent erzielt werden.
    • Der Medienkonzern RTL Group hat im Jahr 2020 stärkere Zahlen erzielt als erwartet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (bereinigtes Ebita) lag mit rund 850 Mio. Euro sowohl über der eigenen Prognose als auch über den Analystenschätzungen, wie RTL am Mittwoch mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch 1,16 Mrd. Euro verdient. Auch der Umsatz sank 2020 mit etwa sechs Mrd. Euro nicht ganz so stark, wie zuletzt vom Vorstand prognostiziert.
    • Microsoft ist im vergangenen Quartal stark gewachsen. Der Umsatz erhöhte sich um 17 Prozent auf 43,1 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn legte um 29 Prozent auf 17,9 Mrd. Dollar zu, während der Nettogewinn um 33 Prozent auf 15,5 Mrd. Dollar in die Höhe sprang. Die Zahlen lagen deutlich über den Erwartungen des Markes. Wachstumstreiber waren insbesondere die Cloud-Plattform Azure und der Videospielebereich Xbox.
    • Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise hat wegen zeitweiliger „erheblichen Beeinträchtigungen im Geschäftsablauf“ in Folge des Hacker-Angriffs im Dezember das Umsatzziel für das vergangene Jahr verfehlt. Für das Gesamtjahr wies Symrise nach vorläufigen Berechnungen einen Umsatz von 3,5 Mrd. Euro aus, bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe war dies ein Plus von 2,7 Prozent. Allerdings hatte der Konzern zuletzt ein organisches Erlöswachstum zwischen 3 und 4 Prozent in Aussicht gestellt.
    • Der Lottovermittler Zeal Network hat sein Gewinnziel 2020 übertroffen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) liege nach vorläufigen Berechnungen mit 12,4 Mio. Euro über der Zielspanne von 8 bis 10 Mio., teilte das Unternehmen überraschend am Dienstagabend mit. Ein Jahr zuvor hatte Zeal noch ein bereinigtes Ebitda von 29,4 Mio. erzielt.

    Politik & Konjunktur

    • Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) können die Zinserwartungen der Finanzmärkte offenbar nicht nachvollziehen. Die Märkte würden offenbar eine weitere Zinssenkung ausschließen, während dies für den EZB-Rat eine überlegenswerte Option sei, berichtete Bloomberg mit Verweis auf Notenbankkreise. Man habe auf der Zinssitzung am vergangenen Donnerstag über die Zinseinschätzung durch die Märkte diskutiert und wolle die Senkungsoption klarer machen, berichtete Bloomberg. Investoren sollten eine weitere Zinssenkung nicht ausschließen, sagte einer der befragten EZB-Vertreter. Schließlich seien die wirtschaftliche Unsicherheit hoch und der Euro relativ stark.
    • Die US-Rohöllagerbestände sind in der vergangenen Woche überraschend gesunken. Im Vergleich zur Vorwoche wurde ein Rückgang um 9,91 Millionen Barrel auf 476,7 Millionen Barrel verzeichnet. Erwartet wurde hingegen ein Anstieg um 1,5 Millionen Barrel. Die inoffiziellen Daten des privaten American Petroleum Institute (API) vom Vorabend hatten eine Abnahme um 5,3 Millionen Barrel gezeigt.
    • Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA ist im Dezember nur um 0,2 Prozent gestiegen. Damit ist der Auftragseingang in dieser Kategorie den achten Monat in Folge gestiegen. Ökonomen hatten allerdings mit einem Zuwachs von 0,5 % gerechnet.
    • Die neue US-Regierung will die Corona-Impfungen im Land deutlich beschleunigen. Präsident Biden kündigte an, die USA wollten zusätzliche 200 Mio. Impfdosen kaufen - jeweils 100 Mio. von Moderna und BioNTech/Pfizer. Damit solle der Bestellumfang auf 600 Mio. Impfdosen erhöht werden, so Biden. Er versprach auch, die US-Bundesstaaten sollten wöchentlich mehr Impfdosen bekommen.
    • Laut US-Mäzen Bill Gates muss sich die Welt auf weitere Pandemien einstellen. Pandemien gehörten zur neuen Normalität, „in der gleichen Weise, wie die Erde bebt, Tornados kommen oder sich das Klima wandelt", sagte Gates in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. „Wir müssen die Lektionen lernen, wir sind auf die nächste Pandemie nicht vorbereitet“. Eine künftige Pandemie könne zehnmal so schlimm sein. In einem Gastbeitrag für die Online-Plattform Xing machte Gates zugleich Hoffnung auf ein Ende der Corona-Pandemie. „Da momentan noch so viele Menschen an Covid-19 leiden, kann man sich das Ende der Pandemie nur schwer vorstellen, aber kommen wird es."
    • Nach dem Rücktritt von Giuseppe Conte als Ministerpräsident Italiens empfängt Staatspräsident Sergio Mattarella heute Abend die Präsidenten der beiden Abgeordnetenkammern, wie aus einer Mitteilung des Präsidentenpalastes vom Dienstag hervorging. In den darauf folgenden Tagen bis Freitag stehen Besuche der verschiedenen Parlamentarier-Gruppen auf dem Programm. Der Staatspräsident hat nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass eine neue Regierung gefunden wird.
    • Die Notzulassung eines russischen Impfstoffs durch die Arzneimittelbehörde OGyEI sorgt in Ungarn für Verwirrung. Das in der Dokumentation der klinischen Versuche beschriebene Mittel stimme mit dem zur Auslieferung bestimmten Präparat Sputnik V nicht vollständig überein, berichtete die Budapester Tageszeitung "Nepszava". Das Blatt berief sich auf ungenannte Experten, die die Behörde im Genehmigungsverfahren als externe Gutachter beigezogen hatte. Die Behörde nahm zu den Vorwürfen nicht Stellung.
    • Die Corona-Pandemie und die mit ihr verbunden Einschränkungen haben die deutsche Wirtschaft weiter fest im Griff. Nachdem es im Schlussquartal 2020 stagniert haben dürfte, ist für das erste Quartal 2021 mit einem BIP-Rückgang um 3,0 Prozent zu rechnen, wie das DIW Berlin in seinem Konjunkturausbklick mitteilte. „Insbesondere im Dienstleistungsbereich sinkt die Wertschöpfung deutlich und liegt weit unter der des vergangenen Sommers – und selbst damals war das Vor-Corona-Niveau noch ein ganzes Stück entfernt“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Derzeit gehen wir davon aus, dass der harte Lockdown bis Ende Februar aufrechterhalten und dann allmählich aufgehoben wird – und das ist das optimistische Szenario. Vor der deutschen Wirtschaft liegt also ein langer und steiniger Weg, bevor sie wieder wachsen kann“, so Michelsen. Das DIW Konjunkturbarometer steht mit aktuell 113 Punkten dennoch vergleichsweise gut da, obwohl es im Vergleich zum dritten Quartal um 17 Punkte gefallen ist.
    • Die Verbraucherstimmung in Deutschland leidet zu Jahresbeginn 2021 unter dem harten Lockdown. Folglich prognostiziert das Marktforschungsinstitut GfK für das Konsumklima für Februar einen Wert von -15,6 Punkten und damit 8,1 Punkte weniger als im Januar dieses Jahres (revidiert -7,5 Punkte). Der erneute Einbruch des Konsumklimas sei neben dem moderaten Rückgang der Einkommensaussichten vor allem dem Absturz der Anschaffungsneigung zuzuschreiben, so Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Die Schließung von Gastronomie und weiten Teilen des Handels Mitte Dezember 2020 hat die Konsumneigung ähnlich hart getroffen wie beim ersten Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres. Aktuell fällt die Anschaffungsneigung auf null Punkte. Dies ist gegenüber dem Vormonat ein Minus von 36,6 Punkten, während des ersten Lockdowns im April 2020 betrugen die Einbußen 36 Punkte“, so Bürkl.
    • Angesichts der Lockdown-Einschränkungen in der Corona-Krise hat die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose für 2021 gesenkt. Demnach rechnet Berlin in diesem Jahr mit einem Wachstum um 3,0 Prozent. Ende Oktober hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier für 2021 noch mit einem Anstieg um 4,4 Prozent gerechnet. Die Regierung sieht große Risiken für die weitere Entwicklung. Diese werde maßgeblich vom Pandemieverlauf und von den Maßnahmen zur Eindämmung beeinflusst, heißt es im Jahreswirtschaftsbericht.
    • Im US-Senat wollen fast alle Republikaner das Amtsenthebungsverfahren gegen Ex-US-Präsident Trump stoppen. 45 der 50 Republikaner in der Kammer unterstützten einen entsprechenden Einspruch ihres Parteikollegen Rand Paul. Damit findet das Verfahren im Senat weiterhin statt. Eine Zweidrittelmehrheit für eine Verurteilung erscheint aber unwahrscheinlich.
    • Russland und die USA haben nach Angaben des russischen Außenministeriums den atomaren Abrüstungsvertrag ohne weitere Bedingungen verlängert. Der New-Start-Vertrag gelte nun fünf weitere Jahre ohne irgendwelche Zusätze, sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch. Zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin nach seinem ersten Telefonat mit dem US-Präsident Joe Biden mitteilen lassen, dass Moskau und Washington sich auf die Verlängerung geeinigt hätten.
    • Seit Beginn der Corona-Pandemie vor gut einem Jahr ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen mit dem Virus auf mehr als 100 Mio. gestiegen, wie Daten der Johns Hopkins Universität in Baltimore zeigen. Erst vor etwa einem Monat, war die Schwelle von 80 Mio. Infektionen überschritten worden. Die Zahl der bekannten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 liegt bei mehr als 2,1 Mio. Bei den Infektions- und Todesfallzahlen ist aber von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
    • Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) per Mittwochmorgen 13.202 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden in diesem Zeitraum 982 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in Deutschland verzeichnet, wie das RKI bekannt gab. Vergangenen Mittwoch hatte das Institut 15.974 Neuinfektionen und 1.148 neue Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet.

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