Neu Delhi/ Brüssel (Godmode-Trader.de) - Der Handelskonflikt zwischen den USA und China treibt ständig neue Blüten. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt wedeln jeden Tag aufs Neue mit der Zollkeule und drohen neuen Abgaben im gegenseitigen Handel an. Doch nicht nur mit China, auch mit der EU und Indien liegt Washington über Kreuz. Aber auch Neu Delhi weiß sich zu wehren.

Nachdem die USA zusätzliche Zölle auf Stahl und Aluminium aus Indien verhängt hat, hebt Neu-Delhi ab Donnerstag die Zölle auf 30 US-Gütergruppen um bis zu 50 Prozent an. Dazu zählen Motorräder von Harley Davidson, aber auch viele Agrarprodukte wie Äpfel, Walnüsse, Schokolade, Mandeln und Shrimps. Damit wollen die Inder die zusätzlichen US-Zölle von geschätzten 240 Mio. Dollar auf indische Importwaren kompensieren.

Der indische Markt ist in großen Bereichen abgeschottet. Dennoch gerierte sich der indische Ministerpräsident Narendra Modi vor zwei Wochen als Freihändler und sprach sich gegen den wachsenden Protektionismus aus. Es gebe Lösungen jenseits dieser Wälle, sagte er. Im vergangenen Jahr betrug das US-Handelsdefizit mit Indien knapp 23 Mrd. US-Dollar. Das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahr 2016.

Die beschlossenen EU-Vergeltungszölle auf US-Produkte sollen ab Freitag gelten. Dies teilte die EU-Kommission heute mit. Die EU-Zusatzzölle sollen nun in einem ersten Schritt auf jährliche Importe aus den USA im Gegenwert von 2,8 Mrd. Euro erhoben werden. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagte: Wegen der einseitigen Entscheidung der USA bleibe der Europäischen Union aber keine andere Wahl. Wenn die USA ihre Zölle zurücknehmen, fielen auch die EU-Maßnahmen weg.